DFB-Team: US-Fans feiern Neuer, Kimmich und Co. in Winston-Salem
Der ersten Trainingseinheit der DFB-Elf in Winston-Salem wohnen tausende Fans bei. Schnell wird klar: Gerade für die Einheimischen ist der Besuch der deutschen Elf etwas ganz Besonderes. Aus dem DFB-Teamquartier in Winston-Salem berichtet William Laing Das Spry Stadium im US-amerikanischen Winston-Salem fasst 3.000 Plätze. Am Montagabend um 18 Uhr Ortszeit war jeder einzelne von ihnen besetzt. Nicht etwa, weil das hier normalerweise beheimatete College-Fußballteam, die Wake Forest Demon Deacons, ein Heimspiel austrug. In dem kleinen Stadion der Wake Forest University fand bei rund 30 Grad Celsius eine öffentliche Trainingseinheit statt – die erste der deutschen Nationalmannschaft in ihrem Team-Basecamp für die WM 2026 . Nachdem die Auswahl von Bundestrainer Julian Nagelsmann im Anschluss an ihr letztes Testspiel am Samstag gegen Co-Gastgeber USA (2:1) den Sonntag noch in Chicago verbracht hatte, war sie zum Wochenbeginn nach North Carolina gereist. Hier will sich das deutsche Team, das unweit vom Universitätsgelände im luxuriösen Graylyn Estate untergebracht ist, auf die Gruppenphase der bisher größten Weltmeisterschaft der Geschichte vorbereiten. Bei diesem Vorhaben – das wurde am Montag deutlich – kann der DFB-Tross auf eine Menge Unterstützung vor Ort zählen. Im Golfkart: Nagelsmann saust an wartender Menge vorbei In Winston-Salem begeisterte die Ankunft der Stars um den erstmals wieder am Mannschaftstraining teilnehmenden Manuel Neuer am Montag viele amerikanische Fans. Als Bundestrainer Julian Nagelsmann mit seinem Assistenten Benjamin Glück auf dem Beifahrersitz rund eine Stunde vor Beginn der Einheit mit einem Golfkart über den Campus brauste, hatte sich vor dem Spry Stadium bereits eine Hunderte Meter lange Schlange gebildet. Zahlreiche Fans konnten es kaum erwarten, die Spieler zu Gesicht zu bekommen. Eintritt mussten sie nicht bezahlen. Aber: Nur wer eines der stark begrenzten Tickets für das Event ergattert hatte, durfte rein. Zu hören war zwischenzeitlich, dass deutlich mehr Karten als für die 3.000 Plätze hätten vergeben werden können. Einmal an der Sicherheitskontrolle vorbei, wartete auf die Fans dann eine Überraschung. Sie erhielten kostenlose Merchandise-Artikel vom DFB . Besonders beliebt waren die Mannschaftsfotos sowie DFB-Trikots mit dem Aufdruck "Winston-Salem 26". Nach der rund 45-minütigen Einheit mussten die ausgehändigten Fanutensilien dann für zahlreiche Autogrammwünsche herhalten. Die DFB-Stars hatten alle Hände voll zu tun. DFB-Team in Winston-Salem: "Fühlt sich surreal an" Einer der Autogrammjäger: Tyler Sonderholzer. Der Student aus Kalifornien hat deutsche Wurzeln und seine Freundin studiert an der Wake Forest University: "Dass die deutsche Nationalmannschaft ihr Trainingscamp in der gleichen Stadt hat, in der meine Freundin auf die Uni geht, ist verrückt und fühlt sich surreal an", sagte er begeistert t-online, kurz nachdem er sich die Unterschriften der Stars gesichert hatte. "Es war Schicksal." Sonderholzer, dessen Großvater väterlicherseits aus Ulm und dessen Großmutter mütterlicherseits aus Krefeld stammt, freute sich besonders über die Signaturen von zwei DFB-Profis: "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Autogramme von Kimmich und Neuer bekomme – und ein Foto mit Neuer. Es ist wie ein Traum." Er vergöttere den Bayern-Torwart, betonte 21-Jährige. "Darauf sind wir stolz. Sehr stolz" Wie Sonderholzer konnte sich auch Josue Alvarado eines der Tickets für die erste Trainingseinheit sichern. Die deutsche Mannschaft hautnah zu erleben, sei "unglaublich" gewesen, sagte der 25-Jährige t-online. "Ich bin sehr froh, hier zu sein und dass ich einige meiner Helden sehen konnte", so Alvarado, der in Winston Salem geboren wurde. "Ich bin damit aufgewachsen, diese Spieler zu sehen. Neuer, Kimmich, Sané. Ich bin ein riesiger Fan von ihnen allen." In Winston-Salem aufgewachsen ist auch Stephanie Lewis. Beim öffentlichen Training arbeitete sie als freiwillige Helferin und wirkte sichtlich gerührt. "So etwas bekomme ich nicht jeden Tag zu sehen", stellte die 62-Jährige klar. "Dass die Deutschen hierherkommen: Das passiert nur einmal im Leben. Und das bedeutet mir viel." Lewis Kollege Jim Fetterer ergänzte: "Dass jetzt ein Weltklasse-Team nach Winston-Salem kommt und hier trainiert, darauf sind wir stolz. Sehr stolz." Der 70-Jährige wohnt seit rund 20 Jahren in der Stadt. Was ihn an der Veranstaltung am Montag besonders begeistert hat? "Für mich war es schön, die kleinen Kinder zu sehen, wie fasziniert sie waren von den Spielern", so Fetterer. Nach dem herzlichen Fan-Empfang richtet sich der Fokus der DFB-Stars in den kommenden Tagen nun auf die erste Hürde bei dieser Weltmeisterschaft. Schon am kommenden Sonntag steht für die DFB-Elf das Auftaktspiel in Houston auf dem Plan. Dann geht es gegen WM-Debütant Curaçao (ab 19 Uhr im Liveticker bei t-online). Die ersten drei Punkte sind gegen den Karibikstaat fest eingeplant.