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Serbien: Zehntausende protestieren gegen Vučić

In der serbischen Hauptstadt fordern Demonstranten den Rücktritt der Regierung unter Präsident Vučić. Es gibt 23 Festnahmen. Zehntausende Menschen haben am Samstag im Zentrum von Belgrad für vorgezogene Neuwahlen demonstriert. "Sie sind unsere Chance, unser Versprechen endlich einzulösen – eine ehrliche Regierung, Freiheit und ein würdevolles Leben", sagte ein Student der Elektrotechnik laut der unabhängigen Nachrichtenagentur Beta. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Zusammenstößen zwischen maskierten Unbekannten und der Polizei. Die Ausschreitungen ereigneten sich nach dem offiziellen Ende der Demonstration – etwa einen Kilometer vom Slavija-Platz entfernt, dem Zentrum der Kundgebung. Maskierte Männer feuerten Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte ab. Innenminister Ivica Dačić teilte mit, dass 23 Personen festgenommen wurden. Eine nicht näher bezifferte Zahl von Polizisten sei verletzt worden. Proteste begannen nach Unglück in 2024 Präsident Vučić kommentierte die Proteste auf Instagram: "Wie schon so oft zuvor, kehrten sie ihre gewalttätige Natur hervor." Bei früheren Massenprotesten hatte sich allerdings im Nachhinein herausgestellt, dass eingeschleuste Provokateure für ähnliche Gewalttaten verantwortlich waren. Die Kundgebung war Teil einer Protestserie, die der Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 ausgelöst hatte. Bei dem Unglück kamen 16 Menschen ums Leben. Millionen Bürgerinnen und Bürger machen Schlamperei und Korruption der Regierung unter dem mächtigen Präsidenten Aleksandar Vučić für die Katastrophe verantwortlich. Getragen wird die Bewegung von Studierenden, die ein Jahr lang praktisch alle Universitäten des Landes besetzt hatten. Ihre zentrale Forderung: vorgezogene Neuwahlen, um einen friedlichen Regierungswechsel zu ermöglichen. Die nächste reguläre Parlamentswahl stünde erst Ende 2027 an. Wie bereits bei früheren Großdemonstrationen stellte die Regierung den Eisenbahnverkehr landesweit ein. Die Serbischen Eisenbahnen (Srbija Voz) nannten offiziell keinen Grund für den kompletten Betriebsstopp. Beobachter gehen davon aus, dass Regierungsgegnern aus anderen Landesteilen damit die Anreise nach Belgrad erschwert werden sollte.

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