Israel greift iranische Atomanlagen an: Trump wusste von Angriffen
Israels Armee greift Atomanlagen im Iran an. US-Präsident Donald Trump war vorab informiert. Teheran kündigt Vergeltung an. Alle Entwicklungen im Newsblog. Nach Angriff: Ölpreis steigt um mehr als sieben Prozent Als Reaktion auf den israelischen Angriff auf den Iran sind die asiatischen Börsen im frühen Handel auf Sinkflug gegangen. Die Ölpreise sprangen nach dem Militärschlag dagegen an. Die Anleger flüchteten in sichere Häfen wie Gold und den Schweizer Franken . Hier lesen Sie mehr. Iran spricht von "feigem Angriff" – und rechtfertigt Atomprogramm Die iranische Regierung wirft Israel einen "feigen Angriff" vor. Dieser zeige, warum die Führung in Teheran auf die Anreicherung von Uran, die Atomtechnologie insgesamt und das Raketenprogramm bestehe, erklärt die Regierung. Iranische Staatsmedien: Sechs Atomwissenschaftler bei Angriff getötet Bei dem israelischen Angriff wurden iranischen Staatsmedien zufolge sechs Atomwissenschaftler getötet. Israel begründet seinen Angriff damit, dass das Atomprogramm der Islamischen Republik eingedämmt werden müsse und das Land nie in den Besitz von Atomwaffen kommen dürfe. Israel selbst wird zu den faktischen Atommächten gezählt, hat aber den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet. Saudi-Arabien und Oman verurteilen israelischen Angriff Die Golfstaaten Saudi-Arabien und Oman haben die israelischen Angriffe auf iranische Atomanlagen scharf verurteilt. Die Angriffe stellten eine klare Verletzung internationalen Rechts dar, hieß es in einer Mitteilung der saudischen Regierung. "Das Königreich verurteilt diese ruchlosen Angriffe und betont, dass die internationale Gemeinschaft und der Sicherheitsrat eine große Verantwortung tragen, diese Aggression umgehend zu stoppen", hieß es in einer Mitteilung aus Riad. Die omanische Regierung bezeichnete die Angriffe laut der Nachrichtenagentur des Landes als "gefährliche und rücksichtslose Eskalation", die eine eklatante Verletzung der UN-Charta und des Völkerrechts darstelle. Zudem drohe das israelische Vorgehen, diplomatische Bemühungen zunichtezumachen. Erst am Donnerstag hatte Omans Regierung eine sechste Runde von Gesprächen zwischen dem Iran und den USA über das Atomprogramm des Landes in der omanischen Hauptstadt Muskat für Sonntag angekündigt. Bislang hatten die Gespräche keinen Durchbruch gebracht. Neuer Kommandeur der Revolutionsgarden benannt Nach der Tötung des Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden hat die Staatsführung rasch einen Nachfolger benannt. Auf Befehl des Revolutionsführers werde der frühere Innenminister Ahmad Wahidi Nachfolger von Hussein Salami, berichteten iranische Medien übereinstimmend. Wahidi gehörte der Regierung des bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommenen Präsidenten Ebrahim Raisi an. Er diente bereits in der Vergangenheit als Offizier in der Elitestreitmacht. Israels Armee meldet: Iran startet mehr als 100 Drohnen Der Iran hat nach den israelischen Angriffen offenbar einen Gegenangriff gestartet und nach Angaben der israelischen Armee rund 100 Drohnen auf israelisches Staatsgebiet abgefeuert. Die Armee bereite sich darauf vor, die Drohnen abzufangen, erklärte der Armeesprecher Effie Defrin am Freitag. Mehr dazu lesen Sie hier . Trump wusste von Israels Angriffsplänen US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben im Vorfeld vom israelischen Angriff auf den Iran gewusst. Das erklärte der Republikaner in einem Interview mit dem US-Sender Fox News. Er erklärte zudem, dass er einen Vergeltungsschlag des Iran erwarte und das Zentralkommando der US-Armee , das für den Nahen Osten zuständig ist, sich in höchster Alarmbereitschaft befinde. Israels Präsident: Iran-Angriff wegen "existenzieller Bedrohung" Der israelische Staatspräsident Izchak Herzog hat den Großangriff im Iran mit einer existenziellen Bedrohung des jüdischen Volkes begründet. Israel habe in der Nacht "eine gezielte Operation gestartet, um eine unmittelbare und existenzielle Bedrohung für unser Volk zu neutralisieren", sagte Herzog nach Angaben seines Büros. "Die internationale Gemeinschaft hat in den letzten Jahrzehnten gesehen, wie das iranische Regime – an der Spitze eines globalen Terrorimperiums – die Region zunehmend radikalisiert und destabilisiert hat", sagte Herzog weiter. Gleichzeitig arbeite Teheran "unermüdlich daran, seine militärischen Nuklearfähigkeiten auszubauen und sein Arsenal an ballistischen Raketen zu erweitern". "Die iranischen Anführer haben ihre Absicht, den Staat Israel zu vernichten, offen und wiederholt zum Ausdruck gebracht", sagte Herzog. "Seit Jahren bereitet sich das Regime darauf vor, diese Vision in die Realität umzusetzen." Israel habe daher "das grundlegende Recht und die feierliche Pflicht, sich selbst zu verteidigen". Man werde dies mit Entschlossenheit tun. Herzog drückte gleichzeitig die Hoffnung aus, dass dies die Region in eine friedlichere Richtung lenken werde. Israel bereitet sich auf Gegenangriff in den nächsten Stunden vor Israel bereitet sich nach den Angaben zweier Behördenvertreter auf einen Gegenangriff des Iran in den nächsten Stunden vor. Teil eines Vergeltungsschlags könnten Hunderte ballistische Raketen sein, sagten sie. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte die Bevölkerung, dass die Menschen möglicherweise längere Zeit in Schutzräumen verbringen müssten. Sie sind aufgefordert, sich nach den Vorgaben des Militärs zu richten. Iran macht USA "verantwortlich für Konsequenzen" israelischer Angriffe Der Iran hat den USA vorgeworfen, von den massiven israelischen Angriffen auf sein Staatsgebiet gewusst zu haben. Die Angriffe hätten "nicht ohne die Koordinierung und Genehmigung der Vereinigten Staaten ausgeführt worden sein" können, erklärte das Außenministerium in Teheran. Das Ministerium machte die USA direkt "für die gefährlichen Auswirkungen und Folgen des Abenteurertums des zionistischen Regimes verantwortlich". Die USA hatten zuvor bereits eine Beteiligung dementiert. Israels Staatsflugzeug "Wing of Zion" hat abgehoben Israels offizielle Regierungsmaschine "Wing of Zion" ist laut Flugzeugverfolgungsportalen am frühen Freitagmorgen vom Ben-Gurion-Flughafen, Tel Aviv , abgeflogen. Das berichtet die "Times of Israel". Über den Zielort ist nichts bekannt. Vor dem iranischen Raketen- und Drohnenangriff auf Israel am 13. April 2024 wurde die "Wing of Zion" vom Luftwaffenstützpunkt Nevatim abgezogen. Diese war später Ziel der Attacke. Mehrere Raketen hatten die Anlage damals auch getroffen. Trump: "Iran darf keine Atombombe haben" US-Präsident Donald Trump hofft, dass der Iran nach den israelischen Angriffen an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Der Iran dürfe keine Atombombe haben, sagte er dem US-Sender Fox News laut einem Post von Reporterin Jennifer Griffin auf der Plattform X. "Wir werden sehen. Es gibt mehrere Personen in Führungspositionen, die nicht zurückkehren werden", zitiert die Reporterin Trump. Vermutlich sind damit Personen gemeint, die beim nächtlichen Angriff Israels getötet wurden. Ölpreis steigt um mehr als sieben Prozent Nach dem israelischen Angriff auf den Iran stürzen Asiens Börsen ab, während Öl- und Goldpreise steigen. Investoren reagieren nervös. Mehr dazu lesen Sie hier. Eskalation in Nahost bringt öffentliches Leben in Israel zum Erliegen Nach dem israelischen Großangriff auf den Iran kommt das öffentliche Leben in Israel weitgehend zum Stillstand. Schulen, Geschäfte und Büros müssen auf Anordnung des israelischen Heimatschutzes vorerst geschlossen bleiben, wie die Zeitung "Haaretz" berichtete. Nur Supermärkte dürfen demnach öffnen, um Lebensnotwendiges zu verkaufen. Da mit einem Gegenschlag des Iran gerechnet wird, rief der israelische Rettungsdienst die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Einkaufszentren bleiben ebenso geschlossen wie Veranstaltungszentren, Kultureinrichtungen und religiöse Stätten. Auch die für dieses Wochenende geplante Christopher-Street-Day-Parade der LGBTQ-Community in Tel Aviv – die größte im gesamten Nahen Osten – wurde abgesagt. Israelischer Militärvertreter: "Wir befinden uns im Krieg" Die Angriffe im Iran sollen nach Äußerungen eines ranghohen israelischen Militärvertreters auch in den kommenden Tagen weitergehen. "Wir verfügen über einen langfristigen, breit angelegten Angriffsplan für die kommenden Tage – vor uns liegen schwierige Zeiten", sagte der Militär nach Angaben des regierungsnahen israelischen TV-Senders C14. "Die Iraner werden reagieren. Wenn die Bevölkerung (in Israel, Anm. d. Red.) diszipliniert bleibt, wird es nur wenige Verletzte geben", sagte er demnach weiter. Anderenfalls seien viele Opfer zu befürchten. "Wir befinden uns im Krieg." Chamenei: Israel wird harte Strafe erhalten Der Oberste Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hat Israel scharf verurteilt und Vergeltung angekündigt. Chamenei erklärte laut Staatsmedien, Israel habe ein Verbrechen gegen den Iran begangen und seine "abscheuliche Natur" gezeigt. Es werde deswegen eine harte Strafe erhalten. "Mit diesem Angriff hat das zionistische Regime sich selbst ein bitteres Schicksal bereitet, auf das es sich definitiv gefasst machen kann", sagte Chamenei in einer Erklärung. Iran: Kommandeur der Revolutionsgarden bei Angriff getötet Bei dem israelischen Großangriff im Iran ist der Kommandeur der mächtigen Revolutionsgarden getötet worden. Generalmajor Hussein Salami sei bei einer Attacke auf das Hauptquartier des Oberkommandos der Revolutionsgarden getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim, die als Sprachrohr der iranischen Elitestreitmacht gilt. Lesen Sie hier mehr dazu. Atombehörde: Iranische Anlagen Ziel der israelischen Angriffe Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat bestätigt, dass die iranische Atomanlage Natanz zu den Zielen der israelischen Angriffe auf den Iran gehört. Man beobachte die Lage im Iran genau. Diese sei "zutiefst besorgniserregend". Die IAEA stehe wegen der Strahlenwerte mit den iranischen Behörden in Kontakt und sei auch mit ihren Inspektoren im Iran in Verbindung. Iran plant "harte" Reaktion auf israelischen Schlag Der Iran plant einem Insider zufolge eine deutliche Reaktion auf Israels Angriff. "Die Antwort auf den israelischen Angriff wird hart und entschlossen sein", sagte eine Person aus iranischen Sicherheitskreisen. Auf die Frage, ob der Angriff unmittelbar bevorstehe, fügte der Insider hinzu, dass die Einzelheiten der iranischen Vergeltung "auf höchster Ebene" diskutiert würden. Zudem meldete Irans Staatsfernsehen, dass nach dem Angriff auf die wichtigste Urananreicherungsanlage des Landes in Natanz keine Anzeichen für eine nukleare Kontamination festgestellt werden konnten. Auch der Irak sperrt Luftraum Der Irak hat wegen des Angriffs Israels auf den Iran der staatlichen Nachrichtenagentur zufolge seinen Luftraum gesperrt und den Luftverkehr auf allen irakischen Flughäfen eingestellt. Auch der israelische Luftraum wurde geschlossen. Rubio: USA sind nicht am Angriff Israels beteiligt US-Außenminister Marco Rubio erklärte, die USA seien nicht am Angriff Israels auf den Iran beteiligt. Es handele sich um eine unilaterale Aktion. Oberste Priorität der US-Regierung sei der Schutz von US-Streitkräften in der Region. Israel habe die USA darüber informiert, dass es diese Aktion für seine Selbstverteidigung für notwendig halte. Der US-Präsident Donald Trump und seine Regierung hätten alle erforderlichen Schritte zum Schutz der US-Truppen unternommen und stünden in engem Kontakt mit regionalen Partnern. "Lassen Sie es mich klar sagen: Der Iran sollte keine US-Ziele oder Personal angreifen", fügte er hinzu. Israel greift Dutzende Ziele im Iran an Israel hat nach eigenen Angaben Dutzende militärische und nukleare Ziele im Iran angegriffen. Ein Vertreter des israelischen Militärs erklärte, dass das iranische Atomprogramm stelle eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt. Lesen Sie hier mehr dazu. Teheran betreibe ein geheimes Programm zum Bau von Atomwaffen und verfüge über genügend Material zur Herstellung von 15 Atombomben. Israel sei auf eine iranische Vergeltung vorbereitet.