Trump unter Druck: Bot Epstein auch Putin Informationen an?
Die neuen Dokumente zur Epstein-Affäre schlagen hohe Wellen. Im Zusammenhang mit Trump taucht darin auch der Name des russischen Präsidenten auf. Donald Trump sieht sich zunehmendem Druck ausgesetzt, alle Akten zur Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein offenzulegen. In der nächsten Woche ist dazu eine Abstimmung im US-Repräsentantenhaus geplant, wie Mehrheitsführer Mike Johnson von Trumps Republikanern vor Journalisten ankündigte. Demokraten in der Opposition, aber auch einige Republikaner drängen seit Monaten darauf – und die Verbreitung bislang unveröffentlichter E-Mails gibt Trumps Kritikern neuen Auftrieb. Im politischen Washington sprechen sie schon von einer "Bombe". Tatsächlich lassen die am Mittwoch geleakten E-Mails, die der bestens vernetzte Milliardär Epstein an den Investigativjournalisten Michael Wolff geschrieben haben soll, den Schluss zu, dass der US-Präsident wesentlich mehr wusste, als er zugeben mag. Das Konvolut der Dokumente in der Epstein-Affäre umfasst 23.000 Seiten, ein enormer Berg an potenziell belastendem Material. Nicht nur für Trump, auch für andere prominente Politiker und Größen aus Show und Gesellschaft. Da kommt etwa Ex-Präsident Bill Clinton vor, der frühere US-Finanzminister Larry Summers, die Goldman Sachs-Bankerin Kathryn Ruemmler oder auch der wegen Kriegsverbrechen gesuchte Wladimir Putin . Neben dem autokratisch regierenden Kremlherrscher wird in der neuen Tranche der Epstein-Files, die nun an die Öffentlichkeit gelangte, auch dessen langjähriger Vertrauter Sergej Lawrow erwähnt. Umstrittener Trump-Auftritt in Helsinki In einer Mail an den norwegischen Politiker Thorbjorn Jagland unterbreitet Epstein demnach ein Angebot an die Herren in Moskau . Falls diese sich dafür interessierten, könne er mit "Erkenntnissen" in Sachen Präsident Trump behilflich sein. Dabei soll es unter anderem darum gegangen sein, den US-Präsidenten "besser zu verstehen". "Es ist nicht kompliziert", schrieb Epstein an Jagland. "Man muss sehen, dass er etwas bekommt. So einfach ist das." Gesendet wurde die E-Mail offensichtlich im Jahr 2018, und zwar im Juni. Das ist auch deshalb nicht ganz unwichtig, weil Trump einen Monat später den russischen Machthaber zu einem Gipfel in Helsinki traf. Das Treffen der beiden machte vor allem in den USA Schlagzeilen. So erklärte Trump nach dem Austausch mit Putin die Ermittlungen des US-Inlandsgeheimdienstes FBI für überflüssig. Das FBI ermittelte damals in Richtung einer möglichen Wahlbeeinflussung Russlands zugunsten Donald Trumps bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2016. Dass der US-Präsident den eigenen Geheimdienst vor der Weltöffentlichkeit brüskierte, sorgte in den USA für Empörung über die politischen Lager hinweg. Trumps Widersacherinnen machen Ernst Trump in Bedrängnis: "Sie verbrachte Stunden in meinem Haus mit ihm" Tagesanbruch: Das Schweigen des Hundes Der Norweger Jagland war nicht nur ehemals Premierminister seines Landes, er saß auch dem Komitee zur Vergabe des Friedensnobelpreises vor, als dieses die Auszeichnung an US-Präsident Barack Obama im Jahr 2012 vergab. Im Jahr 2018 hatte Jagland das Amt des Generalsekretärs des Europarats inne. Er gilt als bestens vernetzt. Epstein wollte Lawrow unbedingt treffen In dem E-Mail-Austausch wies Epstein den norwegischen Diplomaten darauf hin, dass er bereits einen hochrangigen russischen Regierungsvertreter angesprochen und um ein Treffen mit Russlands Außenminister Lawrow gebeten habe. Doch offensichtlich ohne Erfolg. Nun versuchte es der Investmentbanker über Jagland. Dieser möge dem Kremlherrscher doch bitte ausrichten, dass er die erwähnten "Erkenntnisse" zu Trump liefern könne. "Ich denke, Sie könnten Putin vorschlagen, dass Lawrow sich mit mir beraten könnte", schrieb Epstein. "Ich werde mich am Montag mit Lawrows Assistent treffen und ihm den Vorschlag unterbreiten", schrieb Jagland am Sonntag zurück. Ob es zu dem Treffen kam und um welche Erkenntnisse es sich handelt, kommt in der Mail nicht zur Sprache. Zu jenem Zeitpunkt soll Epstein bei Trump bereits in Ungnade gefallen sein. Trump selbst behauptet, zum damaligen Zeitpunkt schon lange keinen Kontakt mehr zu Epstein gehabt zu haben. Einen Monat später kam es zu der inzwischen legendären Pressekonferenz von Trump und Putin in Helsinki, bei der sich "der US-Präsident mit dem russischen Präsidenten gegen den eigenen Geheimdienst verbündete", wie die ABC damals feststellte. Der ehemalige CIA-Chef John Brennan nannte Trumps Auftritt einen Fall von "Landesverrat" und der republikanische Senator John McCain sprach vom "würdelosesten Auftritt eines US-Präsidenten in der Geschichte".