Mechthild Großmann: Nach 23 Jahren: "Tatort"-Star hört auf
Mechthild Großmann hört beim "Tatort"-Münster auf. 23 Jahre lang füllte sie die Rolle als TV-Staatsanwältin. Nun freut sie sich auf eine neue Aufgabe. Mechthild Großmann dürfte den meisten Deutschen bekannt sein. Zumindest jenen, die sich für den "Tatort" interessieren. Dort schlüpft die Schauspielerin in eine der unverwechselbaren Figuren der Reihe: jene der knorrigen Staatsanwältin "Wilhelmine Klemm" beim Team Münster . Ihr Markenzeichen: die tiefe, stets gut verrauchte Stimme. Doch jetzt ist Schluss für Großmann, zumindest bei der ARD. Die Schauspielerin steigt aus. Dafür will sie wieder mehr Theater spielen und anderen künstlerischen Projekten nachgehen. Auch nach Jahrzehnten auf der Bühne sei sie immer noch aufgeregt, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Als lebendiger Mensch vor lebendigen Menschen zu spielen oder zu tanzen oder Musik zu machen, das ist etwas ganz anderes, als zu drehen. Auch das ist nicht unanstrengend, aber es gibt mehr", sagte die 76-Jährige. "Es sind so schöne Sachen, die ich am Theater machen kann." Und: "Schön ist es immer, auch wenn ich schrecklich aufgeregt bin, wenn Menschen mit im Raum sind." "Ich habe nie kleine, piepsige Mädchen gespielt" Zu ihren Theaterrollen sagt Großmann: "Ich spiele auch auf der Bühne eher die Bösen und die Komplizierten. Auch als junges Mädchen habe ich schon wegen meiner Stimme nicht die Heldinnen gespielt." Sie sei "nicht so Mainstream" gewesen. "Ich habe nie kleine, piepsige Mädchen gespielt. Dazu hat der liebe Gott mich nicht ausgestattet." Nach 23 Jahren beim "Tatort" Münster und insgesamt gut 525 Millionen Zuschauern, wie die "Bild" errechnete, hat Großmann ihren letzten Auftritt in der Folge "Die Erfindung des Rades" (7. Dezember, ARD , 20.15 Uhr). Es ist ein selbstgewählter Abschied, wie es heißt. 2002 war sie erstmals zu sehen in dem "Tatort" mit dem Titel "Der dunkle Fleck". Jetzt folgt für Großmann also der letzte TV-Vorhang bei der Krimireihe. Bei der Premiere der "Tatort"-Folge in einem Kino in Münster versammelte sich am Dienstag die gesamte Prominenz des Teams Münster. Neben Jan Josef Liefers ("Professor Boerne") auch "Alberich" (Christine Urspruch) und "Kommissar Thiel" (Axel Prahl). "Mit Mechthild zu arbeiten, war ein Geschenk für uns alle. Und ohne zu viel zu verraten. Ihr Abschied aus Münster wird ein Geschenk für die Zuschauer", sagte Prahl der "Bild". Sie arbeite noch immer weit mehr als 100 Tage im Jahr, werde auch im nächsten Jahr viele Lesungen halten. "Aber immer in schönen Abständen". In Berlin werde sie mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester auftreten und lesen, in Österreich mit einem Pianisten. "Für mich ist das schön, diese Arbeit hat viel mehr mit mir zu tun." Sie reduziert aber etwas. "Ich habe mein Leben lang unheimlich viel gearbeitet." Rund 34 Jahre habe sie dem Tanztheater von Pina Bausch in Wuppertal angehört, auch den Schauspielhäusern in Bochum, Frankfurt , Köln und Bremen sei sie lange treu geblieben.