RTL: TV-Sendergruppe streicht bis zu tausend Stellen
Streamingdienste wie Netflix setzen RTL im TV-Geschäft zu. Nun drohen Entlassungen beim Medienkonzern. Die TV-Sendergruppe RTL plant einem Bericht zufolge einen größeren Stellenabbau in Deutschland. Das zum Medienkonzern Bertelsmann gehörende Unternehmen wolle zwischen 800 und 1000 Beschäftigte abbauen, berichtete das Magazin "Wirtschaftswoche" am Montag. Die Pläne beträfen die gesamte Sendergruppe, zu der neben dem Stammhaus RTL unter anderem auch der Sender Vox, der Nachrichtensender n-tv und der Streamingdienst RTL+ gehören. Die Sender leiden seit Jahren unter dem schwachen Werbemarkt und der Konkurrenz durch US-Streamingdienste wie Netflix . Umbau: Bertelsmann besetzt Konzernspitze neu Beschluss: RTL kündigt Entscheidung zu Gottschalks TV-Abschiedsgala an Mehrere Teilbetriebe von RTL würden eingestellt, dort komme es zu betriebsbedingten Kündigungen. "Dem Vernehmen nach" habe die Geschäftsleitung mit dem Betriebsrat einen Sozialplan für den Stellenabbau ausgehandelt, so der Bericht. Die Belegschaft soll am Dienstag informiert werden. Von RTL war zunächst kein Kommentar zu erhalten. Der "Wirtschaftswoche" sagte eine Sprecherin: "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Spekulationen grundsätzlich nicht äußern." Bertelsmann hatte sich zuletzt von seinen Print-Titeln getrennt und nur das Flaggschiff "stern" im Konzern behalten. Zugleich investierte der Konzern im TV-Geschäft und kündigte im Juni die Übernahme von Sky Deutschland an. Erst im November wurde im Konzern die Nachfolge des langjährigen Konzernchefs Thomas Rabe geklärt. Ihm folgt ab 1. Januar 2027 Thomas Coesfeld. Der 35-Jährige ist damit der erste Chef aus dem Kreis der Bertelsmann-Familie seit 1981. Coesfeld ist der Enkel des 2009 verstorbenen Firmenpatriarchen Reinhard Mohn, der das Gütersloher Unternehmen von 1947 an über mehr als drei Jahrzehnte steuerte.