Kündigung geheim halten: Darf der Arbeitgeber das verlangen? | Arbeitsrecht
Kündigung eingereicht – und jetzt soll niemand davon erfahren? Eine Arbeitsrechtlerin ordnet ein, welche Regeln tatsächlich gelten. Wer kündigt und das Unternehmen verlässt, möchte das vielleicht direkt dem Team mitteilen. Was aber, wenn der Arbeitgeber verlangt, die Kündigung zunächst geheim zu halten, um unnötige Unruhe unter den verbleibenden Mitarbeitenden zu vermeiden? Kündigung: Keine Geheimhaltungspflicht "Der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin hat keinen Anspruch darauf, dass eine Kündigung vertraulich behandelt wird", erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht . Die Führungskraft kann zwar den Wunsch auf Geheimhaltung äußern, doch die Entscheidung anderen davon zu erzählen, liegt in diesem Fall bei der Person, die gekündigt hat. Gründe und Beispiele: Wann eine personenbedingte Kündigung erlaubt ist Aber: Auch bei einer Eigenkündigung besteht die sogenannte Rücksichtnahmepflicht weiter. Sie soll dafür sorgen, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die geschäftlichen Interessen des Arbeitgebers wahren. Das Verschweigen einer Kündigung fällt in aller Regel nicht unter diese Rücksichtnahmepflicht. Es kann aber in seltenen Fällen Ausnahmen geben. Wird das Bekanntwerden der Kündigung dem Unternehmen schaden, kann in einzelnen Situationen die Geheimhaltung bei Aufforderung verpflichtend sein.