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Eurovision Song Contest: Weitere Länder boykottieren ESC wegen Israel

Weil Israel am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen darf, steigen jetzt andere Länder reihenweise aus. Israel darf beim Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien antreten. Nach der Zustimmung der Mitgliedssender der Europäischen Rundfunkunion (EBU) zu einer Regeländerung dürfen alle Länder an dem Musikwettbewerb teilnehmen, die das wünschen, wie die EBU mitteilte. Spanien, eines der wichtigen ESC-Länder und entschiedener Kritiker von Israels Vorgehen im Gazastreifen , kündigte daraufhin umgehend seinen Boykott an. Auch die Niederlande , Slowenien und Irland haben bereits mitgeteilt, nicht am Wettbewerb teilzunehmen. Andere Länder wie Portugal , Island und Belgien wollen in den nächsten Tagen eine Entscheidung treffen. "Mit schmerzendem Herzen, aber aus Überzeugung" "Mit schmerzendem Herzen, aber aus Überzeugung: AVROTROS wird 2026 nicht am Songfestival teilnehmen", schrieb die niederländische Rundfunkanstalt in den sozialen Medien. "RTÉ wird weder am Eurovision Song Contest 2026 teilnehmen noch den Wettbewerb übertragen", heißt es in einem Statement des irischen Senders. Grund für den Konflikt ist Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas am 7. Oktober 2023. Mehrere Rundfunkanstalten hatten deshalb bereits vor Monaten mit einem Boykott des ESC im Mai 2026 in Wien gedroht. Die EBU und auch der ORF als gastgebender Sender hatten in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt, um dies zu verhindern. Eine der Kernbotschaften war, dass das größte Musikspektakel der Welt eine Veranstaltung von öffentlich-rechtlichen Sendern sei und nichts mit Politik zu tun haben sollte. Die ARD hat sich hinter die umstrittene Entscheidung gestellt, die Israel eine Teilnahme am ESC im kommenden Jahr in Wien ermöglicht. "Die ARD begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich und hat sich ebenfalls für die empfohlenen Änderungen zum erweiterten Schutz des ESC ausgesprochen", hieß es in einer Erklärung. Zustimmung kam auch von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. "Israel gehört zum ESC wie Deutschland zu Europa", sagte er der "Bild"-Zeitung. Weimer hob hervor, dass der ESC "mehr als Musik" sei und die "Vielfalt" feiere. Regeländerung als Reaktion auf Publikumsvoting in Basel Die EBU hatte zudem die Regeln für die Abstimmungen geändert. Das Publikum hat nun weniger Gewicht, die Rolle der Jury in den beiden Halbfinals und dem Finale wurde gestärkt. Das war eine Reaktion auf das Ergebnis des ESC 2025 in Basel. Dort hatte die israelische Sängerin Yuval Raphael durch extrem viele Stimmen aus dem Publikum Platz zwei belegt. Es wurde vermutet, dass dem Voting eine strategische Mobilisierung der Zuschauer zugunsten Israels zugrunde lag. Nach dem Sieg des Countertenors JJ mit seinem Song "Wasted Love" in Basel fällt Österreich 2026 die Rolle des Gastgebers zu. Das Finale des 70. ESC unter dem Motto "United by Music" findet am 16. Mai 2026 in Wien statt. 2025 verfolgten die Veranstaltung rund 170 Millionen Menschen am TV, außerdem wurden mehr als zwei Milliarden Social-Media-Kontakte gezählt. Teilen Sie Ihre Meinung mit Wie finden Sie die Entscheidung, Israel beim ESC teilnehmen zu lassen? Schreiben Sie eine E-Mail an Lesermeinung@stroeer.de . Bitte nutzen Sie den Betreff "ESC" und begründen Sie.

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