Skispringen: Polens Pawel Wasek bei Vierschanzentournee disqualifiziert
Auf den Ski von Paweł Wąsek waren Reste von Fluor-Wachs. Für das polnische Team eine unschöne Überraschung – und Folgen. Bei der Vierschanzentournee ist erstmals ein Skispringer wegen verbotenen Fluor-Wachses disqualifiziert worden. Der Pole Paweł Wąsek hatte am Samstag in der Qualifikation für das Bergiselspringen in Innsbruck zunächst den 36. Platz belegt und sollte am Sonntag gegen den Kasachen Ilja Misernych antreten. Wenig später wurde er allerdings disqualifiziert, weil auf seinen Ski Reste von fluoridhaltigem Wachs entdeckt worden waren. Ärger bei Vierschanzentournee: "Das ist für mich absolut eine Manipulation" Das polnische Team reagiert mit Unverständnis auf den Vorfall. "Wir sind genauso überrascht, weil wir solche Wachse definitiv nicht besitzen, und das schon seit sehr langer Zeit", sagte Cheftrainer Maciej Maciusiak polnischen Medien. Die gefundenen Rückstände seien keine Kleinigkeit gewesen: "Das sind keine Spurenmengen. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Ski mit Fluor gewachst wurden", so Maciusiak weiter. Nicht der erste disqualifizierte Springer Fluor ist seit mehr als zwei Jahren aus Umwelt- und Gesundheitsgründen bei Wettbewerben des internationalen Skiverbands Fis verboten, war bislang jedoch eher im Langlauf oder bei den Alpinen angewendet worden. Auch der betroffene Athlet Wąsek beteuerte seine Unschuld. Bei der laufenden Tournee war es mehrfach zu Disqualifikationen gekommen. Prominentester Fall ist Timi Zajc, dessen Anzug sowohl in Oberstdorf als auch Garmisch-Partenkirchen nicht den Vorschriften entsprach. Als Folge wurde der Slowene, der in Oberstdorf zunächst den zweiten Platz belegt hatte, für den Rest der Tournee gesperrt. Norweger verlässt Tournee vorzeitig Der formschwache Weltmeister Marius Lindvik ist derweil vorzeitig aus der Vierschanzentournee ausgestiegen. Der Norweger, einer der Hauptprotagonisten des WM-Skandals im März, hatte am Samstag als 51. der Qualifikation das Bergiselspringen verpasst. Für ihn rückt in Bischofshofen Benjamin Östvold ins Team. Für Lindvik setzt sich somit die Serie unglücklicher Tourneen fort: 2019/20 und 2021/22 hatte er jeweils als Zweiter knapp den Gesamtsieg verpasst, 2020/21 stieg er als Mitfavorit wegen Zahnschmerzen nach dem Auftakt in Oberstdorf aus. Bei der Heim-WM in Trondheim hatte es im Frühjahr rund um Lindvik einen Skandal gegeben. Der Norweger hatte zunächst Gold von der Normalschanze vor Andreas Wellinger gewonnen. Eine Woche später wurden er und weitere Teamkollegen nach der Entscheidung von der Großschanze disqualifiziert, da durch ein geheim aufgenommenes Video Manipulationen an seinem Anzug nachgewiesen worden waren. Lindvik beteuert bis heute, nicht von den Manipulationen gewusst zu haben.