World News

ADAC: Tanken, Versicherung, Neuwagenkauf – Autofahren wird zum Luxus

Kaufen, tanken, versichern: Autofahren wird von Jahr zu Jahr teurer. Besonders bei einer Antriebsart steigen die Kosten deutlich. Die individuelle Mobilität wird immer teurer. Eine Analyse des ADAC Südbayern zeigt: Die Kosten rund ums Auto sind in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen – und das in fast allen Bereichen. Besonders beim Neuwagenkauf, an der Tankstelle und bei der Versicherung müssen Autofahrer spürbar mehr zahlen als noch im Jahr 2020. Neuwagen: Verbrenner am stärksten betroffen Am deutlichsten zeigt sich die Entwicklung beim Blick auf die Listenpreise gängiger Neuwagenmodelle. Beim VW Golf etwa, einem der meistverkauften Autos in Deutschland, lag der durchschnittliche Anstieg zwischen 2020 und 2025 bei 22,74 Prozent – ausstattungsbereinigt. Ein Modell des Golf 2.0 TDI in der Variante Style kostete im Oktober 2025 laut Konfigurator 42.275 Euro, fünf Jahre zuvor waren es noch 34.424,72 Euro. Die untersuchten Modelle verteuerten sich durchschnittlich um bis zu 33 Prozent. Auch der Toyota Corolla mit Hybridantrieb wurde teurer: Zwischen 2020 und 2025 stiegen die Preise je nach Ausführung um 14 bis 20 Prozent. Etwas moderater verlief die Entwicklung bei Modellen von BMW . Beim 4er – sowohl Benziner als auch Diesel – legten die Preise seit 2021 im Schnitt um etwa zehn Prozent zu. Elektroautos: Preisanstieg bleibt vergleichsweise gering Auch bei batterieelektrischen Fahrzeugen gingen die Preise nach oben – allerdings deutlich langsamer. Beim VW ID.3 stiegen die Listenpreise der Modelle Pro und Pro S im Schnitt um rund vier Prozent. Gleichzeitig wurden die Akkupakete technisch leicht überarbeitet und die Reichweiten erhöht, was den Preisunterschied zusätzlich relativiert. Der BMW i4, ein vollelektrisches Modell der 4er-Reihe, wurde zwischen 2021 und 2025 in der Variante eDrive40 im Schnitt um 3,84 Prozent teurer. Nach Einschätzung des ADAC Südbayern könnte die geringere Nachfrage nach Elektroautos ein Grund dafür sein, dass die Preise für E-Autos nicht stärker gestiegen sind. Versicherung: Kfz-Policen verteuern sich deutlich Neben dem Kaufpreis spielt auch der laufende Unterhalt eine zunehmend größere Rolle. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Kfz-Versicherung. Laut Statistischem Bundesamt haben sich die Beiträge zwischen 2020 und 2024 um 43,6 Prozent erhöht. Für 2025 liegt noch kein vollständiger Wert vor, die Tendenz bleibt aber steigend. Gründe für den Preisanstieg sind unter anderem höhere Kosten für Ersatzteile, gestiegene Werkstattpreise und zunehmende Schäden durch Unwetter . Kraftstoffe und Strom: Spürbare Mehrkosten beim Laden und Tanken Noch unmittelbarer erleben Autofahrer die Preissteigerungen an der Zapf- und Ladesäule. Der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin stieg von 1,255 Euro (Oktober 2020) auf 1,672 Euro im Jahr 2025 – ein Plus von 33 Prozent. Diesel verteuerte sich im gleichen Zeitraum sogar um 43 Prozent: von 1,111 Euro auf 1,594 Euro je Liter. Mit dem Jahreswechsel ist die CO2-Bepreisung erneut angestiegen – pro Liter dürften Kraftstoffe rund einen bis zwei Cent teurer werden. Auch E-Auto-Fahrer müssen mehr zahlen. Die durchschnittlichen Kosten für eine Kilowattstunde Haushaltsstrom (z. B. für die heimische Wallbox) stiegen zwischen 2020 und 2025 von 30,43 Cent auf 38,25 Cent – ein Anstieg um 26 Prozent. Beim Schnellladen zeigt sich ein ähnliches Bild: Die kWh am DC-Lader von EnBW kostete 2020 noch 49 Cent (Tarif ohne Grundgebühr), 2025 waren es bereits 56 Cent – ein Plus von 14,29 Prozent. Autokosten steigen schneller als der Verbraucherpreisindex Der Verbraucherpreisindex – also die allgemeine Inflation – legte zwischen 2020 und 2025 um durchschnittlich 23 Prozent zu. Die Mobilitätskosten stiegen damit deutlich stärker als die Preise insgesamt. Alexander Kreipl, verkehrs- und umweltpolitischer Sprecher des ADAC Südbayern, sieht die Entwicklung mit Sorge: "Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass individuelle Mobilität für immer mehr Menschen zu einer großen finanziellen Belastung wird." Setze sich dieser Trend fort, drohe ein Teil der Bevölkerung dauerhaft vom eigenen Auto ausgeschlossen zu werden.

Читайте на сайте