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Iran-Proteste: Chamenei plant wohl Flucht nach Moskau

Im Iran spitzt sich die Lage weiter zu. Laut Berichten plant der Oberste Führer des Iran bereits die Flucht nach Moskau. Aus Washington kommen Drohungen. Über die letzten Tage im Dezember bis ins neue Jahr erlebt der Iran eine neue Welle breiter Massenproteste gegen das Regime des Obersten Religionsführers Ajatollah Chamenei. Hauptgrund dafür ist der erneute Zusammenbruch der iranischen Wirtschaft. Die Währung ist massiv abgerutscht, zugleich kletterte die Inflationsrate auf über 52 Prozent. Die derzeitigen Proteste sind die größten seit den "Frau, Leben, Freiheit"-Protesten, die nach der gewaltsamen Ermordung der Iranerin Jina Mahsa Amini im Jahr 2022 ausbrachen. Auch in Teheran scheint die Besorgnis innerhalb der autoritären Führung zu wachsen. Laut einem Bericht der britischen Zeitung "The Times" soll der Oberste Führer Chamenei bereits einen Fluchtplan nach dem Vorbild des ehemaligen syrischen Diktators Baschar al-Assad vorbereitet haben. Demnach plane der 86-Jährige, für den Fall eines Kontrollverlusts im Land oder einer Desertion des Militärs mit rund 20 Vertrauten und Familienmitgliedern nach Moskau zu fliehen. Anhörung in New York : Ein 92-Jähriger entscheidet über Maduros Schicksal Überblick: Alle aktuellen Entwicklungen im US-Newsblog Chameneis 95-Milliarden-Netzwerk Der Fluchtplan sehe unter anderem vor, Vermögenswerte, Auslandsimmobilien und Bargeld zusammenzuführen, um eine sichere Ausreise aus Teheran zu ermöglichen, so die Quelle. Chamenei verfügt seit Jahren über ein weitverzweigtes Vermögensnetzwerk. Teile davon sind beim mächtigen Setad-Konzern gebündelt, einer halbstaatlichen Stiftungskonstruktion, die für ihre Intransparenz bekannt ist. Nach einer Reuters-Recherche aus dem Jahr 2013 soll das von Chamenei kontrollierte Vermögen rund 95 Milliarden Dollar betragen. Die Sorge des Regimes ist nicht unbegründet. Im Vergleich zur Situation im Jahr 2022 hat sich vieles verändert. Damals verfügte der Iran in der Region noch über ein anderes Standing. Proxys wie die Hisbollah im Libanon sind infolge israelischer Angriffe kaum noch handlungsfähig, und auch die Huthis im Jemen agieren heute deutlich unabhängiger von Teheran als noch 2022. Mit Assad ist zudem ein enger Verbündeter in der Region weggefallen, und die US-amerikanischen Angriffe auf das iranische Nuklearprogramm haben die Resilienz des Regimes weiter geschwächt. Vor allem aber wächst der Druck aus Washington . Am Sonntag erklärte US-Präsident Donald Trump vor Reportern an Bord der Air Force One über den Iran: "Wenn sie Menschen töten, wie sie es in der Vergangenheit getan haben, werden sie von den Vereinigten Staaten hart getroffen." Im unmittelbaren Nachgang der US-Militäraktion, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro festgenommen und außer Landes gebracht worden war, hallen Trumps Drohungen verstärkt nach. Am Sonntag veröffentlichte der persischsprachige Account des US-Außenministeriums ein Bild von Präsident Trump mit der Botschaft: "Präsident Trump ist ein Mann der Tat. Falls Sie es noch nicht wussten, wissen Sie es jetzt." Bereits am Sonntagvormittag war derselbe Beitrag auf dem allgemeinen Account des US-Außenministeriums erschienen. Er zeigte Trump neben US-Außenminister Marco Rubio und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. "Wahllose Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung" Derweil berichten Menschenrechtsorganisationen über ein gewaltsames Vorgehen der iranischen Sicherheitsbehörden gegen Demonstranten. Laut Berichten wurden bislang mindestens 20 Menschen getötet und rund 1.000 festgenommen. Skylar Thompson, stellvertretende Direktorin der iranischen Menschenrechtsorganisation HRAI, sagte dem "Guardian", das "wahllose Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung müsse als Verstoß gegen das Völkerrecht gewertet werden". Besonders hob sie hervor, dass sich unter den Opfern auch Kinder befänden.

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