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CSU-Abschiebepläne: Ökonomen warnen vor Rückführungen nach Syrien

Bundesinnenminister Dobrindt spricht sich für eine Rückkehr syrischer Geflüchteter aus. Wirtschaftsexperten blicken bang auf die Auswirkungen auf die Unternehmen. Führende Wirtschaftsforscher haben vor den ökonomischen Auswirkungen der von der CSU im Bundestag geforderten Verschärfung der Migrationspolitik gewarnt. "Insgesamt hängt das Beschäftigungswachstum in Deutschland komplett an Menschen mit Migrationshintergrund, während die heimische Erwerbsbevölkerung wegen der Demografie schon schrumpft", sagte Jens Südekum, Wirtschaftsberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), dem "Handelsblatt". "In so einer Lage macht es ökonomisch keinen Sinn, über Rückführungen im großen Stil nachzudenken." Studie: Hier arbeiten Geflüchtete aus Syrien Debatte: Wadephul erntet Kritik nach Syrien-Zitat 80.000 Syrer arbeiten in Engpassberufen Laut einem Positionspapier für die am Dienstag beginnende Klausur der CSU-Landesgruppe in Seeon sollten die meisten syrischen Flüchtlinge zurück in ihre Heimat geschickt werden. Marcel Fratzscher , Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), nannte die CSU-Pläne einen "schweren Fehler mit enormen wirtschaftlichen Kosten für Deutschland". Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) arbeiten rund 80.000 Menschen aus Syrien hierzulande in Engpassberufen. "Die meisten waren als Fachkraft beschäftigt, also in Tätigkeiten, die in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung erfordern. Damit tragen syrische Beschäftigte in nennenswertem Umfang dazu bei, den Fachkräftemangel in Deutschland abzufedern", heißt es in der Studie. Abschiebeoffensive könnte Hunderttausende Jobs vernichten Die große Mehrheit der seit 2015 nach Deutschland Geflüchteten sei mittlerweile ein fester Bestandteil des Arbeitsmarkts und der Gesellschaft in Deutschland, sagte Fratzscher. "Eine Abschiebeoffensive könnte die deutsche Volkswirtschaft erneut in die Rezession treiben, da kurzfristig mehrere Hunderttausend Jobs verloren gehen würden." Südekum hält einzelne CSU-Forderungen zwar für nachvollziehbar, etwa wenn es um die beschleunigte Abschiebung integrationsunwilliger oder straffällig gewordener Zuwanderer geht. "Doch sie darf mit ihren Vorstellungen nicht übers Ziel hinausschießen", sagte er. Deutschland sei "essenziell" auf Zuwanderung angewiesen. "Der Arbeitsmarkt funktioniert in vielen Bereichen nicht mehr ohne, und das betrifft eben auch die Menschen aus Syrien ." Fratzscher wies darauf hin, dass viele Geflüchtete heute in "systemrelevanten Berufen" arbeiteten. Als Beispiele nannte er den Gesundheitsbereich und die Pflegebranche. Dobrindt hatte sich für eine Rückkehr syrischer Geflüchteter ausgesprochen und damit eine Debatte in der Union ausgelöst. Außenminister Johann Wadhephul (CDU) sprach sich gegen eine Abschiebung von Syrern in ihrer Heimatland ab. Bei einer Reise in das Land erklärte Wadephul kürzlich: "Syrien sieht schlimmer aus als Deutschland 1945."

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