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FC Bayern: Vorstandsboss Dreesen wünscht sich Rückkehr von Thomas Müller

Bayerns Vorstandsboss legt nach und erhöht den Druck im Vertragspoker mit Dayot Upamecano. Im Exklusivinterview mit t-online gibt er weitere spannende Einblicke. Am Sonntag war es wieder einmal so weit: Die Spieler und Verantwortlichen des FC Bayern schwärmten zu den alljährlichen Fanclubbesuchen aus. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen wurde dabei im niederbayerischen Neufahrn von "De roud-weissen Neifinger" empfangen. Neben seinem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde standen für den Bayern-Boss ein paar launige Spiele auf dem Programm. Doch nur zur Gaudi war Dreesen freilich nicht gekommen. Knapp eine Stunde lang beantwortete er auch die Fragen, die den Fans auf ihren Herzen lagen – sowohl die launigen als auch die teilweise sehr kritischen. Abschied aus München? Bayern-Boss Eberl rät Spieler zu Wechsel Bayern-Boss droht Fans: "Überlegen, die Südkurve komplett zu sperren" Wirbel um Karl: "Er hat sich am nächsten Tag entschuldigt" Wie t-online berichtete, ließ er es sogar offen, den kompletten Unterrang der Südkurve ( mehr dazu lesen Sie hier ) für das nächste Champions-League-Heimspiel zu sperren. Und Bayern-Star Dayot Upamecano setzte er im ewigen Vertragspoker mit dem Klub nun ein Ultimatum ( mehr dazu lesen Sie hier ). Unter anderem darüber sprach Dreesen anschließend mit t-online und gab im großen Exklusivinterview spannende Einblicke zu den Entwicklungen beim FC Bayern. t-online: Herr Dreesen, welche Bedeutung haben Termine wie Ihr Besuch des Fanklubs in Neufahrn für Sie und den FC Bayern? Jan-Christian Dreesen: Wir machen diese Fanklubbesuche ja mittlerweile schon seit 40 Jahren. Egal, wie groß wir als Fußballklub sind – der Austausch mit den Fans ist für uns wichtig und macht mir auch große Freude. Wenn wir nicht mehr wissen, wie unsere Basis funktioniert, wo wir herkommen, dann machen wir etwas falsch. Deswegen sind wir gut beraten, diese Tradition fortzuführen. Die starke Hinrunde, die der FC Bayern gespielt hat, hat auch bei den Fans große Hoffnungen geweckt. Mit welchen Erwartungen gehen Sie jetzt in das neue Jahr und die Rückrunde? Erst mal freue ich mich jetzt auf das Heimspiel gegen Wolfsburg am Sonntag. Und wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann würde ich mir die Performance, die Power, die Kreativität und diesen begeisternden Offensivfußball, den wir bisher gespielt haben, auch für die gesamte zweite Hälfte der Saison wünschen. Dass die Mannschaft weiterhin diese Freude hat an dem Gemeinsamen, diesem Teamspirit. Und möglichst wenig Verletzte zu beklagen hat. Dann schauen wir mal, was dabei rauskommt. Auch Jamal Musiala wird nach seinem überstandenen Wadenbeinbruch nun wieder zur Mannschaft stoßen . Welche Hoffnungen verbinden Sie beim FC Bayern damit? Jamal ist ein außergewöhnlicher Fußballer mit extrem viel Kreativität. Das wird unser Spiel noch mal aufwerten und ihm guttun, obwohl wir auch in der Hinrunde schon hervorragend Fußball gespielt haben. Bayern-Star kehrt zurück: Er wird alles verändern Ein wichtiger Faktor dabei war der 17 Jahre alte Lennart Karl. Haben Sie ein wenig Sorge, dass er da vielleicht nicht mehr so zum Zug kommen könnte, wenn Musiala seinen Platz im offensiven Mittelfeld jetzt wieder beansprucht? Genau das ist das entscheidende Wort: Beanspruchen. Niemand kann einen Platz beim FC Bayern "beanspruchen". Es ist die Aufgabe des Trainers, das beste Team zusammenzustellen, und ich bin sicher, Lennart wird seine Einsatzzeiten weiter bekommen. Wer weiß, ob nicht womöglich auch mal beide gleichzeitig auf dem Platz stehen … Wirbel um Karl: "Er hat sich am nächsten Tag entschuldigt" Im Sommer verfolgte der FC Bayern eigentlich noch andere Pläne mit dem letztlich geplatzten Transfer von Nick Woltemade . Stattdessen schoss sich Karl mit seinen Toren nun in die Stammelf und wurde die große Überraschung des vergangenen Jahres beim FC Bayern. Über Lennarts Entwicklung habe ich mich total gefreut. Er ist wirklich die Überraschung der Hinrunde. Ich kann mich noch gut an die vielen kritischen Stimmen erinnern, die im Sommer über unseren angeblich zu dünnen Kader lamentiert haben. Aber Qualität schlägt nun mal Quantität. Lennart Karl hat gezeigt, wie gut es auch sein kann, einen strafferen Kader zu haben, weil dann Talente überhaupt erst zum Zug kommen und ihre Minuten bekommen. Das müssen die Spieler dann natürlich auch rechtfertigen, und das hat Lennart in einer beeindruckenden Art und Weise getan und die letzten Spiele dann auch immer gespielt. Ich bin sicher, Vincent hat noch viel vor mit ihm. Mit einer Spieler-Vertragsverlängerung konnten Sie die Fans noch nicht überraschen. Wie lange müssen die sich dafür noch gedulden? Was Sie nun zum Fall Upamecano sagten, klang ja schon nach letztem Angebot und Ultimatum . Die Positionen sind ja ausgetauscht, und ich denke, dass es nicht besser wird, wenn es sich jetzt noch weiter zieht. Wir wollen nun zu einer Entscheidung kommen, und das weiß Dayot Upamecano auch. Inwieweit macht es die Dinge komplizierter, dass die sechs Spieler, deren Verträge im Sommer auslaufen, seit dem 1. Januar jetzt auch mit anderen Klubs verhandeln können? Ich glaube, in diesem Fall überhaupt nicht. Weil wir schon frühzeitig begonnen haben, mit Upa und mit seinen Beratern zu sprechen. Jeder weiß, woran er ist. Er weiß, dass wir total von ihm überzeugt sind, der Trainer mit ihm plant. Von daher sind die Fakten auf dem Tisch. Jetzt liegt es an Upa. Nach Ultimatum von Bayern-Boss: Upamecano äußert sich Einer der betroffenen Spieler ist auch Leon Goretzka . Können Sie es ausschließen, dass er den Verein möglicherweise sogar schon im Winter verlassen könnte? Bleibt er also definitiv bis zum Sommer? Wir planen auch die Rückrunde mit Leon. Harry Kane hat bei seinem Fanklubbesuch am Sonntag erneut betont, dass es zu "100 Prozent möglich" sei, dass er noch länger als 2027 bei Bayern bleiben könnte und es momentan keinen Ort gebe, wo er lieber wäre. Wie nehmen Sie diese positiven Signale wahr, die er damit an den Klub sendet? Und wie planen Sie, da weiter vorzugehen? Wenn er das so gesagt hat, dann freue ich mich darüber. Er ist mit seinen Toren, seiner Spielweise und seiner Führungsstärke sehr wichtig für unsere Mannschaft. Und ich kann mich noch gut an den Sommer 2023 erinnern, wie intensiv wir – und auch ich persönlich – da gefightet haben, damit Harry nach München kommt. Und ich habe gerade in den letzten Monaten gespürt, wie sehr er und auch seine Familie sich hier wohlfühlen. Wir werden sicherlich zur geeigneten und richtigen Zeit miteinander sprechen. Wir haben großes Vertrauen in den Prozess und in Harry. Mit Rouven Kasper als neuem Vorstand Marketing und Vertrieb gibt es zum Start des neuen Jahres einen Neuzugang auf der Führungsebene. Welche Erwartungen haben Sie an seine Rückkehr? Ich glaube, dass Rouven uns wirklich guttut. Es ist toll, dass wir jetzt gemeinsam mit Max Eberl (Sportvorstand; Anm. d. Red.) ein Dreierteam sind, in dem wir uns die Aufgaben aufteilen können. Gerade der Bereich Sponsoring und Merchandising ist essenziell wichtig für uns, weil wir an anderen Stellen nicht so gut ausgestattet sind wie zum Beispiel die Klubs aus der Premier League mit den Medien-Einnahmen. Von daher ist das eine extrem wichtige Aufgabe. Und bin sicher, dass wir als Team gut funktionieren werden. Mit Kasper wurde der eigentlich vakante Posten des Finanzvorstands nicht direkt nachbesetzt. Bedeutet das also, dass Sie diese Aufgabe in Zukunft weiter übernehmen werden? In der Übergangsphase (nach dem Ausscheiden von Finanzvorstand Michael Diederich im Sommer; Anm. d. Red.) hatte ich auch die Marketing- und Vertriebsaufgaben mit übernommen, genauso wie den Bereich Finanzen. Künftig werde ich neben meiner Verantwortung als Vorstandsvorsitzender auch das Ressort Finanzen wieder führen. Mit Kasper ist der Vorstand um Sie und Sportvorstand Max Eberl nun wieder komplett. Sie haben Ihren Vertrag als Vorstandsboss im vergangenen Jahr verlängert. Herbert Hainer wurde erneut zum Präsidenten gewählt. Auch Cheftrainer Vincent Kompany hat seinen Vertrag beim FC Bayern langfristig verlängert. Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass der FC Bayern nach den turbulenten vergangenen Jahren mit vielen Personalwechseln jetzt auch auf der Führungsebene wieder zu Konstanz und Kontinuität zurückfindet? Ich denke, dass wir das schon im letzten halben Jahr gezeigt haben. Es ist beim FC Bayern deutlich ruhiger geworden – im positiven Sinne. Wir haben kontinuierlich an unseren Aufgaben gearbeitet, ohne groß darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass nicht nur die Ruhe wieder eingekehrt ist, sondern dass wir auch nachhaltig an unseren Herausforderungen arbeiten. Und genau darum geht es ja am Ende des Tages. Beim letzten Heimspiel vor Weihnachten war Thomas Müller im Stadion zu Besuch. Und saß mit Ihnen und den anderen Führungskräften in der Vorstandsreihe. Wie hat Ihnen dieses Bild gefallen? Und ist es auch Ihr Wunsch, dass das in Zukunft vielleicht mehr als nur eine Momentaufnahme werden könnte? Dieses Bild, das Sie ansprechen, ist mir in seiner Symbolik erst später bewusst geworden, als ich die Aufnahmen aus dem Stadion gesehen habe. Ich schätze Thomas sehr. Er hatte mich angerufen, bevor er ins Stadion kam. Und da habe ich ihn spontan auf die Ehrentribüne eingeladen. Ich habe mich total gefreut, dass er da war. Und ich würde mir für die Zukunft sehr wünschen, dass er irgendwann eine Rolle bei uns einnimmt – eine wichtige Rolle. Er will momentan noch spielen, das hat er ja schon mehrfach gesagt. Und das ist auch gut so, denn wenn man mit ihm spricht, dann spürt man noch dieses Feuer, auf dem Platz zu stehen. Er hat noch so viel Zeit vor sich und er wird immer einen Platz bei uns beim FC Bayern haben. Wie sind Sie da jetzt mit ihm verblieben? Haben Sie sich darauf verständigt, zu gegebener Zeit dann konkreter darüber zu sprechen? Thomas hat jetzt erst mal eine neue Saison vor sich in Vancouver und nach dem verlorenen Finale mit den Whitecaps gegen Inter Miami auch noch mal eine große Herausforderung. Er weiß um die Bedeutung, die er für den FC Bayern hat, und er weiß auch, dass unsere Türen für ihn immer offen sind. Er nimmt sich die Zeit jetzt für sich und das ist auch total in Ordnung so. Wenn wir über die aktuelle und zukünftige Führung des FC Bayern reden, müssen wir auch über Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sprechen, die mittlerweile im Aufsichtsrat sitzen. Wie wichtig sind die beiden nach wie vor auch als direkte Ansprechpartner für Sie und die gesamte Klubführung? In dem Namen Aufsichtsrat ist das Wort "Rat" ja schon drin. Sowohl Uli als auch Karl-Heinz stehen uns, dem Vorstand, und mir auch persönlich mit Rat zur Seite – aus ganz unterschiedlichen Konstellationen. Aus welchen genau? Karl-Heinz hat die Rolle, die ich heute wahrnehme, über viele, viele Jahre selbst geprägt. Er kennt sich allein deswegen extrem gut aus, außerdem verfügt er über ein ganz großes internationales Netzwerk. Und Uli steht wie kein anderer für den FC Bayern als Macher und Antreiber. Ich würde fast sagen, der FC Bayern ohne Uli, ohne die beiden, das ist sehr schwer vorstellbar. Von daher ist jeder Rat willkommen. Haben Sie manchmal den Gedanken, dass das Finale dahoam in der Champions League in München im vergangenen Jahr vielleicht einfach nur ein Jahr zu früh kam? Natürlich hätte ich mir unglaublich gewünscht, dass wir es in dieses Endspiel schaffen. Vielleicht war es zu früh. Aber wir werden irgendwann wieder ein Finale dahoam haben, und dann werden wir einen neuen Anlauf nehmen. Es ist zu vernehmen, dass das vielleicht gar nicht so weit in der Zukunft liegen muss und es schon 2028 wieder die Möglichkeit für ein Champions-League-Finale in München geben könnte. Wie konkret sind Ihre Gedankenspiele und Ihre Bemühungen darum bereits? Die Stadt München muss bis Juni 2026 eine offizielle Bewerbung bei der Uefa einreichen. Aktuell sind wir der einzige Bewerber. Im September 2026 folgt dann die Entscheidung vom Uefa-Exekutivkomitee, wo das Finale stattfinden wird. Wir bemühen uns natürlich darum, das ist klar. Wir haben mit der Allianz Arena die perfekte Infrastruktur für so ein großes Finale, das weiß auch die Uefa.

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