Domo Chemicals insolvent: Chemiewerke stellen Produktion ein
Es hatte sich bereits abgezeichnet. Nach der Insolvenz dreier Tochtergesellschaften des Chemiekonzerns Domo steht die Produktion in Deutschland still. Domo Chemicals hat nach der Insolvenz seiner deutschen Tochtergesellschaften die Produktion in Leuna in Sachsen-Anhalt und im brandenburgischen Premnitz eingestellt. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung Flöther & Wissing sind die Werke sofort in einen Notbetrieb überführt worden, berichtet das "Manager Magazin". Hintergrund ist, dass die Verhandlungen über ein kurzfristiges Massedarlehen gescheitert sind. Insolvenzverwalter Lucas Flöther sagte, die Aussicht auf "eine dringend benötigte Zwischenfinanzierung hat sich heute zerschlagen". Mehr als 500 Beschäftigte sowie zuständige Behörden seien informiert worden. Bereits im Vorfeld war unklar, wie es mit dem Standort weitergeht. 585 Beschäftigte betroffen: Deutsche Tochterfirmen von großem Chemieunternehmen sind insolvent 3.000 Mitarbeiter: Supermarktkette Feneberg rutscht in die Insolvenz Leuna ist einer der größten Chemiestandorte Mitteldeutschlands. Dort arbeiten bei Domo rund 35 Menschen in der Domo Chemicals GmbH und etwa 480 bei der Domo Caproleuna GmbH. In Premnitz, westlich von Berlin gelegen, sind rund 70 Beschäftigte tätig. Andere Unternehmen der Domo-Gruppe mit Sitz in Gent sind nicht betroffen. Welche Folgen der Stillstand für die regionale Industrie haben könnte, bleibt unklar. Es sei nicht völlig ausgeschlossen, dass der Betrieb irgendwann wieder hochgefahren werden kann, sagte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung .Laut Flöther sollen die Anlagen kontrolliert heruntergefahren werden. Ob sie später ohne Schäden wieder in Betrieb gehen könnten, "ist die große Frage". Für den Chemiestandort und die Gläubiger wäre ein dauerhafter Ausfall "eine Katastrophe".