Aldi hat große Pläne in den USA: Discounter bei Amerikanern immer beliebter
Der deutsche Discounter Aldi setzt auf sein wachsendes Geschäft in den USA – und plant dort mehr als 180 neue Filialen. 1976 hat Aldi seinen ersten US-Supermarkt im Bundesstaat Iowa eröffnet. Heute ist der Discounter mit dem US-Hauptsitz in Illinois in rund 40 von insgesamt 50 amerikanischen Bundesstaaten vertreten. Der Einzelhandelsriese scheint bei Kunden in den Vereinigten Staaten immer beliebter zu werden. Auch angesichts der anhaltenden Inflation und der schwankenden Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump suchen kostenbewusste Amerikaner nach günstigen Alternativen beim Einkaufen. Das Unternehmen plant daher auch in diesem Jahr in den USA kräftig zu expandieren. Aldi will mehr als 180 neue Filialen in den Vereinigten Staaten eröffnen. Diese seien Teil eines neun Milliarden Dollar schweren Fünfjahresplans, wie es in einer Stellungnahme am Montag hieß, aus der Reuters zitierte. Bis Ende 2026 will das Unternehmen demnach die Zahl seiner Filialen von mehr als 2.500 auf fast 2.800 erhöhen – und damit seinem Ziel von 3.200 Standorten bis 2028 näherkommen. Um das Wachstum zu unterstützen, will Aldi zudem neue Vertriebszentren in den Bundesstaaten Florida , Arizona und Colorado eröffnen. Anfang 2026 soll eine neu gestaltete Webseite mit erweiterten Lieferoptionen über Dienste wie Instacart, DoorDash und Uber Eats online gehen. Aldi überholt Lidl: Expansion in den USA bringt rasantes Wachstum Dosenbach, Hofer oder Hungy Jack's: Warum Marken im Ausland anders heißen Aldi will zahlungskräftige Kunden anlocken "Jeder dritte US-Haushalt hat im vergangenen Jahr bei Aldi eingekauft", sagte die US-Chefin Atty McGrath laut Reuters. "2026 konzentrieren wir uns darauf, es den Kunden noch einfacher zu machen, zuerst bei uns einzukaufen." Ein wichtiger Faktor für den Erfolg sind die niedrigeren Preise, die Aldi durch schlanke Strukturen anbieten kann. Besonders gefragt bei US-Kunden sind demnach erschwingliche Produkte und Eigenmarken. Das Prinzip niedrige Preise bei hoher Qualität soll auch wohlhabendere Kunden anlocken, wie die US-Nachrichtenagentur Bloomberg in einem aktuellen Bericht schreibt. So solle später in diesem Jahr ein besonderer Standort eröffnen – eine 2.300-Quadratmeter-Filiale im Erdgeschoss des Hochhaus-Wohngebäudes Ellery nahe dem Times Square in New York . Ein Studio-Apartment in dem Luxusgebäude kostet etwa 4.700 US-Dollar Miete pro Monat (rund 4.000 Euro). Dennoch freuten sich auch die Mieter hier auf unschlagbare Schnäppchen, sagte Gus Tsolis, der Chef-Concierge, zu Bloomberg. Aldi Süd in Übersee erfolgreich Die Expansion von Aldi Süd in den USA wird durch die Aufteilung der Auslandsmärkte mit Aldi Nord begünstigt. Während Aldi Nord sich auf europäische Länder konzentriert, hat sich Aldi Süd neben attraktiven europäischen Standorten auch lukrative Überseemärkte wie Australien , China und die USA gesichert. Aldi erzielte einer Analyse des US-Investmentberaters Scott Moses zufolge rund 29 Milliarden Dollar Umsatz im Jahr 2024, wie Bloomberg berichtet. Mehr noch als die beliebte US-Kette Trader Joe's (20 Millionen US-Dollar Umsatz). Trader Joe's war von dem Eigentümer von Aldi Nord schon Anfang der 80er-Jahren übernommen worden. Laut des Immobiliendienstleisters JLL war Aldi schon Anfang vergangenen Jahres der am schnellsten wachsende Lebensmittelhändler in den USA. Der Konzern lag im Februar 2025 mit der Gesamtanzahl an Lebensmittelgeschäften auf Platz drei hinter Walmart und The Kroger : und hängte seinen deutschen Konkurrenten Lidl auf dem US-Markt deutlich ab. Auch andere europäische Einzelhändler treiben ihre Expansion auf dem US-Markt voran. Noch bevor Aldi es tat, hatten die britische Sportartikelkette JD Sports und der Modehändler Primark ähnliche Schritte angekündigt.