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Real Madrid: Alonso war nicht das Problem – sondern Mbappé und Co.

Real Madrid trennt sich erst von Xabi Alonso und fliegt dann gegen Zweitligist Albacete aus dem Pokal. Das beweist, was vorher schon klar war: Das Problem war nicht der Trainer. Geld schießt keine Tore. Das ist eine oft zitierte Phrase im Fußballgeschäft, die so nicht stimmt. Natürlich macht es auf Einzelpositionen einen Unterschied, ob der FC Bayern im Sturm auf 100-Millionen-Mann Harry Kane oder nur auf einen x-beliebigen zweitklassigen Stürmer für einen Bruchteil der Summe setzen kann. Doch das große Aber: Mit dem Geld dürfen nicht die besten Einzelspieler gekauft werden. Vielmehr geht es darum, das optimale Team zusammenzustellen. Dass das bei Real Madrid nicht geklappt hat, zeigen die Ereignisse der vergangenen Tage. Xabi Alonso weg, dafür Álvaro Arbeloa da und mit ihm die Hoffnung auf eine Wiederholung der Geschichte von vor zehn Jahren. Seinerzeit wurde Zinédine Zidane ebenfalls von der zweiten Mannschaft befördert und gewann dreimal die Champions League hintereinander. Nach Bayern-Sieg in Köln: Manuel Neuer widerspricht Kritik: "Versuche mein Bestes" Zukunft geklärt: Neue TV-Aufgabe für Laura Wontorra Die Krux: Dieses Mal funktioniert es nicht, weil nicht der Trainer das Problem ist, sondern der Kader. Genau aus diesem Grund entbehrt die Blamage bei Arbeloas Debüt-Pleite im Pokal gegen Zweitligist Albacete (2:3) auch nicht einer gewissen Komik. Klar, Top-Stars wie Kylian Mbappé oder Jude Bellingham wurden geschont und standen gar nicht erst im Kader. Trotzdem war die königliche Startelf ein Vielfaches mehr wert als die des Zweitligisten. Real-Spieler sind viel zu mächtig geworden Warum also blühte Vinícius Júnior jetzt nicht auf, wo doch der so gehasste Trainer nicht mehr da ist? Denn es ist kein Geheimnis, dass Alonso sich mit der Kabine rund um die Superstars wie den Brasilianer, Kylian Mbappé und Jude Bellingham überwarf, auch wenn die Spieler schnell das Gegenteil behaupteten. Intern soll Vinícius Júnior beispielsweise gefordert haben: "Entweder Xabi Alonso oder ich" – eine höchst fragwürdige Machtfrage. Genau da liegt das Problem: Die Spieler sind zu mächtig, können sich bei Präsident Florentino Pérez jederzeit beschweren und sich gegen den Trainer auflehnen, weil viele der Profis ein Ansehen als Weltstars haben und für die Vermarktungsstrategie wichtig sind. Und Pérez mischt fleißig mit. Es wirkt so, als würde er sich im Rampenlicht der Superstars aalen. Dabei müsste er eigentlich gelernt haben, dass ein Team voller Topstars nicht automatisch die großen Titel abgreifen kann. Für ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit sollte er nach Paris blicken. Erst nachdem Lionel Messi , Neymar und Sergio Ramos weg waren, entwickelte sich eine richtige Mannschaft, die die Champions League gewann. Pérez setzte Anfang der 2000er auf die Galaktischen – erfolglos Auch die eigene Geschichte könnte für Pérez ein warnendes Beispiel sein. In seiner ersten Zeit als Real-Präsident (2000 bis 2006) machte er es sich zur Aufgabe, "Los Galácticos", "Die Galaktischen", zusammenzukaufen. Der Name zählte mehr als der Wert für das Team. So tummelten sich Weltklassespieler wie Zidane, David Beckham , Luís Figo, Ronaldo, Michael Owen und Robinho im Kader der Madrilenen. Die Bilanz, gemessen an den Ausgaben, war überschaubar: zwei Meisterschaften, ein Champions-League-Sieg, kein einziger Triumph im Pokal. Die Erwartungen der Vereinsführung liegen nun auf Arbeloa. Das überrascht nicht, gilt der ehemalige Verteidiger doch als Pérez-Liebling. Bereits im Dezember wurde er vom Radiosender Cadena SER ins Spiel gebracht und als "Liebling des Präsidenten" bezeichnet. Auch bei den Spielern versuchte Arbeloa in den ersten Tagen zu punkten und gab bei seiner Präsentation zu verstehen: "Die Spieler sind bei Real die Hauptdarsteller, ich will, dass sie sich verwirklichen können und Spaß haben, darum geht es." Das Spiel gegen Albacete hat jedoch gezeigt, dass die Hauptdarsteller die Anweisungen ihres Regisseurs offenbar noch nicht verstanden haben. Ob Real mit dieser Mannschaft und dieser Haltung eine Erfolgsgeschichte schreiben kann, darf bezweifelt werden.

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