"Let's Dance"-Star Jorge González appelliert an Eltern
Der "Let's Dance"-Juror erzählt von einem traurigen Kapitel in seinem Leben und teilt einen wichtigen Appell. Jorge González ruft Eltern zu mehr Toleranz auf. Seit 2013 sorgt Jorge González als Juror bei "Let's Dance" mit seinen extravaganten Outfits und lustigen Sprüchen stets für gute Laune. Doch der TV-Star hat dunkle Zeiten hinter sich. In einem Interview sprach er jetzt über seine Vergangenheit und die Herausforderungen, denen er sich schon als Kind stellen musste. Der heute 58-Jährige, der in Kuba geboren wurde, wusste schon früh, dass er homosexuell ist. Sich zu outen, fiel ihm hingegen lange schwer. "Wenn nicht nur der Staat, sondern auch deine Familie sagt: 'Das ist falsch', dann kommt so eine Dunkelheit in deine Welt", sagte González der Deutschen Presse-Agentur in London . Rassismus im Zug: Jorge González beleidigt – Mitreisende greifen ein Er habe sich damals nicht frei in seinen eigenen Entscheidungen gefühlt. Sein Umfeld in Kuba habe seine Sexualität nicht akzeptieren wollen. "Da war einerseits eine gewisse Angst, eine Traurigkeit in mir, aber andererseits auch Courage und ein Wille. Ich habe mir gesagt: 'Du musst es schaffen'." "Das wollte ich nicht für mich" Selbst sein eigener Vater habe anfangs ein Problem damit gehabt, sagte González, der Kuba als 17-Jähriger verließ und nach Europa ging. "Mein Vater hat mich neun Jahre nicht gesehen und zwei Jahre lang dachte er sogar, ich bin tot." Mit der Zeit habe der Senior jedoch reflektiert und ihn schließlich akzeptiert. "Für ihn war wichtig, dass ich am Leben bin. Und da habe ich seine Liebe gespürt." Bis zu seinem Tod im September 2021 pflegten die beiden ein inniges Verhältnis. Heute wirbt Jorge González dafür, dass Eltern ihre Kinder unabhängig von deren sexueller Orientierung respektieren. "Es ist nicht zu spät, dein Kind so zu akzeptieren, wie es ist", so der "Let’s Dance"-Juror. "Zeig ihm, dass du es liebst. Du musst nicht zu 100 Prozent mögen, wie es lebt, aber du akzeptierst es, du respektierst es. Das reicht für den Anfang." Dass er seinen eigenen Weg gegangen ist und dafür gekämpft hat, er selbst zu sein, sei für sein Leben das Beste gewesen. "Denn ich sehe viele Leute, die sich noch verstecken, deren Leben nicht wirklich frei ist", sagte González. "Die Leute werden depressiv, sie werden aggressiv. Die Leute werden unglücklich und gehen daran zugrunde. Und das wollte ich nicht für mich." Der 58-Jährige ist Botschafter für das mit mehreren Tony Awards ausgezeichnete Musical "Kinky Boots", das vom 20. Januar bis 1. Februar in Oberhausen aufgeführt wird. Darin rettet ein junger Schuhfabrikant gemeinsam mit einer Dragqueen ein altes Familienunternehmen , indem sie Stiefel für Drag-Performer produzieren. Es geht darum, Vorurteile abzulegen und Vielfalt zu akzeptieren. "Kinky Boots" erzählt von Mut, Selbstakzeptanz und davon, den eigenen Weg zu gehen, auch wenn andere ihn zunächst ablehnen.