Champions League: BVB nach frühem Platzverweis ohne Chance gegen Tottenham
Der BVB hatte sich in London viel vorgenommen. Schon nach 27. Minuten waren alle Pläne hinfällig. Dortmund fährt mit leeren Händen nach Hause. Borussia Dortmund hat einen großen Schritt in Richtung Champions-League-Achtelfinale verpasst. Die "Schwarz-Gelben" verschliefen gegen Tottenham Hotspur die erste Halbzeit komplett und spielten über 60 Minuten in Unterzahl, am Ende stand ein 0:2 (0:2). Christian Romero brachte Tottenham nach 14. Minuten in Führung. Der BVB wirkte verunsichert und fand überhaupt nicht in die Partie. Zu allem Überfluss sah Daniel Svensson nach Eingriff des Videoschiedsrichters die Rote Karte wegen groben Foulspiels (27. Minute). Dominic Solanke brachte Tottenham kurz vor der Pause mit 2:0 in Führung (37.). Der BVB hatte in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss. "Die erste Halbzeit war ein Totalausfall", bewertete Prime-Video-Experte Mats Hummels . "Es war eines Champions-League-Spiels nicht würdig." Nico Schlotterbeck hatte dafür keine Erklärung parat. Die erste Halbzeit sei "sehr bitter" und die Niederlage verdient gewesen. Bei noch einem ausstehenden Spiel und elf Punkten hat der BVB kaum noch Chancen, sich direkt für das Achtelfinale zu qualifizieren. In der vergangenen Saison, als erstmals im neuen Ligasystem gespielt wurde, brauchte man 16 Punkte. Am letzten Spieltag empfangen die "Schwarz-Gelben" kommende Woche Inter Mailand . So lief das Spiel Gegen die angeschlagenen "Spurs", die zuletzt vom eigenen Publikum ausgepfiffen wurden und große Verletzungssorgen haben, wollte der BVB eigentlich früh Druck machen. Das klappte nicht. Nach einer Tottenham-Ecke bekamen die Westfalen den Ball nicht geklärt. Wilson Odobert passte den Ball scharf in die Mitte und Romero traf zum 1:0. Die Führung gab den Gastgebern, bei denen Trainer Thomas Frank mächtig in der Kritik steht, Aufwind. Dass die Londoner fünf Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen haben und in der englischen Premier League nur auf Platz 14 stehen, merkte man ihnen nicht an. Tottenham drückte, der BVB hatte große Probleme. Und die wurden noch größer. Svensson traf ganz leicht den Ball, aber auch Odobert mit gestrecktem Bein und offener Sohle. Der schwedische Schiedsrichter Glenn Nyberg gab zunächst Gelb. Nach Ansicht der Videobilder revidierte er seine Entscheidung und schickte seinen Landsmann vom Platz. In Unterzahl mühte sich der BVB um Stabilität, doch Tottenham ließ das nicht zu. Erneut bereitete der auffällige Odobert über rechts vor. Der 21-Jährige tunnelte Borussen-Innenverteidiger Waldemar Anton und in der Mitte traf Solanke zum 2:0. Offensiv fand die Borussia quasi gar nicht statt. Guirassy trabte von links nach rechts, versuchte, Räume zuzulaufen. In gefährliche Positionen kamen er und seine Angriffskollegen nicht. Zur Halbzeit stand es nach Torschüssen 11:0 für Tottenham. Für den zweiten Durchgang nahm BVB-Trainer Niko Kovač in Guirassy und Julian Brandt zwei Offensivspieler runter und brachte mit Emre Can und Julian Ryerson Defensivmänner. Die Dortmunder kamen nun besser in die Zweikämpfe und hielten die "Spurs" erfolgreicher vom eigenen Tor fern. Der BVB zeigte sich zudem häufiger in der Nähe des gegnerischen Strafraums. Wirklich gefährlich wurde der Revierklub aber kaum. Ein Ryerson-Freistoß flog rund einen Meter am Tottenham-Tor vorbei. Der ebenfalls später eingewechselte Fábio Silva traf den Ball in guter Position nicht richtig. Nico Schlotterbeck scheiterte per Kopf an "Spurs"-Keeper Guglielmo Vicario. Auf der Gegenseite verhinderte Kobel gleich bei mehreren Tottenham-Chancen den dritten Gegentreffer.