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Trump-Aussagen über Nato-Truppen empören Polen und Großbritannien

Trumps Aussagen zu Nato-Verlusten in Afghanistan entfachen Entrüstung. Minister Polens und Großbritanniens kritisieren ihn scharf für die Herabwürdigung der Opfer. US-Präsident Donald Trump hat mit umstrittenen Äußerungen zu Nato-Truppen in Afghanistan für Aufruhr in Großbritannien und Polen gesorgt. In einem Interview mit dem konservativen Sender Fox News behauptete Trump erneut, dass die USA das Verteidigungsbündnis nie gebraucht hätten. Mehrere andere Nato-Staaten hätten zwar nach dem 11. September 2001 Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "ein wenig" zurück geblieben, "etwas abseits der Frontlinien". Trumps Äußerungen seien "so beleidigend, so schwer zu ertragen", sagte etwa die Mutter eines britischen Veteranen der Nachrichtenagentur PA zufolge. Der US-Präsident habe die Rolle der Nato-Truppen "zu Unrecht" heruntergespielt, erklärte auch ein Sprecher des Premierministers Keir Starmer . 457 Briten hätten bei den Einsätzen ihr Leben verloren. "Ihr Opfer und das anderer Nato-Streitkräfte wurde im Dienst der kollektiven Sicherheit und als Reaktion auf einen Angriff auf unseren Verbündeten gebracht." Machtprobe Grönland : Wer Trump wirklich stoppte Sorge wegen Trump: Wie sicher ist Deutschlands Gold in den USA? Auch der britische Verteidigungsminister John Healey erinnerte den Angaben nach an den Einsatz britischer Truppen. "Großbritannien und seine Nato-Verbündeten folgten dem Aufruf der USA. Mehr als 450 britische Soldaten verloren in Afghanistan ihr Leben", schrieb Healey auf der Plattform X. "Diese britischen Truppen sollten als das in Erinnerung bleiben, was sie waren: Helden, die im Dienst unserer Nation ihr Leben gaben." Britischer Minister: Trump-Aussagen "eindeutig falsch" Ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer sagte Reportern: "Der Präsident hat sich geirrt, als er die Rolle der Nato-Truppen, einschließlich der britischen Streitkräfte, in Afghanistan herunterspielte." Und weiter: "Ihr Opfer und das anderer Nato-Streitkräfte wurde im Dienste der Nato-Sicherheit und als Reaktion auf einen Angriff auf unseren Verbündeten erbracht." Am Freitagvormittag bezeichnete der britische Gesundheitsminister Stephen Kinnock Trumps Äußerungen im Sender Sky News als "zutiefst enttäuschend" und "eindeutig falsch". Wegen Bluterguss: Erneut Aufruhr über Trumps Gesundheit Außenminister auf Reise in Afrika: Plötzlich wird Wadephul bitterernst Emily Thornberry, die Labour-Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im britischen Unterhaus, nannte Trumps Äußerungen zu Afghanistan "weit mehr als einen Fehler", berichtet "Politico". Thornberry bezeichnete Trumps Statement als "absolute Beleidigung" der Hinterbliebenen der Opfer. Der konservative Parlamentarier Ben Obese-Jecty, ein ehemaliger Hauptmann der britischen Armee, sagte laut "Politico" indes, er sei "traurig darüber, dass das Opfer unserer Nation und das unserer Nato-Partner vom Präsidenten der Vereinigten Staaten so gering geschätzt wird". Nach den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel Fünf des Natovertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass Deutschland und andere Nato-Staaten wie Großbritannien sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der Nato-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde. Kritik an Trump kommt auch aus Polen Auch im EU- und Nato-Land Polen stießen Trumps Worte auf Widerspruch. Für die Verteidigung der internationalen Sicherheit hätten polnische Soldaten bei Einsätzen in Afghanistan und im Irak ihr Leben gelassen, sagte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz. "Dieses Opfer wird nie vergessen werden und darf nicht herabgewürdigt werden." Im Sender TVN24 erinnerte General Roman Polko daran, dass 43 polnische Soldaten und ein Zivilbeschäftigter der polnischen Armee ihr Leben im Afghanistan-Einsatz gelassen hätten. Weitere 22 polnische Soldaten fielen im Irak. "Und natürlich waren wir in der vordersten Linie", sagte Polko, der sowohl in Afghanistan als auch im Irak im Einsatz war. "Aber die in der zweiten Linie – Ärzte, Logistiker – sind nicht weniger wichtig." Trump werde es nicht gelingen, die Geschichte zu verfälschen. "Liebe Veteranen, lasst euch nicht beleidigen von einem Mann, der sich wegen eines Fersensporns vor dem Wehrdienst gedrückt hat", sagte Polko in Anspielung auf Trumps Verhalten während des Vietnam-Kriegs.

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