World News

Knorr hadert sogar nach zehn Toren: «Kam mir verarscht vor»

Juri Knorr trifft gegen Frankreich zehnmal – doch statt zu jubeln, wählt der deutsche Handballer selbstkritische Worte. Eine Szene nach dem EM-Spiel gegen Frankreich findet er kitschig. Selbst nach einer seiner besten Leistungen der letzten Jahre war Handball-Nationalspieler Juri Knorr noch unzufrieden. "Ich kam mir ziemlich verarscht vor. Drei Spiele funktioniert nichts und auf einmal geht jeder Gurkenwurf rein", sagte der DHB-Profi nach dem 38:34 gegen Frankreich und dem Einzug ins EM-Halbfinale. Gegen den Titelverteidiger war der 25-Jährige mit zehn Treffern bester Mann im Team von Bundestrainer Alfred Gislason . Entsprechend verdient war die anschließende Auszeichnung als Spieler des Spiels. "Der Moment war fast ein bisschen kitschig, weil mein Vater stand ziemlich direkt vor mir. Ich habe meine Freundin zwischendurch auf dem Videowürfel gesehen", berichtete Knorr mit einem verlegenen Lächeln. Gislason über Knorr: "Wenn er sich nicht zerfleischt..." Knorr hatte noch vor dem Spiel gegen Dänemark überaus kritisch auf seine jüngsten Leistungen geblickt und deutlich gemacht, wie sehr dies an ihm nage. "Wenn man so spielt wie ich die letzten zwei, drei Spiele, ist man nicht zufrieden. Ich habe Handball nicht vergessen und habe drauf vertraut, dass so eine Phase vorbeigeht. Ich hatte Glück, dass sie heute geendet ist", sagte der Rückraumspieler vom dänischen Club Aalborg Handbold. Während Knorr wie immer mit Selbstlob sparte, schwärmten Teamkollegen und Trainer von dem Turnierdurchbruch ihres Hoffnungsträgers. "Die Leistung war phänomenal. Er hat sich sehr unter Druck gesetzt. Heute hat er das beste Spiel gemacht, das ich je von ihm gegen so eine Nation gesehen habe. Wenn er sich jetzt nicht selbst zerfleischt, würde ich sagen, er hat ein großartiges Spiel gemacht", sagte Gislason. Lukas Mertens beschrieb Knorr als eine Person, die sehr viel Selbstkritik äußere. "Wenn er kein gutes Spiel macht, versuchen wir ihn in der Kabine zu pushen und aufzubauen. Heute ist bei ihm endlich der Knoten geplatzt", sagte der Linksaußen vom SC Magdeburg.

Читайте на сайте