Handball-EM: DHB-Star Uščins gesteht vor Halbfinale schwindende Kräfte
Die deutsche Mannschaft zieht dank einer überragenden Teamleistung gegen Frankreich ins EM-Halbfinale ein. Der Blick geht bei allen schon wenige Minuten nach dem Abpfiff voraus. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat sich mit dem 38:34-Erfolg am frühen Mittwochabend in einer hochkarätigen Hauptrunde bei der Handball-EM durchgesetzt und steht unter den letzten vier Teams. Nach dem Sieg gegen den amtierenden Europameister gab es von allen Seiten Lob für die überragende Leistung der ganzen Mannschaft. Doch das Ziel ist klar: "Jetzt wollen wir ins Finale kommen", machte Bundestrainer Alfred Gíslason kurz nach der Partie im ZDF klar. Dieser Marschroute folgten aber auch seine Spieler. "Wir sind jetzt nicht fertig. Wir wollen die eineinhalb Tage nutzen, um uns auf das Halbfinale vorzubereiten", fügte Kapitän Johannes Golla zu. Wie intensiv die Spiele gegen Topnationen wie Spanien, Norwegen, Dänemark und Portugal waren, unterstrich Renārs Uščins am ZDF-Mikrofon. "Die Kräfte gehen dem Ende zu, aber die Qualität muss stimmen. Das wird eine riesige Herausforderung", sagte der 23-Jährige. Und wie viel Kraft das Spiel gegen die Franzosen gekostet hat, war am Beispiel von Juri Knorr besonders gut zu sehen. "Er konnte vom Parkplatz mit geschlossenen Augen werfen" Der 25-Jährige war deutscher Matchwinner, brillierte mit zehn Toren und stellte die gegnerische Abwehr immer wieder vor große Probleme. "Das war mehr als Weltklasse. Er konnte vom Parkplatz mit geschlossenen Augen werfen", fasste ZDF-Experte Sven-Sören Christophersen die Leistung zusammen. Umso verwunderlicher war es, dass sich Knorr in der heißen Phase des Spiels selbst auswechselte. "Ich bin müde geworden. Mir haben ein bisschen die Körner gefehlt", sagte Knorr im ZDF. "Wir waren eine Mannschaft und haben das gezeigt, was uns das ganze Turnier stark gemacht hat", lobte er.