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FC Bayern: Goretza-Abschied? Das können sich die Bayern nicht leisten

Ein langjähriger Leistungsträger könnte die Münchner verlassen. t-online-Kolumnist Stefan Effenberg erklärt, warum das ein Fehler wäre – und schwärmt von einem anderen Bayern-Star. Der FC Bayern muss alarmiert sein: Leon Goretzka denkt offenbar an einen Abschied aus München. Sogar ein Wechsel noch jetzt in der Winterpause scheint nicht ausgeschlossen. Ich sage aber: Die Bayern sollten ihn jetzt auf keinen Fall abgeben. Der Kader der Münchner ist schon vergleichsweise knapp bemessen, aktuell fehlen gleich mehrere Spieler verletzt, da kann man es sich eigentlich nicht leisten, einen wie Goretzka abzugeben. Ein Abschied aus München wäre für die Bayern ein erheblicher Verlust – sportlich, aber auch charakterlich. Denn Goretzka ist einer, der nie ausfällt, sich nie beklagt, immer einsatzbereit ist und sich ganz in den Dienst der Mannschaft stellt. Diesen Spielertyp brauchst du nicht nur in der entscheidenden Phase der Saison. Natürlich kann ich aber auch absolut nachvollziehen, dass Goretzka selbst mit nun 30 Jahren noch einmal eine neue Herausforderung sucht, um eine neue Kultur, eine neue Sprache kennenzulernen. Dazu kommt: Die WM ist nur noch ein paar Monate weg, Goretzka will sich Bundestrainer Nagelsmann empfehlen, der ihn für die EM 2024 schließlich nicht nominiert hatte. Und: Goretzka möchte auf Vereinsebene sicher noch vier, fünf Jahre als Leistungsträger bei einer Mannschaft spielen, nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig – das wird ihm bei aller Wertschätzung in München wohl nicht garantiert werden. Zu welchem Klub er auch wechselt, Leon Goretzka wird ein absoluter Gewinn sein. Was für ein Spektakel Ein absoluter Gewinn ist endgültig auch der in der letzten Saison eingeführte neue Modus der Champions League . Denn was war das für ein letzter Spieltag der Ligaphase am Mittwoch? Viele Tore, noch mehr Spektakel, denkwürdige Szenen wie bei Benfica gegen Real, als es die Portugiesen durch einen Treffer des eigenen Torwarts in der Nachspielzeit doch noch in die Playoffs geschafft haben . Ich sage es ganz deutlich: Ich feiere dieses neue Format. Da gibt es Spannung pur bis zur letzten Sekunde – den Beweis haben wir nun wieder erhalten. Zu Zeiten der altbekannten Gruppenphase gab es das ganz selten, da war viel Taktieren dabei am letzten Spieltag. Nun sollten aber endgültig auch die letzten Zweifler überzeugt worden sein, dass das neue Format eindeutig das Bessere ist. Übrigens muss ich an dieser Stelle Mats Hummels und Christoph Kramer deutlich widersprechen. Beide hatten nämlich vergangene Woche die Champions-League-Teilnehmer aus der Premier League kritisiert und den englischen Klubs die Dominanz in der "Königsklasse" abgesprochen. Nun sind wir eine Woche weiter, und keine einzige der sechs Mannschaften ist schon nach der Ligaphase raus. Im Gegenteil: Einzig Newcastle United muss in die Playoffs, der FC Liverpool , Arsenal, Manchester City , Tottenham und der FC Chelsea stehen schon im Achtelfinale. Keine andere Spielklasse kann da mithalten, auch nicht die Bundesliga. Auch wenn die Klubs aus England spielerisch nicht immer begeistern mögen – die Premier League ist auf höchstem europäischen Level das Maß aller Dinge. Frankfurt? Das war enttäuschend Jetzt kann es in den nächsten Runden gleich zu zwei deutschen Duellen kommen: In den Playoffs ist eine Spielpaarung Borussia Dortmund gegen Bayer Leverkusen möglich, der Sieger könnte dann im Achtelfinale auf den FC Bayern treffen. Das ist natürlich immer schade, wenn sich unsere Mannschaften gegenseitig aus dem Wettbewerb werfen. Ich wünsche mir daher, dass es sowohl der BVB – der statt Leverkusen auch Atalanta Bergamo zugelost bekommen könnte – als auch Bayer (dann gegen Olympiakos Piräus) ins Achtelfinale schaffen. Dort würden auf einen von beiden Klubs dann die Bayern warten, der andere träfe auf den FC Arsenal . Als einziger deutscher Klub nicht mehr dabei ist Eintracht Frankfurt . Trotz schwerer Gegner wie Atlético Madrid (1:5), Liverpool (1:5), Neapel (0:0) oder Barcelona (1:2) und nun zuletzt Tottenham (0:2) war das schon eine enttäuschende Runde der Eintracht. Dabei hatte die SGE zum Auftakt noch auf berauschende Art und Weise mit 5:1 gegen Galatasaray gewonnen. Diese Champions-League-Ligaphase war aber ein Abziehbild der laufenden Bundesliga-Saison, in der sich Frankfurt durch eklatante Abwehrschwächen ein ums andere Mal selbst sabotiert. Musiala und Karl machen Spaß Eine Abwehrschwäche wollten manche auch schon beim FC Bayern ausgemacht haben, nachdem Torwart Jonas Urbig bei der Niederlage in der Bundesliga gegen den FC Augsburg folgenschwer gepatzt hatte. Diesen Kritikern hat er nun die Antwort gegeben. Er hat es ihnen gezeigt. Gegen Eindhoven konnte er sich nämlich gleich mehrfach mit ganz starken Paraden auszeichnen – und leitete mit einem umsichtigen Abschlag sogar das 2:1-Siegtor ein. Urbig hat gezeigt, dass er das Potenzial und die Klasse hat, bei Bayern München die Nummer eins der Zukunft zu sein. Das ist die eine gute Erkenntnis für den Rekordmeister aus dem Spiel bei der PSV. Die andere: Jamal Musiala kommt seiner Bestform immer näher – und das sollte nicht nur die Bayern, sondern auch Bundestrainer Julian Nagelsmann und die deutsche Nationalmannschaft freuen. Das war schon beeindruckend, was Musiala da in Eindhoven wieder zu zeigen imstande war – auch im Duo mit Lennart Karl. Es hat Spaß gemacht, den beiden im Zusammenspiel zuzuschauen. Das sind zwei junge Spieler mit hoher Spielintelligenz, die uns noch viel Freude bereiten werden. Und für die Gegner werden das ganz unruhige Zeiten, jede Abwehrreihe ist nicht zu beneiden, wenn es gegen diese beiden gehen wird. Da ist immer höchste Alarmstufe.

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