Epstein-Akten: Aussagen mutmaßlicher Opfer belasten Donald Trumo
Neue Epstein-Akten enthalten schwere Vorwürfe gegen Donald Trump. Mutmaßliche Opfer berichten von Orgien und sexuellen Übergriffen. In den am Freitag veröffentlichten Akten zum Fall Jeffrey Epstein wird auch US-Präsident Donald Trump schwer belastet. Im Fokus steht besonders eine interne FBI-Mail aus dem August 2025, die Aussagen mutmaßlicher Opfer dokumentiert. Die Glaubwürdigkeit der Aussagen kann nicht unabhängig verifiziert werden – einige der Frauen stuft das FBI als unglaubwürdig ein. Eine Person, deren Name geschwärzt wurde, berichtet in ihrer Aussage "von einer Freundin, die gezwungen wurde, an Präsident Trump Oralverkehr durchzuführen". Die Tat soll rund 35 Jahre zurückliegen und im US-Bundesstaat New Jersey geschehen sein. "Die Freundin berichtet, dass das Mädchen 13 oder 14 Jahre alt war, als das geschah, und dass sie Präsident Trump während des Oralsex gebissen hätte. Die Freundin soll ins Gesicht geschlagen worden sein, nachdem sie darüber gelacht hatte. Die Freundin sagte, sie sei auch von Epstein missbraucht worden." "1.000 Dollar pro Mädchen": Epstein-Files belasten Prominente und Politiker Auch Trump-Berater ist zu sehen: Detail auf Epstein-Foto wirft Fragen auf Eine weitere Frau erklärte der E-Mail zufolge, sie sei als 16-Jährige achtmal bei Epstein-Partys in New York gewesen. "Die Anruferin nannte mehrere Personen, die an 'großen Orgien-Partys' mit ihr, anderen jungen Mädchen und älteren Victoria-Secret-Models teilgenommen hätten, darunter Bill Clinton und Donald Trump." "Ich war 13 Jahre alt" In einer weiteren Aussage spricht eine Frau von einem "Sex- und Menschenhandelsring auf Trumps Golfkurs in Rancho Palos Verdes, Kalifornien , zwischen 1995 und 1996". Der Ring sei von Epsteins Lebensgefährtin und Assistentin Ghislaine Maxwell geleitet worden. Zu den Kunden habe neben Epstein selbst auch Donald Trump gehört. "Sie berichtet, dass sie an mehreren Orgien teilgenommen habe und Mädchen verschwunden seien. Es gab das Gerücht, dass sie ermordet und verscharrt worden seien." Der Verfasser der Mail, mutmaßlich ein Mitarbeiter des FBI, schätzt die Aussagen dieser Frau als "nicht glaubwürdig" ein. Die E-Mail zitiert auch eine Frau, die von Partys mit "Kalender-Mädchen" in Trumps Privatresidenz Mar-a-Lago erzählt: "Jeffrey Epstein brachte die Mädchen herein und Trump versteigerte sie." Trump habe laut dieser Aussage vor den Anwesenden Missbrauchshandlungen an den Mädchen vorgenommen. "Die Gäste waren ältere Männer, aber auch Elon Musk , Donald Trump jr., Ivanka Trump und Eric Trump ." Die Aussage weiter: "Wir wurden in einen Raum gebracht, wo wir gezwungen wurden, Oralsex mit Donald Trump zu haben(...). Ich war 13 Jahre alt, als Donald J. Trump mich vergewaltigte." Man habe die Frau aufgrund fehlender Kontaktinformationen nicht mehr befragen können. Der Name des US-Präsidenten kommt auch an anderer Stelle in den neuen Akten vor – nach Angaben der "New York Times" in mindestens 4.500 Dokumenten. Trump kannte Epstein gut, wie frühere Fotos der beiden zeigen. Der US-Präsident bestreitet jegliche Verwicklung in die kriminellen Machenschaften. Vom Justizministerium hieß es, einige der Dokumente enthielten unwahre Behauptungen gegen Trump, die dem FBI kurz vor der Wahl 2020 vorgelegt worden seien. Ministerium: Veröffentlichung enthält Tausende Videos Auch US-Handelsminister Howard Lutnick kommt in den Unterlagen vor. In einer E-Mail von 2012 scheint er den Medienberichten zufolge einen Besuch auf Epsteins Insel zu planen. Lutnick hatte vergangenes Jahr in einem Podcast über Epstein gesagt, er habe schon 2005 entschieden, mit dieser "widerlichen Person" nie wieder in einem Raum sein zu wollen. Die nun veröffentlichte Mail scheint diese Darstellung zu widerlegen. Die am Freitag veröffentlichten Dokumente beinhalten nach Angaben des US-Justizministeriums mehr als drei Millionen Seiten an Dokumenten, Tausende Videos und weit mehr als 100.000 Fotos. Viele der neuen Dateien reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück und werfen Licht auf die Beziehungen des Sexualstraftäters, nachdem er bereits 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Auch zahlreiche unkenntlich gemachte Dokumente sind zu finden. Geschwärzt habe man unter anderem persönliche Daten von Opfern. Von der Veröffentlichung ausgenommen wurde auch pornografisches Material, auf dem Kinder zu sehen seien, sowie alles, was die Ermittlungen auf Bundesebene behindern könne, hieß es. Blanche: Sichtung ist beendet Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. 2019 kam er im Alter von 66 Jahren in einer Gefängniszelle zu Tode. Besonders groß ist das Interesse an dem Fall, weil Epstein beste Kontakte in die High Society hatte. Das brachte zahlreiche Spekulationen über die Tragweite des Skandals mit sich. Mit der jetzigen Veröffentlichung sei die Sichtung und Überprüfung der Unterlagen beendet, sagte Vize-Justizminister Blanche. Das Ministerium sei damit nun seiner Verpflichtung nachgekommen. Dass der letzte Schwall an Akten das Ende der jahrelangen Debatte um die Veröffentlichung der Epstein-Files ist, gilt allerdings als unwahrscheinlich. Mehrere Demokraten, aber auch Republikaner wie der Abgeordnete Thomas Massie oder die ehemalige Trump-Verbündete Marjorie Taylor Greene kritisieren immer wieder, dass das Ministerium viel zu viele Dokumente ohne angemessene Begründung nicht online gestellt habe. Für Ärger sorgte auch, dass die festgelegte Frist zur Veröffentlichung längst abgelaufen ist und viele Dokumente komplett geschwärzt sind.