BVB: Gregor Kobel giftet Reporter wegen strittiger Szene an
Borussia Dortmund hat am Sonntag einen knappen Sieg über Heidenheim eingefahren. Im Nachgang wurde nicht nur über die Leistung diskutiert, sondern auch über zwei Szenen. Borussia Dortmund hat am Sonntagabend den nächsten Ausrutscher des FC Bayern genutzt und durch einen 3:2-Heimsieg über den 1. FC Heidenheim den Rückstand auf den Tabellenführer auf sechs Punkte verkürzt. Die Borussen hatten dabei aber durchaus Glück, ließen die Gäste von der Brenz doch mehrere gute Gelegenheiten ungenutzt. In der 24. Minute, beim Stand von 0:0, nutzte das Schlusslicht eine dieser Chancen: Nach einem hohen Ball in den Strafraum stocherte Patrick Mainka die Kugel ins leere Tor. Der Treffer aber zählte nicht, denn der Heidenheimer Defensivmann hatte Dortmund-Torhüter Gregor Kobel zuvor im Luftduell an den Armen getroffen, als dieser den Ball fangen wollte. Das Schiedsrichtergespann erkannte das Foulspiel direkt, die Szene aber zog im Anschluss an die Partie Diskussionen nach sich. So wurde Kobel nach dem Spiel mit dem Thema konfrontiert. "Ich finde, es ist wirklich ein Wahnsinn, dass man über sowas diskutiert", schimpfte der Torhüter laut Sport1 in Richtung des fragenden Journalisten. Er legte deutlich nach: "Ich weiß, du bist wahrscheinlich noch nicht im Tor gestanden oder hast mal einen Ball gefangen, aber wenn du zum Ball gehst, ist das eine sehr filigrane Angelegenheit." Der Schlussmann wagte dabei einen Vergleich mit der US-amerikanischen NFL . American Football sei "mit der physischste Sport überhaupt", einem Ball fangenden Spieler in die Arme zu greifen, sei aber selbst dort verboten. "Aus gutem Grund", wie Kobel ausführte. "Weil die Hände sehr, sehr genau am Ball sein müssen. Wenn du nur einen kleinen Kontakt am Arm bekommst, kannst du den Ball nicht mehr festhalten." Ein entsprechender Kontakt lag in der 24. Minute klar erkennbar vor, die Unparteiischen haben also korrekt entschieden. "Wenn das kein Foul mehr ist, dann muss ich anfangen, Leute zu killen. Dann brennt es, dann knallt es und dann gibt es Verletzte und das macht gar keinen Sinn", schimpfte Kobel ob der Diskussion um die Richtigkeit der Entscheidung. Heidenheim-Ärger über Dortmunds ersten Treffer Dass der fragende Reporter nicht unmittelbar klein beigab, erzürnte Kobel: "Was denkst du denn, mal ehrlich? Denkst du immer noch, es war kein Foul? Also, meine Antwort ist dir egal? Interessiert dich nicht? Du siehst es besser als ich?" Der Reporter erwiderte, dass auf der anderen Seite Dortmunds Treffer zum 1:0 zählte, obwohl sich Diant Ramaj dabei behindert gefühlt hat. "Ich kann es nachfühlen, es ist eine schwierige Situation, aber es ist eine andere Situation. Wenn viele Leute da sind, wird das nicht mehr abgepfiffen", antwortete Kobel. Heidenheims Schlussmann wurde nicht am Arm getroffen, prallte in der Luft lediglich an den Körper von Serhou Guirassy . Der Keeper sprang dabei in den BVB-Profi, nicht umgekehrt. Basierend auf den aktuellen Regeln haben die Schiedsrichter also auch in der Szene richtig entschieden. FCH-Trainer Frank Schmidt aber sah es anders. "Wenn man das 1:0 von Dortmund anschaut und unser Tor, unser vermeintliches Tor von Patrick Mainka nimmt, dann sehe ich da keinen Unterschied", sagte der Coach nach der Partie. Unterschiede gebe es "ausschließlich in der Bewertung am Ende vom Schiedsrichter, das eine Tor abzupfeifen und das andere Tor nicht abzupfeifen".