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Abgesetzter DEB-Kapitän verärgert über maue Olympia-Vorrunde

Das auf dem Papier vielleicht beste deutsche Eishockeyteam bei einem Olympia-Turnier findet bislang nicht zusammen. Der langjährige Spielführer wählt nach der verkorksten Vorrunde deutliche Worte. Der vor Olympia als Kapitän des Nationalteams abgesetzte Eishockey-Profi Moritz Müller hat das deutsche Team nach der Vorrunde deutlich kritisiert. Nach Meinung des 39 Jahre alten Verteidigers der Kölner Haie kann die bei den Winterspielen mit sieben NHL-Spielern angetretene Mannschaft als Team den Silbermedaillen-Gewinnern von 2018 und den Vize-Weltmeistern von 2023 noch nicht das Wasser reichen. "Im Vorfeld ist viel darüber gesprochen worden, wie gut diese Mannschaft ist. Die besten Mannschaften, die ich bei Deutschland erlebt habe – das war 2018 und 2023. Da muss diese Mannschaft erst noch hinkommen", sagte Müller nach dem 1:5 im letzten Vorrundenspiel am Sonntag gegen Weltmeister USA. NHL-Stars bilden Kreis der Kapitäne Der langjährige DEB-Kapitän gehört in Mailand nicht mehr zum Kreis der drei Mannschaftsführer. Diese Rollen hatten Bundestrainer Harold Kreis und DEB-Sportdirektor Christian Künast an NHL-Weltstar Leon Draisaitl sowie seine Assistenten Tim Stützle und Moritz Seider vergeben, die ebenfalls Topstars in der nordamerikanischen Profiliga NHL sind. "Wir haben ganz tolle Eishockeyspieler, die mit zu den besten auf der Welt gehören. Aber wir können nicht denken, dass jedes Mal, wenn jemand von denen auf dem Eis ist, dass wir denen jedes Mal die Scheibe geben und dann ein Wunder passiert", schimpfte Müller. Der von den USA per Manndeckung aus dem Spiel genommene Leistungsträger Draisaitl hatte am Sonntag keinen einzigen Schuss auf das gegnerische Tor abgegeben. Obwohl das aktuelle Team auf dem Papier als das beste gilt, das jemals für Deutschland bei einem Turnier dabei war, gelang in der Vorrunde nur gegen Dänemark ein Sieg (3:1). Gegen Außenseiter Lettland (3:4) und die USA setzte es Pleiten. Nur dank Schützenhilfe der Konkurrenz wurde Deutschland Gruppenzweiter und bekam anstatt eines starken Gegners in der Viertelfinal-Qualifikation mit Frankreich einen mutmaßlich leichter zu schlagenden Kontrahenten vorgesetzt. Müller warnt vor Leichtfertigkeit gegen Frankreich "Man kann auch die Amerikaner schlagen. Aber man muss demütig genug sein, dass wir gegen jeden Gegner hier verlieren können. Das muss in unseren Kopf rein", sagte Müller, der gegen die USA deutlich mehr Eiszeit im Vergleich zu den ersten beiden Spielen bekommen hatte und zusammen mit Top-Torschütze Stützle bester deutscher Spieler war.

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