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"Polizeiruf 110": Letzter Krimi aus Halle – MDR spricht Klartext zum Aus

Am Sonntag lief der letzte "Polizeiruf 110" aus Halle. Bei vielen Zuschauern, aber auch bei den Schauspielern, löst diese Entscheidung Unmut aus. Jetzt reagiert der Sender. Seit 2021 standen Peter Kurth und Peter Schneider als Kommissare Henry Koitzsch und Michael Lehmann vor der Kamera. Der Krimi aus Halle erfreute sich großer Beliebtheit. Mit einer ungewohnten Sensibilität blickte dieser "Polizeiruf 110" auf die Stadt und ihre Bewohner. Das kam an, auch weit über den Osten hinaus. Doch nach drei Filmen war Schluss. "Der Wanderer zieht von Dannen" war der letzte Film mit dem Team aus Halle, das vom Regisseur über die Schauspieler bis zum Drehbuchautor aus Menschen bestand, die im Osten sozialisiert wurden. "Polizeiruf 110" aus Halle: Ein Ostrelikt stirbt den TV-Tod Ost-Reihe wird abgesetzt: So kam der letzte "Polizeiruf 110" an Kurth und Schneider kritisierten den Sender unter anderem dafür, wie die Entscheidung kommuniziert wurde. "Ich habe selbst im Januar 2025 aus der Presse erfahren, dass das wohl so geplant war", sagte Schneider vor wenigen Tagen im Interview mit der Programmzeitschrift "Hörzu" zum "Polizeiruf 110"-Ende nach drei Filmen. Auch Nachfrage von t-online teilte eine MDR-Sprecherin mit: "Der 'Polizeiruf' aus Halle wurde nie als endlose Reihe angekündigt. Auf unserer Jahres-Medienkonferenz im Januar 2025 hat unsere damalige Programmdirektorin Jana Brandt sehr klar von einer Trilogie gesprochen." Dem Vorwurf, dass mit der Absetzung des Halle-Krimis eine Perspektive aus dem Osten für den Osten wegfallen würde, entgegnete sie mit Verweisen auf andere Formate. "Selbstverständlich sind dem MDR die Perspektiven und Geschichten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unverändert wichtig." Diese würden aber auch "weiterhin kraftvoll überregional in der ARD" eingebracht werden. Als Beispiel nannte sie das "ARD-Mittagsmagazin" aus Leipzig , das viele Beiträge für die "Tagesschau" und die "Tagesthemen" beisteuere. Außerdem verwies sie auf Dokumentationen, das Format "In aller Freundschaft" sowie "Brisant". "Wirtschaftliche Einsparnotwendigkeiten" Hauptgrund für die Einstellung des "Polizeirufs 110" dürften aber wohl die finanziellen Umstände sein. "Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass wir im MDR aktuell und für die nächsten Jahre mit sehr relevanten wirtschaftlichen Einsparnotwendigkeiten konfrontiert sind", erklärte die MDR-Sprecherin. Das liege unter anderem daran, dass die Bundesländer die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrags seit Januar 2025 nicht umgesetzt haben. Der Sender warte auf die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts. Die Sparmaßnahmen würden alle Bereiche des MDR treffen und hätten Auswirkungen auf das Programm. Umso mehr freue man sich über langjährige erfolgreiche Formate, wie den "Tatort" aus Dresden und den "Polizeiruf 110" aus Magdeburg . "Diese Produktionen tragen seit vielen Jahren bundesweit zur regionalen Perspektivvielfalt bei und wirken besonders für das Publikum hier in Mitteldeutschland identitätsstiftend", so die Sprecherin. Die t-online-Leser zeigten sich größtenteils verärgert über die Absetzung des Krimis aus Halle(an der Saale). Die meisten von ihnen bewerteten den letzten Film der Trilogie positiv. "Wenn es eine Ost-Identität gibt, dabb gibt mir diese Reihe als Wessi Einblick. Verständnis füreinander zu fördern, selbst so unterschwellig, sollte doch ein öffentlich-rechtlicher Auftrag sein", schrieb etwa t-online Leser Arnold Görlich. Die Absetzung hält er für einen Fehler. Doris Meier ist ähnlicher Meinung. "Dieser 'Polizeiruf' war viel besser als all die letzten 'Tatorte'. Schade, dass ausgerechnet der Polizeiruf abgesetzt wird."

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