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"heute journal"-Skandal: ZDF-Reporterin Nicola Albrecht verliert Job

Wie das ZDF auf Anfrage von t-online mitteilt, verliert die für den in die Kritik geratenen "heute journal"-Beitrag zuständige Kollegin ihren Posten. Das ZDF zieht mit sofortiger Wirkung personelle Konsequenzen aus den Verfehlungen im "heute journal" und spricht von schweren Verstößen gegen journalistische Standards. "Das ZDF hatte angekündigt, die Fehler im 'heute journal' vom Sonntagabend konsequent aufzuarbeiten", heißt es in einer Mitteilung von Freitag, die t-online vorliegt. Anschließend verkündet der Sender, dass die zuständige Mitarbeiterin ihren Posten abgeben muss. "Die Überprüfung kommt zu dem Schluss, dass die Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards so schwer wiegen, dass die New York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen wird." Es ist der nächste Schritt in der Aufarbeitung eines Skandals, der seit Anfang dieser Woche Aufsehen erregt. In der "heute journal"-Ausgabe vom vergangenen Sonntag waren gleich mehrere Fehler aufgefallen: Zum einen wurde ein KI-generiertes Video zur Bebilderung eines ICE-Einsatzes verwendet, zum anderen griff die Redaktion auf Bildmaterial aus dem Jahr 2022 zurück und tat so, als sei dies in einem aktuellen Kontext der US-Abschiebungen entstanden. "Exzellent": Klamroth lässt mit Aussagen über ZDF-Affäre aufhorchen ZDF-Skandal: Dieser Fall muss Konsequenzen haben Dunja Hayali: ZDF nimmt Moderatorin in Schutz Wie das ZDF jetzt mitteilt, kam es dabei zu einer Fehlerkette. So habe die Korrespondentin Nicola Albrecht für die Redaktionen "Mittagsmagazin" und "heute journal" über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet und zunächst für den Bericht im "Mittagsmagazin" am 13. Februar keine dieser falschen Bilder verwendet. Welche Verantwortung trägt die Führungsebene? Danach kam es laut ZDF zu dem folgenschweren Vergehen: "Dieser Bericht wurde von der Korrespondentin für das 'heute journal' vom 15. Februar 2026 angepasst. In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz." Eine davon sei die KI-generierte Szene gewesen, die andere zeigte eine Festnahme in Florida im Jahr 2022. Bereits am Dienstagabend entschuldigte sich das ZDF und sendete im "heute journal" einen "Beitrag in eigener Sache". Darin erklärte "heute journal"-Chef Stefan Leifert, dass das KI-generierte Material ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß den internen Regeln des ZDF ohnehin nicht hätte verwendet werden dürfen. "Es geht im Kern um unsere Glaubwürdigkeit" Dennoch bleiben auch jetzt noch Fragen offen. Denn das Material enthielt ein auffälliges Wasserzeichen, hätte also auch innerhalb des "heute journal"-Teams am Sonntag ins Auge stechen müssen. Zudem versäumte man die Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs. Ob weitere personelle Konsequenzen folgen, etwa in der Schlussredaktion oder der Leitungsebene des "heute journals", ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Abnahme des Beitrags fällt jedenfalls nicht in die Zuständigkeit der New York-Korrespondentin. Erstmals meldet sich in der seit Tagen hitzig diskutierten ZDF-Affäre auch die Chefredakteurin des Senders zu Wort. Bettina Schausten teilt mit: "Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung." Man erarbeite zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um sicherzustellen, dass solche Fehler nie wieder passieren, heißt es abschließend in ihrer Stellungnahme. Das ZDF war nicht nur wegen der handwerklichen Fehler in die Kritik geraten, sondern auch wegen des Umgangs mit ihnen. Zunächst hieß es auf Anfrage von Medien, dass die KI-Kennzeichnung durch einen technischen Fehler verloren gegangen sei – eine Aussage, die der Sender später korrigieren musste. Bis heute bleiben einige Fragen ungeklärt.

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