World News

Olympia 2026: Wieder Vierter – Deutschland führt ungeliebte Tabelle an

Sportfans schauen während den Olympischen Spielen gerne auf den Medaillenspiegel. Doch der zeigt nicht die ganze Wahrheit an. Von den Olympischen Spielen berichtet Benjamin Zurmühl Eigentlich war es ein starkes Rennen von Philipp Horn. Nur ein Fehler am Schießstand, eine gute läuferische Leistung, Stars wie Vetle Sjåstad Christiansen oder Eric Perrot hinter sich gelassen. Dennoch war der deutsche Biathlet am Freitag enttäuscht, als er ins Ziel kam. Denn Horn war "nur" Vierter geworden im Massenstart der Herren. In einem Weltcup wäre er damit zufrieden gewesen, bei Olympia aber ist das Endergebnis am Ende das gleiche wie bei Rang elf. Es gibt keine Medaille. Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling lobte Horn: "Bei Philipp sollte übrig bleiben, dass das eine Weltklasse-Leistung war." Gleichzeitig sagte Bitterling: "Aber klar: Wir sind gerade genervt, denn jetzt sind wir wieder Vierter." Immer wieder scheitert das deutsche Biathlon-Team knapp an einer Medaille. Vanessa Voigt im Einzel, die Staffel der Herren, die Staffel der Damen – und nun Horn. Viermal wurde das DSV-Team in Antholz Vierter. Die Bilanz mit bisher nur einer Medaille ist eher enttäuschend, würde aber mit etwas mehr Glück weitaus positiver gesehen werden. Horns vierter Platz am Freitag war der insgesamt zwölfte für Deutschland bei den Olympischen Spielen – ein Bestwert, auf den die Athleten in Schwarz-Rot-Gold wohl gerne verzichten würden. Keine andere Nation schrammte so oft an Edelmetall vorbei. Nach den Biathleten erwischte es auch die Skispringer mehrfach. Sowohl im Mixed Team als auch im Super Team. Besonders bitter war letzterer Wettbewerb. Aufgrund der Wetterlage wurde er nach zwei von drei Springen abgebrochen. Andreas Wellinger und Philipp Raimund fehlten nur 0,3 Punkte auf die Drittplatzierten aus Norwegen. Sechs Minuten nach Gold : Der Schlusssprint, mit dem keiner gerechnet hatte Bei Olympia : Franziska Preuß kündigt letztes Rennen ihrer Karriere an Wo steht Deutschland? Der Medaillenspiegel der Olympischen Winterspiele Selbst im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo, in dem das deutsche Team Medaille für Medaille einsammelte, gab es auch vierte Plätze: für die Rodel-Doppelsitzer Toni Eggert/Florian Müller, für Hannah Neise im Skeleton und für Lisa Buckwitz im Monobob. Zudem erwischte es die Frauen-Staffel im Langlauf, Snowboarderin Annika Morgan im Slopestyle und Tatjana Paller im Skibergsteigen. Hundertstelsekunden fehlen zu Gold Auch im Kampf um Gold hatten deutsche Athletinnen und Athleten nicht immer Glück. Laura Nolte fehlten im Monobob vier Hundertstelsekunden zu Gold, den gleichen Rückstand hatte Emma Aicher in der Abfahrt. Die Silbermedaillen waren jeweils ein großer Erfolg, dass es am Ende aber so knapp war, löste auch Trauer aus. Laura Nolte kamen bei der Siegerehrung die Tränen. "Erst mal muss man der Enttäuschung auch einen Raum geben. Das ist auch völlig okay", sagte sie nach dem Rennen. "Es war halt die ganze Zeit mein Ziel, eine Medaille zu gewinnen. Und da hätte ich mich eigentlich auch mit Bronze oder Silber zufriedengegeben. Nachdem Gold jetzt so zum Greifen nahe war und ich wirklich drei Superläufe davor hingelegt habe, wollte ich jetzt halt auch durchziehen. Deswegen fühlt es sich jetzt erst mal wie verlorenes Gold an", sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin. Immerhin: Nolte hat noch eine Chance auf Gold. Im Zweierbob der Damen führt sie gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi nach zwei Läufen, hat 18 Hundertstelsekunden Vorsprung auf Landsfrau Lisa Buckwitz mit Anschieberin Neele Schuten. Wenig überraschend gibt es auch ein deutsches Team auf Rang vier – Kim Kalicki und Talea Prepens. Vielleicht schaffen sie es aber noch, den ungeliebten Platz loszuwerden. Auf Bronze sind es nur zwei Zehntelsekunden.

Читайте на сайте