Bundesliga: Stuttgart lässt Wolfsburg keine Chance – Bauer vor dem Aus?
Gegen Krisen-Klub VfL Wolfsburg schaffte der VfB Stuttgart schnell klare Verhältnisse. Für den Trainer der "Wölfe" dürfte die Luft dünn werden. Der VfB Stuttgart hat in der Fußball-Bundesliga einen ungefährdeten 4:0-Sieg gegen Abstiegskandidat VfL Wolfsburg gefeiert. Die Schwaben ließen dem Klub aus der Autostadt am Sonntag vor heimischem Publikum nicht den Hauch einer Chance. In der 21. Minute brachte DFB-Star Deniz Undav die Hausherren in Führung, Jamie Leweling schaffte mit einem Doppelpack (30., 42.) noch vor der Pause klare Verhältnisse. In der zweiten Hälfte konnte der VfB gegen harmlose Wolfsburger in den Verwaltungsmodus schalten, stellte in der fünften Minute der Nachspielzeit aber noch durch Nikolas Nartey den Endstand her. Durch die drei Punkte sichert Stuttgart mit nun 46 Punkten Champions-League-Platz vier. Selbst mit einem Sieg beim HSV am Abend kann RB Leipzig (41 Punkte) nicht vorbeiziehen. Wolfsburg bleibt mit 20 Punkten als Vorletzter tief im Abstiegskampf. Trainer Daniel Bauer muss nach nun sieben Spielen ohne Sieg wohl mehr denn je um seinen Job zittern. So lief das Spiel: Bauer, über dessen Nachfolger bereits öffentlich spekuliert wird, bekam vor der Partie bei DAZN noch "100-prozentige Rückendeckung" von Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph ausgesprochen. Nach dem Auftritt dürften die Nachfragen wohl kaum weniger werden. Von Beginn an war die VfL-Defensive beschäftigt, denn die Schwaben starteten in das 100. Bundesliga-Spiel von Trainer Sebastian Hoeneß druckvoll und erspielten sich durch Atakan Karazor und Ermedin Demirovic erste gute Möglichkeiten. Auch Chris Führich brach auf dem Flügel immer wieder durch. Die umgebaute VfB-Defensive – neben Josha Vagnoman (Oberschenkelblessur) fiel auch Abwehrchef Jeff Chabot laut Hoeneß wegen einer "kleinen Rückenproblematik" aus – wurde selten bis gar nicht geprüft. Dabei hatte der Coach vor der "großen individuellen Klasse" der Gäste gewarnt. Die Hausherren zeigten sich spielfreudig, die letztlich unbedeutende 0:1-Niederlage in der Europa League gegen Celtic Glasgow hatte offenbar keine Spuren hinterlassen. Vielmehr schienen die Stuttgarter den Schwung vom Einzug ins Achtelfinale mitzunehmen, sie trafen aber auch auf herzlich wenig Gegenwehr. Undav profitierte bei seinem 14. Saisontor davon, dass die Wolfsburger eine Führich-Hereingabe nicht klären konnten. Beim 2:0 wurde Leweling am langen Pfosten sträflich alleingelassen und beim dritten Treffer machte es Leweling sehenswert. Gestikulierend trieb Hoeneß seine Mannschaft weiter an, während Bauer den Einbruch seiner Mannschaft versunken in seinem Sitz beobachtete. Es passte ins Bild, dass Lovro Majer allein vor VfB-Torhüter Alexander Nübel den Ball am Gehäuse vorbeischob. Wolfsburgs Coach schickte seine Mannschaft früh wieder aus der Kabine und nahm drei Wechsel vor – unter anderem hoffte er auf frische Akzente durch Winter-Neuzugang Kento Shiogai. Der Japaner prüfte aus der Distanz Nübel (57.). Am Spielverlauf änderte sich dennoch kaum etwas. Die Stuttgarter dominierten, Wolfsburg lief meist hinterher und hatte auch noch Glück, dass ein Handspiel von Konstantinos Koulierakis im Strafraum nicht zu einem Elfmeter führte. In der Schlussphase kontrollierten die Gastgeber das Geschehen und verpassten zunächst weitere Tore, weil Kamil Grabara im VfL-Tor das eine oder andere Mal rettete. Aber das 0:4 konnte auch der Schlussmann nicht verhindern.