Iranischer Botschafter: "Wir brauchen den Sieg, entweder durch Krieg oder durch Gespräche"
Der iranische Botschafter in Moskau Kazem Dschalali hat der russischen Mediengruppe Rossija Segodnja ein Interview gegeben. Der Diplomat ging auf mehrere Fragen mit Bezug zu den US-amerikanischen und israelischen Militäroperationen gegen Iran ein.
Die USA und Israel hätten mit ihrer Aggression gegen Iran das Völkerrecht mit Füßen getreten, betonte der Jalali. "Wir erleben heute eine große Anzahl von Morden und Zerstörungen", fügte er hinzu.
"Sie haben beschlossen, unseren Obersten Führer zu ermorden. Dies verstößt gegen jegliche moralischen und internationalen Standards."
Teheran beobachte mit großem Bedauern, dass die ganze Welt, anstatt Tel Aviv und Washington zu verurteilen, das Gegenteil tue, betonte der iranische Botschafter weiter.
Jene Personen, die erwartet hätten, dass Iran nach der Ermordung seines Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei untergehen würde, irrten sich, erklärte Jalali. Zugleich warnte er davor, dass die Reaktion auf den Angriff unverhältnismäßig ausfallen würde.
Der Diplomat stellte hierbei klar:
"Wir brauchen den Sieg, entweder durch Krieg oder durch Gespräche."
Iran habe Verhandlungen nie abgelehnt, fuhr Dschalali fort. Falls es in Zukunft zu Gesprächen kommen werde, werde es Bedingungen geben. In dem Zusammenhang betonte Dschalali, Teheran brauche eine Garantie, dass sich die Aggression gegen das Land nicht wiederholen werde.
"Zunächst müssen wir den Aggressor in seine Schranken weisen", erklärte der Botschafter. Iran werde auf US-Angriffe mit noch stärkeren Schlägen reagieren.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel eine groß angelegte Operation gegen Iran begonnen. Tel Aviv erklärte, Ziel sei es, das Land am Erwerb von Atomwaffen zu hindern. Washington drohte seineseits mit der Zerstörung der iranischen Marine und Rüstungsindustrie. US-Präsident Donald Trump rief die iranische Bevölkerung zum Sturz der Regierung auf.
Iran reagiert auf die Aggression mit Angriffen auf Ziele auf israelischem Territorium sowie auf US-Militäreinrichtungen in der gesamten Golfregion.
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