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Marius Borg Høiby: Staatsanwalt fordert harte Strafe im Prozess

Jetzt steht die Anklage: Die Staatsanwaltschaft will mehr als sieben Jahre Haft für Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby. Das wurde am Mittwoch bekannt. Im Vergewaltigungs-Prozess gegen den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt gegeben, welches Strafmaß sie für Marius Borg Høiby fordert. Sieben Jahre und sieben Monate Haft soll die Strafe betragen. Die Zeit, die Høiby bereits in der Untersuchungshaft verbracht hat, soll von der Haftstrafe abgezogen werden. Dabei handelt es sich nach Aussage der Staatsanwaltschaft um bislang 63 Tage. Außerdem verlangte die Anklage zum Schluss ihres Plädoyers am Mittwoch ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin. Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist in 40 Punkten angeklagt, ihm werden unter anderem vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht vorgeworfen. Staatsanwalt Sturla Henriksbø fordert, Mette-Marits Sohn in 39 von 40 Anklagepunkten zu verurteilen. Lediglich für einen Verstoß gegen ein Kontaktverbot solle Høiby freigesprochen werden. In diesem Fall soll er seine Ex-Freundin trotz des Verbots versehentlich angerufen haben. "Ich bin ein Monster" Der 29-Jährige sagte am vergangenen Freitag vor Gericht: "Ich bin nicht mehr Marius, ich bin ein Monster." Hintergrund waren die seit Prozessauftakt Anfang Februar ans Licht beförderten Details über sein Verhalten gegen Frauen. Mehrere Zeugenaussagen belasteten Høiby im Verlauf der Verhandlungen schwer. "Außer Kontrolle": Staatsanwalt findet deutliche Worte über Marius Borg Høiby Am Montag hatte der Staatsanwalt den Mann als kein "Monster", aber einen eifersüchtigen Mann, der Frauen wenig respektiert und besonders im Rausch außer Kontrolle gerät, beschrieben. "Wir haben einen Mann erlebt, der sich nimmt, was er will, und nicht unbedingt darauf bedacht ist, bei einer After-Party bei dem Mädchen, das auf seinem Schoß sitzt, nachzufragen, ob es ihr recht ist, dass er sie berührt", resümierte Henriksbø nach sechs Verhandlungswochen laut der Zeitung "Verdens Gang". Die Bedeutung der "Frogner-Frau" Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit ist in vier Vergewaltigungsfällen angeklagt. In allen Fällen sollen die Frauen während der Tat geschlafen haben oder bewusstlos gewesen sein. Høiby soll sie dabei gefilmt haben. Die Foto- und Videoaufnahmen von seinem Handy spielten im Prozess eine wichtige Rolle. Außerdem haben seit Anfang Februar laut der Nachrichtenagentur NTB 70 Zeugen ausgesagt. Mehr als 800 Seiten SMS wurden vorgelesen. Marius Borg Høiby muss sich auch wegen zahlreicher Fälle häuslicher Gewalt gegen zwei Ex-Freundinnen verantworten. Ein Vorfall in der Wohnung einer der beiden hatte die Ermittlungen gegen den norwegischen "Bonus-Prinzen" ins Rollen gebracht. Dort soll Høiby seine damalige Freundin, von norwegischen Medien nach dem Osloer Stadtteil "Frogner-Frau" genannt, unter anderem gewürgt, einen Kronleuchter von der Wand gerissen und darauf herumgetrampelt sowie ein Messer in die Wand geworfen haben. Die Beziehung der beiden war laut Anklage von Høibys "Aggressionsproblem" geprägt: Vor allem im Rausch habe der Norweger die Beherrschung verloren, sei eifersüchtig gewesen und gewalttätig geworden. Seine Ex-Freundin hatte ihn im Prozess in diesen Situationen mit dem "Hulk" verglichen – einer Comicfigur, die sich bei Wut in ein unkontrollierbares Wesen verwandelt. Auf die "Frogner-Frau" bezieht sich die Hälfte der 40 Anklagepunkte. Neben den Sexual- und Gewalttaten werden dem Sohn der Kronprinzessin und Stiefsohn von Kronprinz Haakon einige weniger schwere Vergehen vorgeworfen. Er soll etwa zu schnell gefahren sein und Polizisten den Stinkefinger gezeigt haben. Für einen Dealer soll er mindestens 3,5 Kilo Marihuana transportiert haben. Während er einige der Taten zugibt, bestreitet Høiby unter anderem die Vergewaltigungen. Kronprinzessin Mette-Marit hielt sich fern Mette-Marits Sohn hatte während der vergangenen Wochen mehrfach darüber gesprochen, wie sehr es ihn seit seiner frühen Kindheit belastet habe, unfreiwillig in der Öffentlichkeit zu stehen. Høiby war noch ein Kleinkind, als seine Mutter den norwegischen Kronprinzen Haakon heiratete. Mehrfach klagte Høiby die Presse bitter dafür an, ihn verfolgt und bloßgestellt zu haben, während er seine Mutter und seinen Stiefvater Haakon in Schutz nahm. Den Prozess musste der 29-Jährige ohne seine Familie durchstehen: Das Kronprinzenpaar sowie Høibys Halbgeschwister, Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, blieben der Verhandlung fern. Seine Mutter Mette-Marit leidet unter einer schweren Lungenerkrankung – und musste sich zudem in jüngster Vergangenheit für ihre Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein rechtfertigen. Die Situation dürfte sich für die Königsfamilie absehbar kaum entspannen: Die Norweger warten immer noch darauf, dass sich ihre Kronprinzessin ausführlich zu ihrem Epstein-Kontakt erklärt. Und in einigen Monaten wird das Urteil gegen Marius Borg Høiby erwartet. Dann wird sich zeigen, ob das Gericht dem Wunsch der Staatsanwaltschaft nachkommt und ihn für lange Zeit hinter Gitter bringt.

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