Brauerei Eichbaum: Insolventes Unternehmen steht vor dem Aus
Bei der insolventen Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum steht eine Richtungsentscheidung an. Für rund 290 Beschäftigte geht es um ihre Arbeitsplätze. Die Zukunft der insolventen Mannheimer Brauerei Eichbaum ist weiter ungewiss. Am Freitag berät der Gläubigerausschuss über den weiteren Kurs des insolventen Unternehmens. Eine endgültige Entscheidung soll am Dienstag, 24. März, in der Gläubigerversammlung fallen. Für rund 290 Beschäftigte geht es um ihre Arbeitsplätze. Die Brauerei hatte Ende Oktober 2025 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das zuständige Gericht eröffnete das Verfahren im Januar 2026. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt und führt das Unternehmen weiter, ein Sachwalter überwacht den Prozess. 160 Jahre Firmengeschichte: Insolvente Rosenbrauerei Pößneck gerettet Rückzug aus dem Fernsehen: Teleshopping-Anbieter Mediashop ist insolvent Nach Informationen des Südwestrundfunks (SWR) stehen derzeit zwei mögliche Szenarien im Raum. Demnach könnte ein bislang nicht namentlich genannter Finanzinvestor bei Eichbaum einsteigen. In diesem Fall soll der Standort erhalten und die Marke weitergeführt werden. Geplant ist laut SWR zudem eine Erweiterung des Geschäftsmodells, unter anderem im Bereich sogenannter "Ready-to-Drink"-Produkte sowie beim Aufbau eines breiteren Getränkeangebots. Alternativ droht die vollständige Abwicklung des Unternehmens. Welche Folgen die beiden Szenarien konkret für die Beschäftigten hätten, ist derzeit offen. Eichbaum verkaufte Karamalz an Veltins Unabhängig von einem möglichen Investor hat die Geschäftsführung bereits Einschnitte eingeleitet. Nach Angaben aus dem Februar sollen knapp 100 Stellen abgebaut werden. Die Zahl der Beschäftigten würde damit von rund 290 auf unter 200 sinken. Geschäftsführer Uwe Aichele bezeichnete den Schritt als "sehr schmerzhaft", aber notwendig, um eine Zukunft für den verbleibenden Betrieb zu sichern. Co-Geschäftsführer Frank Reifel erklärte dem SWR, eine Anpassung der Personalstruktur an das Produktionsvolumen sei Voraussetzung für potenzielle Investoren. Auch aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) steht viel auf dem Spiel. Landesbezirksvorsitzender Hakan Ulucay sprach von der Notwendigkeit einer "echten Rettung des Brauereistandorts in Mannheim". Bereits zuvor hatte Eichbaum die Marke Karamalz samt Produktion an die Brauerei Veltins verkauft. Ein Verkaufspreis wurde nicht bekannt. Nach Einschätzung des Betriebsrats konnte der Erlös die wirtschaftliche Lage jedoch nicht entscheidend stabilisieren.