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Kofferraumvolumen: Darauf sollten Sie beim Auto-Kauf achten

Wer ein Auto mit viel Stauraum sucht, schaut meist auf die Literangabe des Kofferraums. Doch diese Zahl sagt oft über die tatsächliche Nutzbarkeit aus. Beim Autokauf vergleichen viele Interessierte die technischen Daten verschiedener Modelle. Neben Motorleistung oder Verbrauch spielt dabei auch der Stauraum eine Rolle. Die Hersteller geben das Kofferraumvolumen in Litern an, ein Wert, der auf den ersten Blick eine gute Orientierung bietet. Für den Alltag sagt diese Zahl jedoch nur bedingt aus, wie viel Gepäck tatsächlich in das Auto passt. Wie das Kofferraumvolumen gemessen wird Die Hersteller ermitteln das Kofferraumvolumen nach standardisierten Verfahren. Grundlage sind Normen wie die DIN- und ISO-Vorgaben, die in Deutschland häufig als VDA-Norm bezeichnet werden. Dabei wird der Kofferraum mit genormten Messquadern ausgefüllt. Diese Quader haben festgelegte Maße und werden so lange gestapelt, bis der Stauraum vollständig ausgefüllt ist. Aus der Anzahl der Quader ergibt sich schließlich das angegebene Volumen in Litern. Dadurch lassen sich die Werte verschiedener Modelle grundsätzlich miteinander vergleichen. Warum die Literangabe nicht immer die Realität zeigt Trotz der standardisierten Messung kann das tatsächliche nutzbare Volumen kleiner sein als angegeben. Ein Grund dafür ist die Form des Kofferraums. Schmale Ecken, tiefe Nischen oder unpraktische Aussparungen lassen sich mit Gepäck oft nur schwer nutzen. Auch zusätzliche Staufächer, etwa unter dem Ladeboden oder in den Seitenverkleidungen, können das gemessene Volumen erhöhen. Für große Koffer oder sperrige Gegenstände sind diese Bereiche jedoch häufig ungeeignet. Wie der ADAC zu anderen Ergebnissen kommt Der ADAC ermittelt das Kofferraumvolumen in eigenen Tests teilweise anders als die Hersteller. Statt größere Messquader zu verwenden, nutzt der Automobilclub kleine Ein-Liter-Quader, die den verfügbaren Stauraum genauer ausfüllen. Außerdem zählen die Tester nur Bereiche, die sich tatsächlich sinnvoll für Gepäck nutzen lassen. Kleine Nischen, Fächer in den Seitenverkleidungen oder Räume unter einem doppelten Ladeboden werden meist separat angegeben und nicht zum Hauptvolumen addiert. Dadurch fallen die gemessenen Werte häufig niedriger aus als die Herstellerangaben, gelten jedoch als praxisnäher. Lesen Sie auch: Kofferraum geht nicht mehr auf: Wie Sie das Problem lösen können Warndreieck und mehr: Im Pannenfall: Fünf Hilfsmittel, die in den Kofferraum gehören Wie hoch die Unterschiede zwischen Herstellerangaben und ADAC-Messungen ausfallen können Vergleiche zwischen Herstellerangaben und ADAC-Messungen zeigen, dass die Abweichungen je nach Fahrzeugklasse unterschiedlich ausfallen. Bei günstigeren Modellen sind die Unterschiede oft gering. Beim Dacia Duster etwa nennt der Hersteller 430 Liter Kofferraumvolumen, der ADAC ermittelte 435 Liter. Deutlich größer können die Differenzen bei teureren Fahrzeugen sein. Beim Mercedes-Benz GLC etwa gibt der Hersteller 620 Liter an, der ADAC misst rund 370 Liter. Beim VW Touran liegen zwischen Herstellerangabe (834 Liter) und ADAC-Wert (485 Liter) sogar fast 350 Liter. Wie Hersteller beim Kofferraumvolumen tricksen Für viele Käufer hat das Kofferraumvolumen großen Einfluss auf die Kaufentscheidung. In Prospekten wird daher oft das maximale Kofferraumvolumen angegeben. Dieser Wert gilt allerdings meist nur, wenn Rücksitze umgeklappt oder sogar ausgebaut werden. Dann stehen zwar deutlich mehr Liter zur Verfügung, dafür können aber weniger Personen mitfahren. Teilweise wird der Stauraum bis zum Dach gemessen. In der Praxis lässt sich der Kofferraum jedoch oft nur bis zur Höhe der Rücksitzlehnen beladen, damit die Sicht nach hinten erhalten bleibt und Gepäck nicht zur Gefahr wird. Was zusätzlich zum Kofferraumvolumen wichtig ist Für die Alltagstauglichkeit spielt nicht nur die Literzahl eine Rolle, sondern auch die Form des Gepäckraums. Ein Kofferraum kann breit und tief sein, aber gleichzeitig eine kleine Öffnung haben. Dann lassen sich große Gegenstände nur schwer einladen. Wer ein Auto kauft, sollte deshalb nicht nur auf die Literangabe achten, sondern sich den Kofferraum genau ansehen. Wichtig sind etwa die Größe der Öffnung, die Höhe der Ladekante und die nutzbare Breite und Tiefe. Im Idealfall lässt sich das eigene Gepäck vor dem Kauf ausprobieren. So zeigt sich schnell, ob Kinderwagen, Koffer oder Getränkekisten tatsächlich hineinpassen.

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