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Therapie | Im brüchigen Nest: Die intimen Protokolle von Joan Didion erscheinen posthum

Die große Autorin Joan Didion beschrieb in den „Notizen für John“ ihre Psychotherapie. Die Notizen kreisen um den Alkoholismus der Tochter, Schuld, Mutterschaft und Selbstermächtigung. Jetzt erscheinen sie nach ihrem Tod. Darf man das?

Ein zerbrechlicher Vogel, der aus dem vertrauten Nest gestoßen wird, um fliegen zu lernen: Auf dieses Bild greift Joan Didion in ihren Notizen und Briefen zurück, wenn es um ihre Tochter Quintana geht. Das komplexe Verhältnis von Mutter und Adoptivtochter ist Thema der Notizen für John, die die Brüchigkeit des gemeinsamen Nestes in zwei parallel laufenden Therapiesitzungen zu Alkoholismus, Depression, Suizid und Selbstzweifeln enttarnen.

Didions Notizen sind radikale Selbstoffenbarung oder zumindest der Versuch davon. Alle sind im literarischen Du an ihren Mann John verfasst. Er selbst kommt nicht zur Sprache, die Aufzeichnungen sind Beleg dessen, was Joan selbst in ihren Therapiesitzungen fokussiert: der rücksichtslose Bezug zum Ich – ein Mechanismus, de

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