Bundesliga: Klatsche für den Hamburger SV gegen Hoffenheim
Torreicher Samstag in der Bundesliga. Allerdings mit üblem Ausgang für den HSV und Borussia Mönchengladbach. Heftige Pleite für den Hamburger SV: Mit 1:4 gingen die Hamburger am Samstagnachmittag bei 1899 Hoffenheim unter. Dabei sollte der knappe Derby-Sieg letzte Woche gegen Werder Bremen (3:2) einen Anschub in sportlich ruhigere Zeiten geben. Grischa Prömel (8.), Ozan Kabak (31.), Tim Lemperle (65.) und Fisnik Asllani (72.) schossen den am Ende völlig verdienten Hoffenheimer Sieg heraus. Rayan Philippe traf in der 82. Minute zum 1:4, verschoss in der Nachspielzeit allerdings noch einen Elfmeter (90.+1) für den HSV . Hoffenheim ist nun schon Vierter, die Hamburger rutschen auf Platz 14 ab. Einen wichtigen Sieg feierte auch Eintracht Frankfurt . Mit einem knappen 1:0 gegen den FC Augsburg behalten die Frankfurter die vorderen Tabellenplätze weiter in Sichtweite. Das goldene Tor schoss Ritsu Dōan (68.). Die weiteren Spiele: Der VfL Wolfsburg jubelte über einen 3:1-Sieg bei Borussia Mönchengladbach , St. Pauli erkämpfte sich zu zehnt einen 2:1-Heimerfolg gegen Heidenheim. 1899 Hoffenheim – Hamburger SV 4:1 Für den erhofften Auswärtssieg tat der Hamburger Anhang alles. Weit über 10.000 HSV-Fans in der mit 30.150 Zuschauern ausverkauften Sinsheimer Arena verwandelten das Gastspiel der Hanseaten in ein Heimspiel. "Wir sind maximal bereit, alles zu investieren für die 12.000 bis 15.000 HSV-Fans hier", sagte der Hamburger Trainer Merlin Polzin kurz vor dem Anpfiff bei Sky. Sein Gegenüber Christian Ilzer würdigte TSG-Star Andrej Kramarić schon vor seinem 300. Bundesligaspiel als "ganz große Größe" in der Eliteklasse. Die Hamburger, bei denen unter anderem der gesperrte Nicolai Remberg und der verletzte Jean-Luc Dompé fehlten, kamen ganz schlecht in die Partie. Der völlig frei stehende Prömel brachte die TSG früh per Kopf in Führung. Es war bereits das fünfte Saisontor des Mittelfeldspielers. Auch nach der Führung blieben die Hoffenheimer das bessere Team. Prömel untermauerte seine derzeit starke Form durch die Vorarbeit zum Treffer von Kabak. Der Innenverteidiger beschenkte sich bei seinem Startelf-Comeback selbst, er war nach einem Kreuzbandriss lange außen vor gewesen. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde der HSV etwas besser und brachte immerhin ein wenig Gefahr vor den Kasten von Nationaltorhüter Oliver Baumann . Ein Treffer sprang dabei aber nicht raus. Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatte Miro Muheim das Anschlusstor auf dem Fuß. Baumann parierte den fulminanten Distanzschuss des Mittelfeldspielers stark (49.). Dennoch blieben die Gäste am Drücker, die Kraichgauer agierten zu passiv. Das änderte sich nach einer Stunde. Die Hoffenheimer übernahmen wieder das Kommando, der HSV zeigte erneute Abwehrschwächen, die Lemperle nutzte. Danach durfte Kramarić unter dem Applaus der TSG-Fans sein Jubiläumsspiel vorzeitig beenden. Für den Kroaten kam Asllani, der prompt traf. Philippe betrieb Ergebniskosmetik, vergab dann aber vom Punkt. Eintracht Frankfurt – FC Augsburg 1:0 Holprig und zäh wurde es für Frankfurt gegen Augsburg. Das große Selbstvertrauen, das die Eintracht noch zu Saisonbeginn auszeichnete, ist aktuell verschwunden. Schon nach drei Minuten musste Torhüter Michael Zetterer erstmals hinter sich greifen, als Augsburgs Abwehrchef Chrislain Matsima wuchtig ins Tor köpfte – wegen einer Abseitsposition wurde das Tor nach längerer Video-Unterbrechung aber zurückgenommen. Danach übernahmen die Gastgeber zunehmend die Kontrolle, ohne richtig zwingend zu werden. Ansgar Knauff (10.) und Arthur Theate (21.) kamen immerhin zu guten Abschlüssen im Strafraum. Doch zunächst parierte Augsburgs Schlussmann Finn Dahmen, dann zielte der belgische Verteidiger frei stehend aus kurzer Distanz zu hoch. So ging es mit einem 0:0 der wenig aufregenden Sorte und deutlich vernehmbaren Pfiffen der Fans in die Kabine. Und das, obwohl zwei der schwächsten Defensivreihen aufeinandertrafen. Nach der Pause kamen Uzun und Neu-Nationalspieler Nathaniel Brown dann schnell – sie sollten dem statischen Eintracht-Spiel Dynamik und neue Ideen verleihen. Uzun kam direkt in seine Aktionen, leistete sich aber ein paar einfache Abspielfehler. Auch die Gäste aus Augsburg spielten ihre Konter häufig unsauber zu Ende. In der letzten halben Stunde wurde es turbulent: Erst brachte Dōan die Eintracht mit einem abgefälschten Schuss in Führung. Dann erhöhte Augsburg das Risiko und kam zu Chancen. Abwehrspieler Noahkai Banks nutzte kurz vor dem Ende eine Unaufmerksamkeit zum Ausgleich – doch auch dieses Tor wurde wegen einer Abseitsposition unmittelbar davor aberkannt. Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg 1:3 Die Wolfsburger erwischten einen Traumstart, die Gladbacher einen ersten Durchgang zum Vergessen. Patrick Wimmer verarbeitete eine herrliche Hereingabe von Lovro Majer technisch anspruchsvoll und traf zur frühen Führung für den VfL. Kurz nachdem er Borussen-Keeper Moritz Nicolas mit einem Flachschuss geprüft hatte, traf Konstantinos Koulierakis auf der anderen Seite ins eigene Netz. Das Kopfballduell, das der Grieche dabei mit Haris Tabaković geführt hatte, wurde von Schiedsrichter Patrick Ittrich am Bildschirm noch mal auf ein mögliches Foul des Gladbacher Stürmers überprüft. Der Treffer behielt aber seine Gültigkeit. Eine wirkliche Hilfe war er den Gastgebern allerdings nicht. Die Wolfsburger blieben griffiger – und schlugen schnell wieder zurück. Eine Flanke von Christian Eriksen klärte Borussias Abwehrchef Nico Elvedi vor die Füße von Mohamed Amoura. Der Algerier ließ sich nicht lange bitten und erzielte sein sechstes Liga-Tor in dieser Saison. Auch beim dritten Gegentor verteidigte Gladbach schwach. Eriksen setzte Wimmer mit einem No-Look-Pass in Szene – und der traf aus kurzer Distanz. Gladbachs Trainer Eugen Polanski versuchte, seiner Offensive nach dem Seitenwechsel frischen Schwung zu verleihen und wechselte in der 57. Minute unter anderem Talent Wael Mohya ein. Der 16-Jährige ist damit der jüngste Spieler, den die Borussia bisher in ihrer Bundesliga-Historie eingesetzt hat. Gefährlicher blieben zunächst jedoch die Wolfsburger. Majer traf erst den Pfosten (61.) und dann zum vermeintlichen 4:1 für die Gäste (64.). Das Tor wurde wegen einer Abseitsstellung aber wieder einkassiert. Aus dem gleichen Grund zählte auch Gladbachs Anschlusstreffer durch Tabaković nicht (72.). Elf Minuten vor dem Ende traf Borussias Yannik Engelhardt noch das Aluminium. FC St. Pauli – Heidenheim 2:1 St. Paulis wichtigen Sieg besiegelte Doppelpacker Martijn Kaars (35. Minute/53.), der den Ball zweimal schnörkellos ins Tor schoss. Weil Eric Smith (45.) kurz vor der Pause wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte, mussten die Gastgeber die komplette zweite Hälfte mit einem Spieler weniger bestreiten. Für die Heidenheimer verkürzte Marvin Pieringer (64.). Durch die Niederlage rutschte das Team von Heidenheims Coach Frank Schmidt in der Tabelle wieder auf einen direkten Abstiegsplatz. Der punktgleiche FC St. Pauli sprang dank des besseren Torverhältnisses auf Relegationsplatz 16.