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Südkorea: Ex-Staatschef Yoon muss ins Gefängnis

Gut ein Jahr nach der vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts fällt das erste Urteil gegen Südkoreas Ex-Präsidenten Yoon Suk Yeol. So argumentiert das Gericht. Südkoreas früherer Präsident Yoon Suk Yeol ist in einem ersten Prozess zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Richter befand den Ex-Staatschef wegen Justizbehinderung und weiterer Anklagepunkte im Zusammenhang mit der vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts für schuldig. Es ist das erste Urteil gegen Yoon, der am 3. Dezember 2024 vor dem Hintergrund eines Haushaltsstreits zeitweise das Kriegsrecht ausgerufen hatte. Damit stürzte er Südkorea in eine tiefe politische Krise. Das Parlament in Seoul stimmte in der Folge für die Absetzung des damaligen Präsidenten, was das südkoreanische Verfassungsgericht im April bestätigte. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den Ex-Präsidenten gefordert. In ihrem Schlussplädoyer am Dienstag warf die Anklage Yoon vor, der Rädelsführer hinter einem "Aufstand" gewesen und von "Machtgier mit dem Ziel einer Diktatur und langfristigen Herrschaft" angetrieben gewesen zu sein. Yoons Verteidiger betonten dagegen die Unschuld des früheren Staatschefs. In einem teils theatralisch vorgetragenen Plädoyer stellten sie ihn in eine Reihe mit Galileo Galilei, der im 17. Jahrhundert als Ketzer verurteilt wurde, und dem 1600 auf dem Scheiterhaufen verbrannten Giordano Bruno.

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