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Niederlage gegen Serbien: "Alfred, scheiße gecoacht" – Ex-Handballer kritisiert Trainer und Team

Im Spiel gegen Serbien unterläuft Trainer Alfred Gislason ein folgenschwerer Patzer. Für die erste EM-Pleite führten frühere Handballer jedoch tiefgreifendere Gründe an.

Handball-Ikone Stefan Kretzschmar und seine Weltmeister-Kollegen von 2007 haben Deutschlands Nationalspieler nach dem teils desaströsen EM-Auftritt gegen Serbien scharf kritisiert. "Auf Außen hätten heute auch der Busfahrer und der Physiotherapeut stehen können. Da kam ja gar kein Ball hin. Die zweite Halbzeit ist halt wieder scheiße. Sie ist heute eine Katastrophe gewesen", bemängelte Kretzschmar nach dem 27:30 gegen Serbien bei Dyn. 

Will sich die DHB-Auswahl nicht auf die Schützenhilfe der Österreicher verlassen, muss gegen Spanien am Montag (20.30 Uhr/ZDF/Dyn) ein Sieg mit mindestens drei Toren Unterschied her. Dann wäre der Olympia-Zweite im Falle eines Sieges von Serbien beim Dreiervergleich definitiv Gruppenzweiter vor Spanien. 

Alfred Gislason mit folgenschwerem Auszeit-Patzer

Gegen Serbien sah Deutschland lange wie der sichere Sieger aus, führte zur Halbzeit 17:13 – auch dank Spielmacher Juri Knorr, der nach der Pause auf deutlich weniger Einsatzminuten kam. "Wir haben die Serben in der ersten Halbzeit niedergerannt – und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht. Ich stand nicht so viel auf der Platte in der zweiten Halbzeit. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll", sagte Knorr, ohne den Namen des Bundestrainers in den Mund zu nehmen.

Gislason war in der dramatischen Schlussphase zudem ein folgenschwerer Auszeit-Patzer unterlaufen, für die der Coach die volle Verantwortung übernahm. "Das ist natürlich fatal aus meiner Sicht und geht völlig auf mich. Ich wollte das Timeout nehmen, wo wir gerade vollzählig sind. Leider habe ich dann den Bruchteil einer Sekunde zu früh gedrückt", erklärte der Isländer nach der Partie.

Was war passiert? In der 58. Minute hatte Spielmacher Juri Knorr eigentlich den Ausgleich zum 26:26 erzielt, als plötzlich ein lauter Sound in der Arena in Herning ertönte. Gislason hatte an der Seitenlinie auf den roten Buzzer gedrückt, um eine Auszeit zu nehmen. Allerdings war Knorrs Ball zu diesem Zeitpunkt noch nicht über der Torlinie. Gislason hatte offenbar nicht mit einem Treffer gerechnet. "Die Auszeit war passend zum Spiel. Aber daran hat es nicht gelegen. Das passiert", befand Knorr.

Kretzschmar: "Mir macht Angst, wie wir angreifen"

Auch Kapitän Johannes Golla nahm seinen Trainer in Schutz. Der Kreisläufer sprach zwar von einer ungünstigen und ärgerlichen Situation, die aber nicht spielentscheidend gewesen sei. "Alfred wollte die Auszeit nehmen, bevor das Zeitspiel kommt. Da erwischt er eigentlich einen guten Moment. Dass Juri genau in dem Moment intuitiv einläuft, konnte keiner absehen. Er hat sich in der Auszeit direkt dafür entschuldigt", berichtete Golla.

Nach Meinung von Kretzschmar war vor allem die Abschlussschwäche Grund für den Einbruch. Fehlwürfe und Fehlpässe reihten sich phasenweise aneinander. "Mir macht Angst, wie wir angreifen. Wir sind so unkreativ und ohne Lösung im Angriff, ohne Flow. Ich sehe mir das Spiel an und frage mich: Wo wollen wir hin? Was ist die Idee?", sagte der Dyn-Experte.

Pascal Hens: "Das ist so dumm"

Sein ehemaliger Teamkollege Pascal Hens pflichtete ihm bei. Der 45-Jährige konnte außerdem nicht nachvollziehen, wie sich Deutschland in den Schlussminuten noch so viele Tore fangen konnte. "Das ist so unnötig und dumm. Wieso decken wir offensiv und fangen uns noch ein Tor", wunderte sich Hens.

Genau wie beiden Handball-Experten fehlte auch Michael Kraus eine entsprechende Führung von Bundestrainer Gislason. "Alfred, scheiße gecoacht. Vercoacht", kritisierte Kraus und schimpfte weiter: "Das war einfach Kacke im Angriff. Man muss es auch einmal beim Namen nennen."

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