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Nach Trumps Rede in Davos: Dänemark schließt Grönland-Verhandlungen aus

Donald Trump hält eine aggressive Rede in Davos. Er fordert "Verhandlungen" über einen Verkauf Grönlands. Dänemark reagiert deutlich. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump , bei der Übernahme Grönlands keine militärische Gewalt anzuwenden, als "positives Zeichen" bezeichnet. Gleichwohl betonte Rasmussen am Mittwoch in Davos vor Journalisten, dass Trump nicht von seiner Absicht abgerückt sei, das zu Dänemark gehörende Gebiet einzunehmen. "Nach dieser Rede ist ganz klar, dass die Ambitionen des Präsidenten unverändert bestehen bleiben", sagte er. Verhandlungen über eine Übergabe Grönlands an die USA kommen für Rasmussen nicht infrage. An solchen Gesprächen werde Dänemark nicht teilnehmen, stellte er im dänischen Fernsehen klar. "Wir gehen in keine Verhandlungen, die darauf basieren, dass wir grundlegende Prinzipien aufgeben. Das werden wir niemals tun." Aggressive Rede in Davos: Trump droht Europa Kommentar zu Davos: Trumps präsentiert Europa eine eisige Rechnung In Deutschland fordern die Grünen eine "sehr robuste Antwort" von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). "Die Zeit der Selbstverzwergung muss vorbei sein", sagte Grünen-Chef Felix Banaszak. Auf diese Rede antworte man nicht, "indem man sich vor dem Bully in den Staub" werfe. Man reagiere, indem man den Rücken gerade mache, wie es Kanadas Premier Mark Carney getan habe. "Die Ansprache eines Gangsters" "Trumps Rede war eine lange Liste von Lügen, sie war eine unmissverständliche Kampfansage. Eine Kampfansage an Grönland , an Kanada , an Europa. An die freie Welt", sagte Banaszak. "Es war die Ansprache eines Gangsters, der die Welt erpresst." Die einzige Sprache, die Trump verstehen werde, sei die Sprache europäischer Entschlossenheit und Stärke. Auf die Ankündigung von Zöllen müsse mit robusten Gegenzöllen reagiert werden. Zudem sei Trump da verwundbar, wo es ihn direkt treffe: "Es braucht einen schnellen neuen Anlauf in der Regulierung und Besteuerung der amerikanischen Digitalkonzerne", forderte Banaszak. Schließlich müsse Europa unabhängiger werden von fossilen Importen aus den USA. Die europäische Verteidigungs- und Sicherheitsarchitektur müsse schnell weiterentwickelt und Europa unabhängiger in kritischen Bereichen werden. Grünen-Co-Chefin Franziska Brantner sagte der "Rheinischen Post", Grönland sei kein Beutestück, sondern ein Land mit Einwohnern, Geschichte und Kultur. "Merz muss aufhören, durch diese Krise schlafzuwandeln. Jetzt ist der Moment, Europa zu einen und unsere Eigenständigkeit entschlossen voranzubringen", so Brantner. "Nichts hiervon ist normal" Gavin Newsom, der Gouverneur von Kalifornien und Trump-Kritiker, sagte in Davos vor Journalisten über die Rede: "Nichts hiervon ist normal. Das ist ein abnormaler Geisteszustand." Bei X schrieb er: "Donald Trump zerstört die amerikanische Wirtschaft und will, dass die Welt ihm dafür applaudiert. Es ist eine besondere Fähigkeit, so sehr die Bodenhaftung zu verlieren." Lob für Trumps Rede kommt von Trumps ehemaligem Botschafter in Deutschland, Richard Grenell.: "Die deutsche CDU-Führung muss sich Donald Trumps Davos-Rede anhören. Dies ist auch ihr Weg." Grenell weiter: "Beschafft euch ein Rückgrat und führt! Oder geht aus dem Weg. Das deutsche Volk braucht Anführer, die die woken Medien ignorieren und Deutschlands Wirtschaft reparieren."" Der US-Präsident hatte zuvor in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum erstmals den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme der Arktisinsel ausgeschlossen. Zugleich forderte er den sofortigen Beginn von Verhandlungen zum "Erwerb" Grönlands durch die USA. In den vergangenen Wochen hatte er nicht ausgeschlossen, sich das zum Nato- und EU-Mitglied Dänemark gehörende autonome Gebiet notfalls mit Gewalt zu "nehmen".

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