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Dagmar Berghoff: "Tagesschau"-Legende war mal mit Dieter Wedel liiert

Als Nachrichtensprecherin begeisterte Dagmar Berghoff jahrzehntelang ein Millionenpublikum. Ihr Ex-Freund gehörte zu Deutschlands Top-Regisseuren. Auf der Suche nach geschichtsträchtigen Gesichtern des öffentlich-rechtlichen Fernsehens stößt man irgendwann auch auf den Namen Dagmar Berghoff . Als erste Sprecherin der "Tagessschau" gehörte die Berlinerin mit dem markanten Kurzhaarschnitt jahrzehntelang zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Landes. Kurz vor ihrem Debüt als Nachrichtensprecherin war die zweifache "Bambi"-Preisträgerin mit einem Mann liiert, der zur selben Zeit mit seiner Arbeit hinter der Kamera für Furore sorgte. Sein Name: Dieter Wedel . Dreieinhalb Jahre waren die "Tagesschau"-Sprecherin, die heute ihren 83. Geburtstag feiert, und der exzentrische Regisseur ein Paar. Als Berghoff, die zuvor auch kleinere Schauspielrollen übernommen hatte ("Einmal im Leben – Geschichten eines Eigenheims"), in die Rolle der Nachrichtensprecherin schlüpfte, war es Wedel, der ihr erklärte, was diese Entscheidung für Folgen haben könnte: "Er hat zu mir gesagt: Wenn du als "Tagesschau"-Gesicht bekannt wirst, kann dich eigentlich kein Regisseur mehr für eine andere Rolle besetzen", verrät Dagmar Berghoff am Silvestertag 1999 in einem Interview mit der "Welt". "Miss Tagesschau": So hat sich Dagmar Berghoff über die Jahre verändert "Ein Arzt sagte mir ...": Dagmar Berghoff spricht über ihre Kinderlosigkeit "Ich war nicht schön genug": Ex-"Tagesschau"-Sprecherin spricht über schwere Kindheit Garant für hohe Einschaltquoten Dieter Wedel kannte das Business. Im Jahr 1973 produzierte er bereits einen "Tatort" ("Ein ganz gewöhnlicher Mord"), der sagenhafte 24,73 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme lockte. Danach folgte eine TV- und Kino-Karriere wie aus dem Bilderbuch. Vor allem seine Mehrteiler waren allesamt große Erfolge. Egal, ob es um fleißige Häuslebauer ("Einmal im Leben – Geschichten eines Eigenheims"), Pauschalreisende ("Alle Jahre wieder – Die Familie Semmeling") oder Roadtrip-Fans ("Wilder Westen inklusive") ging: Wedel-Produktionen waren Garanten für hohe Einschaltquoten. Dieter Wedel war aber auch nach Drehschluss ein gefragter und begehrter Mann. In seiner 2010 veröffentlichten Autobiografie "Vom schönen Schein und wirklichen Leben" berichtet Wedel von zahlreichen Beziehungen, Affären und Liebeleien. "Frauen versuchen, den Regisseur mit ihrem Spiel und ihrer Weiblichkeit zu verführen. Manchmal vermischt sich beides ununterscheidbar", erklärt der Filmemacher. In seiner Autobiografie geht es um viele Frauen. Neben Dagmar Berghoff war Dieter Wedel auch mit Hannelore Elsner, Sylvia Manias und "Ulknudel" Ingrid Steeger zusammen. Letztgenannte beschrieb Wedel wie folgt: "Sie hatte ein unübersehbares Bedürfnis nach beschützender Freundschaft und nicht die geringste Vorstellung vom Wert des Geldes." Viele Jahre lebte der Regisseur und Autor gleichzeitig mit zwei Frauen. Insgesamt hatte Wedel sechs Kinder von sechs verschiedenen Frauen. Viel Getuschel im Hintergrund Der Erfolgsregisseur, der auch in den Neunzigern noch große Projekte an den Start brachte ("Der Schattenmann", "König von St. Pauli"), war beruflich immer obenauf. Im Hintergrund wurde aber auch stets viel getuschelt. Während seiner Produktionen soll oftmals ein rauer Ton geherrscht haben. Darauf angesprochen, äußerte sich Dagmar Berghoff im Jahr 1999 wie folgt: "Wedel ist ein hochbegabter Regisseur und Autor. Es ist vielleicht manchmal nicht ganz richtig, wie er mit seinen Schauspielern umgeht. Aber das Ergebnis ist immer gut", erklärte sie in einem "Spiegel"-Interview. Im Jahr 2018 wurde Dieter Wedel von der Schauspielerin Jany Tempel beschuldigt, sie 1996 in einem Hotel in München vergewaltigt zu haben. Bis zu seinem Tod im Juli 2022 bestritt Wedel die Vorwürfe. Dagmar Berghoff stand bis zuletzt an seiner Seite: "Ich war nicht dabei, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Dieter Wedel es nötig hatte, eine Frau mit Gewalt ins Bett zu kriegen. Er konnte sich vor Avancen kaum retten. Die Vorwürfe gegen ihn haben ihn schwer beschädigt. Er wurde zum Schluss wie ein Aussätziger behandelt. Das tat mir leid für ihn", so die "Miss Tagesschau" in einem Interview mit der "SZ".

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