Franken: Schüsse auf SEK bei Verfolgungsjagd – mehrere Verletzte
Ein Spezialeinsatzkommando will in Oberfranken drei Männer festnehmen. Zwei von ihnen flüchten mit einem Auto. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd mit Schüssen. Bei einer Verfolgungsjagd in Mittelfranken haben zwei Männer auf Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) geschossen und dann einen Unfall verursacht. Insgesamt wurden fünf Personen leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Es gab drei Festnahmen. Das SEK wollte demnach am Abend in Absberg im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen drei Männer – 23, 24 und 30 Jahre alt – in einer Wohnung festnehmen. Es habe Hinweise darauf gegeben, dass sie illegal Waffen besitzen. Festgenommen wurde zunächst nur einer der Verdächtigen – die anderen beiden flüchteten mit einem Auto. Das SEK verfolgte sie und wurde laut Polizei dabei von ihnen beschossen. Verletzt wurde jedoch niemand. Die Verfolgungsjagd zog sich bis nach Weißenburg. Dort prallte der Wagen der beiden Flüchtigen mit einem unbeteiligten Fahrzeug zusammen. Die beiden Verdächtigen seien bei dem Unfall eingeklemmt worden. Sprecher: Gezielter Schuss auf Reifen Die SEK-Beamten gaben den Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums Mittelfranken zufolge nach dem Unfall einen gezielten Schuss auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs ab, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Beide Männer wurden festgenommen. Drei Beamte und die geflohenen Verdächtigen wurden im Zuge des Geschehens leicht verletzt. Die Insassen des unbeteiligten Fahrzeuges seien vorsorglich ins Krankenhaus gebracht worden. Die Polizei stellte im Fahrzeug der beiden Männer eine Waffe sicher. "Wir müssen im Moment davon ausgehen, dass es sich um eine scharfe Schusswaffe gehandelt hat, denn wir haben ein Einschussloch im Einsatzfahrzeug der Beamten", sagte Michael Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Kriminalpolizei ermittelt Mit einem Hubschrauber und einem Suchhund suchte die Polizei zunächst rund um die Wohnung in Absberg nach einer weiteren Person. Demnach konnte die Polizei nicht ausschließen, dass eine vierte Person auf der Flucht war. Die Suche blieb erfolglos. Die Staatsanwaltschaft stellte den Angaben der Polizei zufolge Haftantrag gegen den 24-jährigen Beifahrer des Fluchtautos wegen versuchten Mordes. Gegen den 23-jährigen Fahrer werde wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt. Die Kriminalpolizei Ansbach arbeitet nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Ansbach an dem Fall. Teil der Ermittlungen sei auch die Frage, inwieweit die Tatverdächtigen in gewaltbereite Gruppierungen eingebunden sind.