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Der Goldene Ring reicht künftig bis nach Nischni Nowgorod

In der Region Wladimir. (Foto: Roman Naumow/URA.RU/TASS)

Die bekannteste touristische Route Russlands, der „Goldene Ring“, entstand aus einer Zeitungsveröffentlichung – genauer gesagt aus einer ganzen Serie. Der Journalist Juri Bytschkow entwickelte 1965 die Idee einer Rundreise durch alte russische Städte, die man mit dem Auto von Moskau aus unternehmen konnte. Zwei Jahre später verwirklichte er seine Idee und brachte  von der Reise eine Artikelserie mit, die in der Zeitung „Sowjetskaja kultura“ erschien – unter dem gemeinsamen Titel „Goldener Ring“. Der Begriff setzte sich rasch durch, und die Route wurde schnell sehr populär. Doch schon bald entbrannten Diskussionen darüber, wie viele Städte zum „Goldenen Ring“ gehören sollten und welche genau es sein müssten. In Bytschkows ursprünglichem Vorschlag fehlte beispielsweise Uglitsch – eine Wolgastadt, die über bedeutende architektonische Denkmäler verfügt, weshalb sie für Touristen mindestens ebenso attraktiv ist wie die ursprünglich aufgenommenen Orte. Diese Debatten dürften nun bald ein Ende finden: Vizepremier Dmitri Tschernyschenko kündigte eine grundlegende Erweiterung der berühmtesten Tourismusroute des Landes an.

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Die klassische Route des „Goldenen Rings“ umfasst neun Städte: Sergijew Possad, Pereslawl-Salesski, Rostow, Jaroslawl, Kostroma, Iwanowo, Susdal, Wladimir und Rybinsk. Diese Städte liegen in fünf Regionen: Moskau, Wladimir, Iwanowo, Kostroma und Jaroslawl. Von den insgesamt 33 UNESCO-Welterbestätten in Russland gehören drei zu Städten des „Goldenen Rings“.

49

Der stellvertretende Regierungschef Dmitri Tschernyschenko kündigte an, dass die Route des „Goldenen Rings“ bis zum 60. Jubiläum im Jahr 2027 erheblich erweitert wird. Dann sollen weitere 49 Städte und Dörfer aufgenommen werden. Die Route erstreckt sich dann auch auf das Gebiet der Regionen Nischni Nowgorod und Twer. Sie wird zudem den Nationalpark „Meschtschera“ einbeziehen.

1514,9 Km

Entlang der Städte des „Goldenen Rings“ führt die gleichnamige Autotrasse R-132 – die längste Ringstraße Russlands. Ihre Länge beträgt 1514,9 Kilometer. Neben den bekannten Städten der Route verläuft sie außerdem durch Gus-Chrustalny, Rjasan, Tula, Wjasma, Rschew, Twer und Uglitsch. Die Städte Michailow und Kaluga umfährt sie hingegen. Die gesamte Strecke ist asphaltiert.

15. Jh.

Im Jahr 2017 legte das Kulturministerium Kriterien zur Bewertung von Städten fest, die für eine Aufnahme in das nationale Tourismusprojekt „Goldener Ring Russlands“ infrage kommen. Eine Stadt muss spätestens im 15. Jahrhundert gegründet worden sein und über erhaltene Denkmäler der russischen Sakralarchitektur sowie Kulturerbeobjekte und Sehenswürdigkeiten von föderaler oder regionaler Bedeutung verfügen.

19,4 Mio.

Im Dezember 2025 veröffentlichte das Zentrum für Strategische Entwicklungen eine Studie zum touristischen Aufkommen auf den wichtigsten russischen Reiserouten. Laut dem Bericht verzeichneten die Regionen des „Goldenen Rings“ in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 insgesamt 19,4 Millionen touristische Reisen – das entspricht 23,5 Prozent des landesweiten Gesamtwerts. Besonders auffällig ist der Anstieg ausländischer Gäste: Ihre Zahl wuchs um 17,9 Prozent auf 2,5 Millionen Personen. Den höchsten Zuwachs bei internationalen Touristen verzeichnete dabei die Moskauer Region mit 77,3 Prozent.

20.800

Durch die Erweiterung des „Goldenen Rings“ wird sich die Zahl der Hotelzimmer entlang der Route nach Einschätzung von Immobilienmarktexperten verdoppeln – von bisher 10.300 auf künftig 20.800 Zimmer. Mehr als die Hälfte aller Zimmer befindet sich in den Städten Nischni Nowgorod, Jaroslawl und Wladimir. Etwa 27 Prozent der Zimmer gehören zu Hotels der Kategorien drei bis fünf Sterne; davon machen Fünf-Sterne-Häuser lediglich 2 Prozent des Angebots aus. In zehn der 49 neu hinzukommenden Orte gibt es derzeit überhaupt keine Hotels.

Igor Beresin

Запись Der Goldene Ring reicht künftig bis nach Nischni Nowgorod впервые появилась Moskauer Deutsche Zeitung.

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