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Mütterrente: So wirkt sich die Erhöhung auf Witwerrenten aus

Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die Folgen der Mütterrente für Witwer. Stirbt der Ehepartner, ist das oft nicht nur emotional belastend. Auch finanziell kann ein Todesfall in der Familie den Hinterbliebenen Sorgen bereiten. Um zumindest etwas Hilfe zu bieten, zahlt die gesetzliche Rentenversicherung Witwen und Witwern eine Hinterbliebenenrente , wenn der oder die Verstorbene mindestens fünf Jahre lang Beiträge geleistet hat. Doch was gilt eigentlich, wenn sich künftig die Rente von Millionen Frauen durch die Ausweitung der Mütterrente erhöht ? Hat das auch Folgen für Witwenrenten? Das fragen sich gleich mehrere t-online-Leser. So schreibt etwa einer: "Meine Frau ist leider im Jahr 2017 verstorben, wir haben vier Kinder aufgezogen, das jüngste ist 1975 geboren. Nun bekomme ich ja Witwerrente. Erhöht sich diese, wenn die Mütterrente ausgeweitet wird?" Mütterrente hat Folgen für Witwen und Witwer Die erfreuliche Antwort für die Leser: Ja, das tut sie. "Die Witwerrente wird aus den Versicherungszeiten Ihrer verstorbenen Frau berechnet", erklärt Gundula Sennewald von der Deutschen Rentenversicherung Bund. "In diesen Versicherungszeiten sind auch Zeiten der Kindererziehung enthalten." Vergrößert sich durch die Mütterrente nachträglich die Zeitspanne, die bei der Rente als Erziehungszeit anerkannt wird, wird die Rente der verstorbenen Frau des Lesers neu berechnet. Für vor 1992 geborene Kinder werden zurzeit maximal 30 Monate Kindererziehungszeit berücksichtigt. Künftig sollen weitere sechs Monate anerkannt werden. Das regelt die sogenannte Mütterrente III, die im Rentenpaket enthalten war, das Bundestag und Bundesrat Ende 2025 beschlossen haben. Was sich dadurch sonst noch für Rentner und Beschäftigte ändert, lesen Sie hier. So stark steigt die Witwerrente maximal "Die Entgeltpunkte für diese zusätzlichen Monate wirken sich dann direkt auf Ihre Witwerrente aus", sagt Sennewald. "Bitte beachten Sie aber, dass eine Witwerrente maximal 60 Prozent der Rente der Verstorbenen beträgt . Die zusätzlichen Entgeltpunkte kommen daher bei Ihnen ebenfalls nur zu maximal 60 Prozent an." In Euro bedeutet das: Da die Mütterrente III die Altersrente aktuell um rund 20 Euro pro Kind erhöht, würde eine davon abgeleitete Witwerrente um maximal 12 Euro steigen (60 Prozent von 20 Euro). Allerdings wird die Mütterrente III erst 2028 ausgezahlt – dann allerdings rückwirkend ab 2027. Frag t-online: Erhalte ich Mütterrente, wenn ich schon länger in Rente bin? Nicht entgehen lassen: Dieser Antrag erhöht Ihre Rente um 122 Euro Ursprünglich wurden für vor 1992 geborene Kinder nur bis zu 12 Monate Kindererziehungszeit anerkannt. Die Mütterrenten I und II, die seit 2014 und 2019 gelten, weiteten diesen Zeitraum zunächst auf bis zu 24 Monate aus (Mütterrente I) und dann auf bis zu 30 Monate (Mütterrente II). Mit der neuen Mütterrente III sollen nun bei allen Eltern bis zu 36 Monate Kindererziehungszeiten bei der Rente berücksichtigt werden. Für Eltern mit Kindern, die ab 1992 geboren wurden, wurden schon immer bis zu 36 Monate anerkannt. Gut zu wissen: Die Mütterrente kommt immer nur einem Elternteil zugute – und zwar jenem, der das Kind überwiegend erzogen hat. Da das historisch betrachtet meist die Mutter war, wird die Rente umgangssprachlich Mütterrente genannt. Sie kann aber auch Vätern zugesprochen werden.

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