USA zahlen nicht: UN-Chef warnt vor "unmittelbarem finanziellem Kollaps"
Der Generalsekretär António Guterres beklagt die dramatische Situation der Vereinten Nationen. Ein Grund: Die USA unter Donald Trump zahlen ihre Schulden nicht. UN-Generalsekretär António Guterres hat die 193 Mitgliedstaaten eindringlich vor einem finanziellen Zusammenbruch der Vereinten Nationen gewarnt. "Entweder kommen alle Mitgliedstaaten ihrer Verpflichtung nach, ihre Beiträge vollständig und pünktlich zu zahlen – oder die Mitgliedstaaten müssen unsere Finanzregeln grundlegend überarbeiten, um einen drohenden finanziellen Zusammenbruch abzuwenden", schrieb Guterres in einem Brief an die Staaten. Die Lage sei akut. Die finanzielle Situation der UNO verschlechtere sich "rapide", warnte Guterres. Sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, könnte bereits im Juli das Geld für den regulären Haushalt ausgehen. Besonders kritisch seien Entscheidungen einzelner Länder, "die obligatorischen Beiträge nicht zu leisten, mit denen ein bedeutender Teil des genehmigten regulären Budgets finanziert wird". Der aktuelle Kurs sei "nicht haltbar" und setze die Organisation einem "strukturellen finanziellen Risiko" aus. UN : USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück Warnung : "Weltuntergangsuhr" so nah an Mitternacht wie nie zuvor Zu den Hauptverursachern der Zahlungsrückstände zählen die USA . Unter Präsident Donald Trump hatten die Vereinigten Staaten ihre Zahlungen an mehrere UN-Organisationen gekürzt oder ganz eingestellt und Pflichtbeiträge teils zurückgehalten. Nach Angaben aus UN-Kreisen schulden die USA den Vereinten Nationen inzwischen mehrere Milliarden Dollar. Trump hatte die Organisation wiederholt als ineffizient kritisiert. Wofür der reguläre UN-Haushalt gebraucht wird Der von Liquiditätsproblemen bedrohte reguläre Haushalt der Vereinten Nationen finanziert die Kernarbeit der Organisation. Dazu zählen unter anderem politische Vermittlungsarbeit, internationale Gerichte und Rechtspflege, Menschenrechtsarbeit, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Koordination sowie die Öffentlichkeitsarbeit der UNO. Er ist strikt vom separaten Friedenssicherungshaushalt getrennt, aus dem etwa UN-Blauhelmmissionen bezahlt werden. Ende Dezember genehmigte die UN-Generalversammlung den regulären Haushalt für das Jahr 2026 in Höhe von 3,45 Milliarden US-Dollar . Der Etat folgt weitgehend einem Reformvorschlag Guterres’ und sieht Einsparungen von rund 15 Prozent sowie einen deutlichen Personalabbau vor. Rund 2.900 Stellen sollen gestrichen werden. UN-Kontrolleur Chandramouli Ramanathan sprach von einem "Jahr voller Herausforderungen" und mahnte zugleich, die Umsetzung des Haushalts werde besonders anspruchsvoll. Trotz der Kürzungen bleibt die Finanzierung fragil. Guterres warnte, die Krise "vertieft sich, bedroht die Umsetzung von Programmen und riskiert den finanziellen Kollaps". Zwar hätten einige Mitgliedstaaten ihre Beiträge für 2026 frühzeitig überwiesen, doch das reiche nicht aus, solange große Zahler ihre Verpflichtungen nicht erfüllten. Die Finanzprobleme der Vereinten Nationen haben allerdings nicht für alle Spitzenposten direkte Folgen. Die Präsidentin der UN-Generalversammlung, die frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock , muss nicht um ihre Vergütung fürchten. Sie erhält ein zu versteuerndes Grundgehalt von gut 13.000 Euro im Monat nach der deutschen Besoldungsgruppe B9. Ihr Einkommen wird aber nicht aus dem UN-Haushalt bezahlt, sondern von Deutschland als Entsendestaat.