World News in German

Epstein-Akten: Das steht in den Dokumenten über Donald Trump

In den neu veröffentlichten Epstein-Akten taucht Donald Trumps Name häufig aus. Was genau wird über den US-Präsidenten geschrieben? Als die US-Regierung am Freitag rund drei Millionen neue Seiten aus den Akten rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlichte, versuchte Präsident Donald Trump schnell, jede Schuld von sich zu weisen. So erklärte er vor Reportern, die Akten sprächen ihn von jeglichem Fehlverhalten frei. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Todd Blanche erklärte derweil, das Justizministerium habe Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens von Trump untersucht, aber keine glaubwürdigen Informationen gefunden. Es solle keine weiteren Anklagen im Zusammenhang mit Epstein geben. Da waren die Akten noch keine 48 Stunden veröffentlicht. "Wann sind die wildesten Partys?": Epstein-Akten belasten Elon Musk Neue Dokumente veröffentlicht: Epstein-Mitarbeiter soll "schlimmer" als Ghislaine Maxwell gewesen sein Doch ein genauerer Blick in die Akten zeigt, dass Trump eine maßgebliche Rolle spielt und es sehr wohl zahlreiche direkte Anschuldigungen und Hinweise auf sexuelle Übergriffe des heutigen US-Präsidenten gibt. Explizite Vorwürfe gegen Trump Bereits in den vorigen Veröffentlichungswellen tauchte Trumps Name mehrfach auf und festigte das Bild einer innigen Männerfreundschaft zu Epstein, was Trump zuvor immer wieder bestritten hatte. Vor allem das Interesse an jungen Frauen schien die beiden zu verbinden. In den neuen Akten finden sich laut einer Recherche der "New York Times" insgesamt über 5.300 Dateien mit 38.000 Verweisen auf Trump. Dabei geht es teilweise direkt um den US-Präsidenten, aber auch um sein Anwesen Mar-a-Lago und seine Frau Melania. Bei einem Teil der Dokumente handelt es sich um interne E-Mails des FBI. Darin schreibt ein Beamter unter anderem, Trump sei einer von einem halben Dutzend prominenter Männer, über die die Behörde "pikante Informationen" besitze. Eine Mail aus dem August 2025 enthält dabei mehrere explizite Anschuldigungen gegen Trump. Darin erklären mehrere Zeugen, Trump habe Sex mit minderjährigen Mädchen gehabt. So findet sich darin eine Aussage einer Frau, die erklärt, sie sei als 13-Jährige gemeinsam mit anderen Mädchen dazu gezwungen worden, Oralsex mit Trump zu haben. Eine andere Frau berichtet, eine Freundin sei mit 13 oder 14 Jahren zu Oralverkehr mit Trump gezwungen und von ihm geschlagen worden. Allerdings konnte das FBI die Aussagen offenbar nicht verifizieren, weshalb es bei Behauptungen bleibt. Trumps Name fällt häufig Ein anderes Dokument zeigt handschriftliche Notizen einer Befragung aus dem September 2019. Darin berichtet die Frau, deren Name geschwärzt wurde, sie sei nach Mar-a-Lago gebracht worden. Dort soll Epstein zu Trump gesagt haben: "Das ist ein guter Fang, nicht wahr?" Es gibt aber keinen Hinweis auf konkretes Fehlverhalten Trumps. An anderer Stelle geht es um eine Aussage von Epsteins Mitarbeiter Juan Alessi, der dem FBI mitgeteilt habe, Trump habe Epsteins Haus zusammen mit anderen bekannten Persönlichkeiten besucht. Andere Dokumente bestätigen derweil die zeitweise enge Freundschaft zwischen Epstein und Trump Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre, bevor es zum Bruch gekommen sein soll. So zeigen Fotos das Innere von Epsteins Villa in Manhattan , auf denen Bilder von einflussreichen Männern wie Trump ausgestellt sind. Zudem gibt es Mails bezüglich der Entstehung einer Briefsammlung anlässlich Epsteins 50. Geburtstag. Bereits im vergangenen Jahr kam eine mutmaßliche Zeichnung Donald Trumps an die Öffentlichkeit, die in Form eines Frauenkörpers gestaltet wurde. An einer Stelle der Dokumente heißt es beispielsweise, Trumps Beitrag sei noch nicht eingegangen. Epstein suchte offenbar Kontakt zu Trump Allerdings ist nicht jeder Verweis auf Trump neu: Bei vielen Dokumenten, in denen Trumps Name vorkommt, handelt es sich auch um öffentlich verfügbare Zeitungsartikel, die in Epsteins E-Mail-Postfach gelandet sind. Andere Dateien sind Kopien bereits früher veröffentlichter E-Mails und anderer Dokumente. Zudem stammt ein Großteil der neuen Akten aus einer Zeit, in der Trump und Epstein schon miteinander gebrochen hatten. Und so zeigen die neuen Dokumente laut der Auswertung der "New York Times" insbesondere auch, dass Epstein offenbar weiterhin an Trump interessiert war und wohl nach Möglichkeiten suchte, um von dessen politischem Aufstieg zu profitieren. 2011 soll er erwogen haben, Trump zu kontaktieren. In einer E-Mail an einen Privatdetektiv erklärt Epstein, er wolle mit Trump über Virginia Giuffre sprechen. Giuffre war eines der prominentesten Opfer Epsteins und arbeitete zuvor in Trumps Resort Mar-a-Lago. Sie ging früh mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit, beschuldigte aber nie Donald Trump. Im vergangenen Jahr beging sie Suizid. Epstein über Trump: "Ihre Welt versteht nicht, wie dumm er wirklich ist" Auch ein E-Mail-Verkehr zwischen Epstein und dem ehemaligen Harvard-Präsidenten Larry Summers bezieht sich auf Trump. Darin fragt Summers Epstein nach der Wahrscheinlichkeit von Trumps Kokainkonsum, woraufhin Epstein "null" antwortet. In einer anderen Mail fragt Summers: "Wie schuldig ist Donald?", und bezieht sich dabei auf russische Einflussnahme bei der Präsidentschaftswahl 2016. Er selbst nennt diese Annahme "plausibel, aber nicht sicher". Daraufhin antwortete Epstein: "Ihre Welt versteht nicht, wie dumm er wirklich ist." Trumps Ehefrauen tauchen in Epstein-Files auf Auch Trumps Ehefrau Melania taucht in den neuen Akten auf. So legen die Dokumente einen E-Mail-Verkehr mit Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell offen. Eine handgeschriebene Seite eines Notizbuchs listet Geschenke auf. Dabei taucht auch ein Armband für Ivanka Trump auf, die bis Anfang der 1990er-Jahre mit Trump verheiratet war und mittlerweile verstorben ist. Die nun neu veröffentlichten Dokumente sollen die letzten Akten sein, die das Justizministerium freigibt, sagte Vize-Justizminister Blanche. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, die Akten an die Öffentlichkeit zu bringen, sich aber zunächst geweigert, dem nachzukommen. Ende des vergangenen Jahres begann die Regierung dann damit, die Akten zu veröffentlichen. Dabei gibt es allerdings große Kritik, dass zahlreiche Dokumente noch immer zurückgehalten werden und ein Großteil der veröffentlichten Papiere geschwärzt wurde.

Читайте на сайте