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FC Bayern: Upamecano-Poker spitzt sich zu – das ist der Knackpunkt

Die Zukunft von Dayot Upamecano beim FC Bayern ist noch immer unklar. Jetzt hat sich auch Uli Hoeneß in den Poker ein. Der Deal hakt an einem entscheidenden Punkt. Der Vertragspoker des FC Bayern mit Dayot Upamecano spitzt sich immer weiter zu und geht jetzt in die letzte Runde. "Die Fakten sind auf dem Tisch. Jetzt liegt es an Upa", sagte Bayerns Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen schon am 7. Januar im Interview mit t-online . "Ich glaube, das, was er jetzt da liegen hat, das sollte er unterschreiben. Denn es wird nicht besser." "Auf gutem Weg": Wird er Goretzkas Nachfolger bei Bayern? Bayern-Boss exklusiv: "Bayern ohne die beiden, das ist sehr schwer vorstellbar" Der Klub-Boss machte schon damit unmissverständlich deutlich, dass Bayern sein Angebot an den Abwehrspieler nicht mehr erhöhen wird und setzte ihm gleichzeitig ein Ultimatum: "Wir wollen nun zu einer Entscheidung kommen, und das weiß Dayot Upamecano auch." Dreesen warnte den Franzosen: " Wenn man ein Kaugummi zu lange kaut, ist der Geschmack irgendwann raus. Deshalb sollte sich das nicht wie Kaugummi ziehen." Seitdem sind nun knapp vier Wochen vergangen. Die Reaktion von Upamecano und dessen Beratern lässt allerdings immer noch auf sich warten – obwohl die von Bayern gesetzte Deadline laut "Bild" bereits am 1. Februar abgelaufen sein soll. Die Frist verstreichen zu lassen, wäre zweifellos ein klarer Affront an die Bayern-Bosse, die mehr und mehr ihre Geduld mit Upamecano verlieren. "Über dieses Verhalten bin ich entsetzt" Das bestätigte Ehrenpräsident Uli Hoeneß , der sich nun ebenfalls in den Poker einschaltete. "Über dieses Verhalten", schimpfte Hoeneß in Richtung der Agenten des Franzosen, "bin ich entsetzt". Er wisse, so der Klub-Patron im "Kicker", dass sich Upamecano "und seine Familie in München sehr wohlfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen." Ähnlich war es den Münchnern vor ein paar Jahren ergangen, als David Alaba den Rekordmeister am Ende im Sommer 2021 ablösefrei zu Real Madrid verließ. Dessen Star-Berater Pini Zahavi beschimpfte Hoeneß damals als "geldgierigen Piranha". Ums Geld geht es zweifellos auch dieses Mal wieder. Auf die Rahmenbedingungen einer möglichen Vertragsverlängerung haben sich beide Seiten grundsätzlich bereits längst verständigt. Im Gespräch ist ein neuer Kontrakt über vier oder sogar fünf Jahre. Die Upamecano-Seite soll sich dabei einen Gehaltsanstieg von bisher geschätzt knapp 16 Millionen Euro pro Jahr auf rund 20 Millionen Euro erhoffen. Zudem ist ein Handgeld über ebenfalls knapp 20 Millionen Euro im Gespräch. Demnach soll sich Upamecano zudem eine ab 2027 gültige Ausstiegsklausel über 65 Millionen Euro wünschen. Das ist der Knackpunkt im Upamecano-Poker Gerade die letzten beiden Punkte sind im Zusammenspiel nun wohl aber der entscheidende Knackpunkt. Auch "Bild" berichtet diesbezüglich von verhärteten Fronten und konkret davon, dass vor allem beim Handgeld die Standpunkte hart aufeinander prallen. Die geforderte Signing-Fee für die Vertragsunterschrift von 20 Millionen Euro sei für die Bayern "inakzeptabel", wie es weiter heißt. Und zwar auch wegen der möglichen Ausstiegsklausel über 65 Millionen Euro. Schließlich könnte Upamecano so im Sommer 20 Millionen Euro Handgeld kassieren, den Verein aber trotzdem schon ein Jahr später für eine festgeschriebene Ablöse verlassen. Um diesem Worst-Case-Szenario entgegenzuwirken und zumindest das finanzielle Risiko dabei zu begrenzen, planen die Bayern wohl, das Handgeld auf die Vertragslaufzeit zu verteilen und gestückelt auszuzahlen. Zu einem solchen Kompromiss ist die Upamecano-Seite bislang allerdings nicht bereit. Dann bleibt Bayern keine andere Wahl Die Bayern sollen noch in dieser Woche eine finale Antwort des Upamecano-Lagers erwarten. Bleibt die aus, bleibt den Verantwortlichen eigentlich nur noch eins: Dann müssen sie ihr aktuelles Angebot an Upamecano zurückziehen. Der mächtige Aufsichtsrat, in dem auch Hoeneß und Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge sitzen, soll dieser Ultima Ratio bereits zugestimmt und Sportvorstand Max Eberl sowie Sportdirektor Christoph Freund entsprechende Befugnisse erteilt haben. In diesem Fall wäre es allerdings äußerst fraglich, ob es für beide Parteien dann überhaupt noch einen Weg zurück an den Verhandlungstisch geben würde. Stand jetzt läuft Upamecanos Vertrag bei Bayern im Sommer aus und der 27-Jährige könnte den Klub dann ablösefrei verlassen. Vor allem Real Madrid und Paris Saint-Germain sollen an einer ablösefreien Verpflichtung des Innenverteidigers, der seit 1. Januar ganz offiziell auch mit anderen Klubs verhandeln darf, interessiert sein. Jetzt droht Bayern das Worst-Case-Szenario Dieses Worst-Case-Szenario schwebt seit Wochen und Monaten wie ein Damoklesschwert über dem Poker der Bayern mit ihrem Abwehrchef. Die Münchner können es sich nicht mehr leisten, noch länger auf Upamecano zu warten. Schließlich würden sie dann noch mehr wertvolle Zeit verlieren, die sie bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger eigentlich dringend brauchen. Den ersten hochkarätigen Ersatzkandidaten mussten die Bayern mit Marc Guéhi zuletzt bereits von ihrer Liste streichen. Während die Münchner noch die Antwort von Upamecano warteten, wechselte der Kapitän von Crystal Palace, dessen Vertrag ebenfalls im Sommer ausgelaufen wäre, im Winter für bis zu 33,5 Millionen Euro zu Manchester City . Darum drängt Bayern jetzt auf eine Entscheidung Mit Nico Schlotterbeck , der noch bis 2027 bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, kommt wohl im Sommer ein weiterer vielversprechender Bayern-Kandidat auf den internationalen Markt. Auch er kann und wird bei seinen Zukunftsplanungen nicht ewig auf die Bayern und damit auch auf die Entscheidung von Upamecano warten. Dem Vernehmen nach wollen die Bayern noch einmal das direkte Gespräch mit Upamecano suchen – und ihn dabei von einer Vertragsverlängerung überzeugen. "Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Dayot Upamecano sich für einen Verbleib beim FC Bayern entscheiden würde", sagte Hoeneß. Wie es jetzt konkret weitergeht? "Wie die Kommunikation tatsächlich bei uns ist, untereinander: Das ist bei uns", sagte Eberl am vergangenen Samstag. Aber auch er kündigte gleichzeitig an: "Natürlich ist es so: Irgendwann muss auch eine Entscheidung her." Am besten noch in dieser Woche.

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