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Kurz nach Gesprächen in Oman: USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran

Eine Einigung über das iranische Atomprogramm könne nur durch einen "ruhigen" Dialog ohne Druck und Drohungen erzielt werden, erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi nach den indirekten Gesprächen mit den USA am Freitag im Oman. Kurz darauf kündigte Washington neue Sanktionen gegen Teheran an.

Araghtschi begrüßte die Wiederaufnahme des Dialogs mit den USA nach "acht turbulenten Monaten" und bezeichnete die achtstündigen Verhandlungen am Freitag in Maskat unter Vermittlung des omanischen Außenministers als "guten Anfang". Beide Seiten seien sich einig, dass die Gespräche fortgesetzt werden müssten, erklärte der iranische Außenminister in einer Stellungnahme.

Unmittelbar nach Gesprächsende verhängte das US-Außenministerium Sanktionen gegen 15 Organisationen, zwei Einzelpersonen und 14 Schiffe. Ihnen wird vorgeworfen, mit "dem illegalen Handel mit iranischem Erdöl, Erdölprodukten und petrochemischen Produkten" in Verbindung zu stehen. Die Maßnahmen seien Teil einer "Kampagne des maximalen Drucks", die von der Regierung von Präsident Donald Trump eingeleitet worden sei.

In einem Gespräch mit Journalisten am Freitag erklärte Araghtschi, die iranische Delegation habe "deutlich gemacht", dass jeder Dialog frei von Drohungen und Druck sein müsse. In einem Beitrag auf X fügte er hinzu, Iran gehe "mit offenen Augen und dem bewussten Blick auf das vergangene Jahr" in die Diplomatie.

Laut dem Minister haben die vergangenen acht Monate eine Atmosphäre des "großen Misstrauens" geschaffen, das es zu überwinden gelte.

Die Spannungen zwischen den beiden Nationen sind seit dem US-Angriff auf iranische Atomanlagen im vergangenen Juni hoch und haben sich angesichts der weitverbreiteten regierungsfeindlichen Proteste, die die Islamische Republik im Dezember und Januar erschütterten, weiter verschärft. Teheran beschuldigte die USA und Israel, die Unruhen angezettelt zu haben.

In den letzten Wochen entsandte Washington eine Flotte unter Führung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln in den Persischen Golf und forderte, dass ein mögliches Abkommen die Urananreicherung und das iranische Raketenprogramm einschränken müsse. Laut Araghtschi konzentrierten sich die Gespräche in Maskat ausschließlich auf das Atomprogramm.

Iran beteuert, sein Atomprogramm sei rein friedlicher Natur. Washington trat einseitig aus dem Atomabkommen mit Iran von 2015 aus und verhängte erneut Sanktionen gegen Teheran, woraufhin die Islamische Republik die Einhaltung des Abkommens schrittweise reduzierte und Uran auf einen Reinheitsgrad von 60 Prozent anreicherte.

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