Torjäger Guirassy befeuert Königsklassen-Träume beim BVB
Borussia Dortmund steht gegen Atalanta Bergamo vor der internationalen Reifeprüfung. Die Hoffnungen ruhen besonders auf einem Angreifer, den einige schon abgeschrieben hatten. Die sportliche Auferstehung von Torjäger Serhou Guirassy befeuert die Königsklassen-Träume von Borussia Dortmund . Rechtzeitig vor den Play-Off-Duellen des Bundesliga-Zweiten mit Atalanta Bergamo hat der offenbar wechselwillige Stürmer seine Treffsicherheit wiedergefunden. "Wir brauchen seine Tore, die sind immens wichtig", sagte BVB-Trainer Niko Kovac vor dem Hinspiel gegen den Tabellensechsten der italienischen Serie A am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) vor heimischer Kulisse. "Umso schöner, dass er wieder trifft. Denn wenn er trifft, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen." Guirassy beendet Torflaute Zwei Tore gegen Heidenheim, ein Treffer gegen Wolfsburg und zuletzt der Doppelpack gegen Mainz - nach einem monatelangen Leistungstief ist Guirassy wieder ganz der Alte. Der ghanaische Nationalspieler hat im Februar genauso oft getroffen wie zuvor seit Mitte September in 26 Pflichtspielen, bei denen er teilweise sogar nur auf der Bank saß. "Es ist wichtig, dass man einen Stürmer unterstützt. Das habe ich auch getan. Er hat einige Spiele draußen gesessen, aber die Reaktion ist sensationell gut", sagte Kovac über den 29 Jahre alten Angreifer. Auch Sportdirektor Sebastian Kehl stärkte dem Torjäger den Rücken. "Er musste zwischenzeitlich leiden. Die letzten Tore hat er sich hart erarbeitet", sagte Kehl und stellte klar: "Wir brauchen einen sehr guten Serhou Guirassy, um am Ende auch erfolgreich zu sein." Verlässt der Stürmer den BVB im Sommer? Da stören die jüngsten Spekulationen um die Zukunft des Torjägers natürlich. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll Guirassy trotz eines Vertrages bis 2028 mit einem Wechsel im Sommer liebäugeln, um noch einmal große Kasse zu machen. Bereits im vergangenen Jahr soll sein Bruder und Berater den Stürmer bei Vereinen aus Saudi-Arabien angeboten haben. Jetzt zählt aber erst einmal nur Bergamo. Da muss alles passen, soll der Einzug ins nicht nur sportlich lukrative Achtelfinale gelingen. Immerhin gibt es für das Weiterkommen elf Millionen Euro. Dabei mithelfen soll auch Nationalverteidiger Nico Schlotterbeck , der beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 wegen einer Gelb-Sperre fehlte. Wenig Mut macht allerdings die jüngste BVB-Bilanz gegen italienische Clubs. In den letzten sieben Duellen gab es nur einen Sieg, dafür aber drei Remis und drei Niederlagen. Zudem gewann Atalanta die letzten drei Europacupspiele gegen deutsche Teams alle zu null. Kehl und Kovac zuversichtlich Die BVB-Bosse lassen sich davon aber nicht beeindrucken und bemühen lieber die eindrucksvolle Saison-Statistik in der Fußball-Bundesliga. Da gingen die Dortmunder bisher nur einmal als Verlierer vom Platz - Mitte Oktober beim 1:2 in München. "Wir haben einen unheimlich guten Lauf, haben uns spielerisch weiterentwickelt, sind stabil. Warum sollen wir diesen Weg nicht konsequent weitergehen? Ich glaube an die Qualität der Mannschaft", sagte Kehl. Nach dem 3:3 in Frankfurt zum Jahresauftakt gab es sechs Liga-Siege in Serie. Entsprechend groß ist das Selbstvertrauen. "Siege sind immer wichtig und Balsam. Sie helfen für die Stimmung und um daran zu glauben, dass man etwas schaffen kann. Mal schauen, was wir gegen Atalanta zelebrieren", sagte Kovac und fügte mit Blick auf die Bayern-Jagd im Meisterrennen hinzu: "Wenn wir weiterkommen, kann das einen Boost geben."