Angriff auf Iran: Kiesewetter nennt Militärschlag "berechtigt"
Israel und die USA haben den Iran angegriffen, das Regime in Teheran schlägt zurück. Es droht eine Eskalation; sie ruft Reaktionen auf der ganzen Welt hervor. Was viele Beobachter befürchtet haben, ist am Samstagmorgen eingetroffen: Mit einer Serie von Luftschlägen haben Israel und die Vereinigten Staaten iranische Militäranlagen und wohl auch die Führung des Mullah-Regimes angegriffen. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump liefen "große Kampfeinsätze", um eine unmittelbare Bedrohung durch die iranische Führung zu beenden. In Teheran waren Explosionen zu hören, mehrere Ministerien im Süden der Stadt wurden angegriffen, Israel sprach von einem "Präventivschlag", der seit Monaten vorbereitet worden sei. Der Iran reagierte nach israelischen Angaben mit Raketenangriffen in Richtung Israel, die Luftabwehr wurde aktiviert, es gab Luftalarm. Trump erklärte, Ziel sei es, das amerikanische Volk zu verteidigen und zu verhindern, dass durch die "radikale Diktatur" nationale Sicherheitsinteressen der USA bedroht würden. Mit dem Angriff wächst international die Sorge vor einer weiteren Eskalation. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Entwicklung im Iran als "äußerst besorgniserregend". "Wir rufen alle Parteien auf zu größtmöglicher Zurückhaltung, Zivilisten zu schützen und das Völkerrecht zu achten", schrieb sie auf X. Die EU setze weiter auf Stabilität und Diplomatie, EU-Ratspräsident António Costa erklärte zudem, die EU werde EU-Bürger in der Region unterstützen und rief ebenfalls zu Zurückhaltung auf. Der Republikaner Thomas Massie kritisierte das Vorgehen der US-Regierung. Es handele sich um "Kriegshandlungen, die vom Kongress nicht genehmigt wurden", kommentierte das Mitglied des US-Repräsentantenhauses den Militärschlag. Reza Pahlavi, der Sohn des früheren iranischen Schahs, begrüßte die Unterstützung aus Washington grundsätzlich . "Die Hilfe, die der Präsident der Vereinigten Staaten dem tapferen iranischen Volk versprochen hat, ist nun eingetroffen. Es handelt sich um eine humanitäre Intervention, deren Ziel die Islamische Republik, ihr Repressionsapparat und ihre Tötungsmaschinerie ist – nicht das große Land und die Nation Iran", schrieb er auf X. Zugleich mahnte er: "Ich bitte Sie nun eindringlich, äußerste Vorsicht walten zu lassen, um das Leben der Zivilbevölkerung und meiner Landsleute zu schützen." Jürgen Hardt: "Die Zeit der Mullahs ist abgelaufen" Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU), sagte t-online: "Atom- und Raketenprogramm Irans gefährden auch Deutschlands Sicherheit unmittelbar. Was diese Programme zurückwirft, das ist gut für Deutschland." Weiter erklärte er: "Die Zeit der Mullahs ist abgelaufen." Ein neues Iran müsse eines sein, "der seine Nachbarn nicht bedroht und allen Völkern im Iran Mitbestimmung garantiert." CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter begrüßte den Militärschlag ebenfalls. Der Iran hintergehe seit Jahren das internationale Atomabkommen und wolle Israel vernichten, hinzu komme der "kürzliche Massenmord und jahrzehntelange Terror der Mullahs an der eigenen Bevölkerung", sagte er t-online. "Der sorgfältig über Wochen geplante und begrenzte Militärschlag hat damit eine Berechtigung." Der außenpolitische Sprecher der AfD , Markus Frohnmaier, warnte hingegen vor den Folgen einer Eskalation. Ein Iran ohne Mullah-Regime wäre ein Gewinn für die Menschen im Iran, zugleich sei die Gefahr groß, dass eine militärische Eskalation das Land in einen Bürgerkrieg stürze und die Spannungen in der Region weiter zunähmen. "Viele Iraner wünschen sich keine Intervention von außen, sondern wollen die Herrschaft der Mullahs aus eigener Kraft überwinden; dieser Wille zur Selbstbestimmung sollte ernst genommen werden." Jan van Aken: "Katastrophale Folgen" Linken-Chef Jan van Aken sprach von möglichen "katastrophalen Folgen" bei einer weiteren Eskalation. "Ein Krieg würde im schlimmsten Fall nicht nur politisch, sondern auch humanitär und ökologisch katastrophale Konsequenzen haben." Eine Atombombe des Iran müsse verhindert werden, "das können aber keine militärischen Angriffe, sondern nur Verhandlungen und engmaschige Überwachungen vor Ort." Er forderte: "Alle Seiten müssen sofort deeskalieren und von weiteren Angriffen absehen, um auch die betroffene Zivilbevölkerung im Iran und in Israel zu schützen."