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Iran-USA-Israel: Das Mullah-Regime kämpft um seine Existenz

Die Anzeichen hatten sich verdichtet, nun hat es begonnen. Israel und die USA führen einen harten Militärschlag gegen den Iran. Doch die Antwort wird kommen. Das Mullah-Regime kämpft um seine Existenz. "Die Antwort wird vernichtend ausfallen", so zitiert die Nachrichtenagentur Reuters heute früh einen Vertreter der iranischen Regierung. Nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im Iran mit möglicherweise Zehntausenden Todesopfern hatte US-Präsident Trump der Führung in Teheran lange mit einem Angriff gedroht. Jetzt läuft er: Von der See und aus der Luft haben US-amerikanische und israelische Einheiten Ziele im gesamten Iran bombardiert. Newsblog: Alle Entwicklungen zum Angriff auf den Iran Angriff auf Mullah-Regime: Diese Waffen können die USA gegen den Iran einsetzen Das Mullah-Regime wiederum hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass es sich erbittert wehren würde. Ist das reine Propaganda oder wäre der Iran dazu in der Lage? Die kurze Antwort ist: Ja. In die Ecke getrieben könnte der iranische Gegenschlag härter sein, als der US-Präsident sich das möglicherweise vorstellt. Hat sich Trump verrechnet? Ein Überblick über die militärischen Fähigkeiten des Regimes. Kann der Iran US-Kriegsschiffe versenken? Einem Bericht des israelischen Fernsehsenders "i24 News" zufolge hat der Iran bereits Einheiten der Revolutionsgarde und der Basidsch-Milizen entlang seiner etwa 2.400 Kilometer langen Südküste stationiert. Diese sollen eine mögliche US-Invasion mit Bodentruppen abwehren, heißt es. Zudem soll die iranische Armee Anti-Schiffs-Raketen und U-Boote so stationiert haben, dass sie im Kriegsfall die Straße von Hormus schließen könnte. 20 Prozent der globalen Ölversorgung werden durch diese Meerenge verschifft, ein Angriff auf den Handelsweg dürfte gravierende weltwirtschaftliche Auswirkungen haben. Der Iran verfügt über verschiedene Anti-Schiffs-Raketen, die auch US-Kriegsschiffe gefährden könnten. Die modernste und gefährlichste Anti-Schiffs-Waffe des Iran ist der Marschflugkörper "Abu Mahdi", den das Regime erstmals im August 2020 präsentierte. Er hat eine Reichweite von etwa 1.000 Kilometern und damit deutlich mehr als die bisherigen Anti-Schiffs-Raketen des Iran mit einer Reichweite von maximal 350 Kilometern. Zudem verfügt die Waffe über eine hochmoderne Steuerung, schreibt das Fachportal "Army Recognition". Demnach ist der Marschflugkörper auch dank Künstlicher Intelligenz in der Lage, seine Route während des Flugs anzupassen, kaum berechenbare Flugmuster zu beschreiben oder so tief zu fliegen, dass er unter dem feindlichen Radar bleibt. Zudem soll das Zielleitsystem der Waffe weitgehend resistent gegen elektronische Störmaßnahmen sein, so "Army Recognition". Hinzu kommt, dass sich der "Abu Mahdi" auch von mobilen Abschussrampen aus abfeuern lässt, was seine Erkennung und Bekämpfung deutlich schwieriger macht. "Mit dem 'Abu Mahdi' verfügen die iranischen Streitkräfte über eine Waffe, die Schiffe auch in großer Distanz zu den Küsten des Landes treffen kann", schreibt das Portal. "Waffensysteme wie Flugzeugträger müssen nun mindestens 1.000 Kilometer Abstand zu iranischen Gewässern halten", heißt es. Dass es der Iran mit der Zerstörung von US-Flugzeugträgern ernst meint, zeigt eine Übung aus dem Juli 2020: Damals simulierten die iranischen Streitkräfte einen Angriff auf die Attrappe eines Flugzeugträgers, wie dieses Foto zeigt: Unklar ist, wie viele "Abu Mahdi"-Marschflugkörper sich im Arsenal des Iran befinden. Sollte das Regime wirklich ein US-Kriegsschiff angreifen, dürfte es sich aber um einen kombinierten Angriff handeln. Dazu könnte Teheran auch auf Anti-Schiffs-Raketen mit kürzerer Reichweite zurückgreifen. Vor einer weiteren Gefahr für die US-Marine warnt der Drohnenexperte Cameron Chell: große Schwärme einfacher Drohnen, die Schiffe angreifen und ihre Verteidigung überfordern könnten. "Wenn Hunderte Drohnen innerhalb kurzer Zeit ein Ziel angreifen, werden einige auf jeden Fall durchkommen", sagte Chell dem Sender Fox News. "Selbst moderne Verteidigungssysteme sind nicht für diese Art von Massenangriffen ausgelegt", erklärt der Unternehmer, dessen Firma Draganfly die Entwicklung militärischer Drohnen selbst vorantreibt. Das US-Militär würde zwar an der Entwicklung von Abwehrmaßnahmen gegen Drohnenschwärme arbeiten, es sei aber unklar, ob der Flottenverband um die "Lincoln" auf die Bedrohung durch den Iran vorbereitet ist. "Die US-Flotte in der Region besteht aus großen, langsamen und mit Radar leicht zu entdeckenden Schiffen, was sie zu einfachen Zielen macht", erklärt Cameron Chell. Der Iran dagegen verfüge über große Mengen vor allem einfacher Kamikaze-Drohnen, die nur ein Ziel ansteuern und auf ihm explodieren sollen: "Das ist eine ernsthafte Bedrohung für jedes Schiff an der Wasseroberfläche." Bei einem möglichen US-Angriff könnte der Iran aber nicht nur zu Wasser zurückschlagen – auch sein Arsenal an Boden-Boden-Raketen halten Militärexperten noch immer für gefährlich. Laut jüngsten Schätzungen israelischer Geheimdienste verfügt das Regime in Teheran über etwa 2.000 Raketen unterschiedlicher Typen und Reichweiten. Was hat der Iran noch im Arsenal? Unklar ist allerdings, wie viele der Geschosse einsatzbereit sind. Während des sogenannten Zwölftagekriegs im Juni hat Israel mit seinen Luftangriffen auch systematisch Produktionsstätten und Abschussrampen im Iran zerstört. Gleichwohl gelang es dem Regime während des Krieges, etwa 500 Raketen auf Israel abzufeuern. Die meisten davon wurden abgefangen, allerdings zu einem hohen Preis: Der Vorrat an Abfangraketen der Israelis und der Amerikaner wurde stark beansprucht. Und das ist für Israel und die US-Truppen in der Region wohl nicht das einzige Problem. Denn seine effektivsten Raketen hat der Iran bei seinen Vergeltungsschlägen voriges Jahr gar nicht eingesetzt. So verfügt das Land über eine ganze Palette moderner Mittelstreckenraketen mit Reichweiten zwischen 300 und mehr als 2.000 Kilometern. Darunter befinden sich Modelle mit festem Brennstoff, die kaum Vorbereitung zum Start brauchen und sich von mobilen Abschussrampen aus abfeuern lassen. Raketen mit flüssigem Brennstoff sind komplizierter in der Bedienung, lassen sich im Flug aber noch steuern und sind damit vom Gegner schwerer abzufangen. Der Iran behauptet zudem, mit der Fattah-1 auch über eine besonders gefürchtete Hyperschallrakete zu verfügen. Sie ist mit einem Gefechtskopf ausgestattet, der sich nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre von der Rakete löst und beim Anflug auf das Ziel noch steuern lässt. Westliche Experten bezweifeln allerdings, dass diese Steuerung so weit entwickelt ist, dass er sich wirklich nicht mehr abfangen lässt. Die russische Hyperschallrakete Kinshal etwa lässt sich mit modernen Flugabwehrsystemen wie Patriot bekämpfen . Der Iran dürfte ohnehin eher auf Masse als auf Präzision setzen, sagt der Politikwissenschaftler Sina Toossi vom Center for International Policy (CIP). "Die Raketen-Doktrin des Iran zielt im Kern darauf, die gegnerische Flugabwehr durch schiere Masse zu überwältigen", schreibt Toossi in einem Fachartikel für das Italian Institute for International Politicial Studies. "Angriffe mit einzelnen Raketen sind in ihrer Wirkung begrenzt, große Salven mit Hunderten Geschossen könnten aber auch eine tief gestaffelte Luftverteidigung durchdringen und Schäden mit strategischer Wirkung erzielen", so Toossi. Schlägt der Iran härter zurück als 2025? Angesichts der militärischen Fähigkeiten des Iran stellt sich die Frage, wie hart das Regime bei einem erneuten Angriff zurückschlägt. Die Angriffe Israels und der USA im Juni richteten sich explizit gegen das Atomprogramm des Landes. Teheran dürfte sich bei seinen Gegenangriffen auch deshalb zurückgehalten haben, um die Angreifer nicht weiter zu provozieren. Doch bei einem erneuten Angriff dürfte das Kalkül des Regimes ein anderes sein. Die Massaker an den Demonstranten überall im Land haben gezeigt, dass das Mullah-Regime nicht vor exzessiver Gewalt zurückschreckt, um seine Macht zu sichern. In Gefahr wären dann vor allem die Menschen in Israel sowie die etwa 40.000 US-Soldaten auf Militärbasen in der Nähe des Iran . Sicherheitsexperten warnen aber schon lange davor, dass das Regime in einer existenziellen Notlage auch in Europa oder Amerika zuschlagen könnte, beispielsweise durch Terroranschläge. Selbst Anschläge mit sogenannten schmutzigen Bomben halten Militärexperten für denkbar. Über Atomwaffen verfügt der Iran derzeit zwar nicht. Unklar ist aber bis heute, was mit den 400 Kilogramm angereichertem Uran geschehen ist, die das Regime bis zu den Angriffen im Juni hergestellt hatte. Bislang haben westliche Sicherheitsexperten einen iranischen Terrorangriff mit Nuklearmaterial stets als "strategischen Selbstmord" bezeichnet. Doch niemand kann ausschließen, dass die islamistischen Fanatiker in Teheran im Angesicht des eigenen Untergangs noch einmal maximalen Schaden anrichten wollen.

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