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Unschön fotografiert: So kam die Nofretete vom Nil an die Spree

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:
  • warum 1912 ein deutsches Grabungsteam einen Sandhügel in Tell el-Armana freilegt,
  • mit welcher Systematik Forschungsleiter Ludwig Borchard vorgeht,
  • wie am 6. Dezember 1912 die Büste der Nofretete ausgegraben wird,
  • mit welcher List er die Ausfuhr des Kunstschatzes nach Berlin erreicht.

"Lebensgroße bemalte Büste der Königin, 47 cm hoch. Farben wie eben aufgelegt. Arbeit ganz hervorragend. Beschreiben nützt nichts, ansehen!", notiert Ludwig Borchert am Abend des 6. Dezembers 1912 in sein Grabungstagebuch. Was der deutsche Forschungsleiter beschreibt, ist das rund 3.000 Jahre alte Abbild der Nofretete. Die Darstellung einer Frau, deren Schönheit die Zeit überdauert hat und über deren Leben und Tod wenig bekannt ist.

Das deutsche Ausgrabungsteam spielt den Sensatonsfund gegenüber den zuständigen Beamten bewusst herunter, um die Büste nach Berlin bringen zu können. Erst 1924 wird sie dort erstmals öffentlich ausgestellt. Seither zählt Nofretete zu den großen Publikumsmagneten der Berliner Museen – und bis heute wird um ihre Rückgabe gestritten.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
  • Professor Friederike Seyfried, Leiterin des Ägyptischen Museums in Berlin
  • Professor Sebastian Conrad, Historiker mit dem Schwerpunkt Kolonialgeschichte
  • Sebastian Conrad: Die Königin – Nofretetes globale Karriere. Berlin 2024

Weiterführende Links:

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Tiemann
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
Technik: Moritz Raestrup ]]>

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